Simon Nickel

Lean back. Relax. Explore!

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May 27, 12:56 PM

... aber halt nicht wirklich. Hab mich kurzfristig entschieden mir mal die Domain meiner Wahl zu sichern: simonnickel.de

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March 28, 07:54 AM

Eigentlich wollte ich mir das als Poster machen lassen, aber wozu 20 € zahlen für Hochglanz, wenn man für den gleichen Preis auch die Druckerpatrone leeren kann :)

Auf was man nicht alles für Ideen kommt, wenn man sich eigentlich auf eine Klausur vorbereiten wollte ...

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March 15, 12:19 PM

 

Endlich hat das mit dem Bild geklappt ... War vorher ein wenig sehr matt, so wirkt es ein wenig "schöner". Oder ist grau doch eine schlechte Idee?

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March 11, 04:39 PM

Das ganze soll eine Mischung aus chronologischem Blog, custom Posts, kategorisiertem Archiv und zu guter letzt ein wenig von living Stories und moderiertem Wiki werden.

Also chronologisch, maßgeschneidert, kategorisiert und lebendig. Klingt komisch, ist es auch. Wie das gehen soll ist auch Inhalt des Blogs...

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March 11, 05:27 AM

Gute Frage!

Ich bin seit längerem und wahrscheinlich/hoffentlich noch sehr lange(!) damit beschäfftigt ein Blog aufzubauen. Jedoch nicht irgendein Blog! Nahain ... der Simon will was ganz besonderes! 

Ob er es schafft und wie er dabei zu grunde geht könnt ihr vllt. hier erfahren ;)

Um zu zeigen und zu dokumentieren wie ich mir das ganze vorstelle dacht ich mir geh erstmal den einfachsten Weg, Posterous! 

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Posts

October 30, 04:34 AM

Zeit vergeht und kommt nie wieder. Das schönste Geschenk, das man jemandem machen könnte, wäre die Zeit. Doch hier liegt das Problem: man kann sie nicht anfassen, bremsen, beschleunigen und schon gar nicht verschenken. Das ist nicht gerade tröstlich. Doch Zeit ist auch nur eine Erfindung der Menschen, um ihr mentales Dasein auf der Welt [...]

October 29, 05:43 AM

Wir haben letztens Batman geguckt. Alle 6 relativ modernen. Zwischen großartig und grottig war alles dabei. Falls ihr auch mal Lust auf Batman habt und nicht wisst welchen ihr gucken wollt und welchen ihr lieber auslassen solltet, geb ich euch mal einen kleinen Überblick. Da alle 6 Filme in einem Artikel etwas zu viel sind, [...]

October 28, 01:30 AM

Das Elend der Internetintellektuellen Ein etwas längerer Text. Über ein Buch, das ich nicht gelesen habe. Trotzdem einer der interessantesten Texte der letzten Zeit. Evgeny Morozov nimmt darin das kürzlich erschienene Buch “Public Parts” von Internetguru Jeff Jarvis außeinander. Jeff Jarvis beschäftigt sich darin mit Privatsphäre und Öffentlichkeit (Post-Privacy). Ein sehr schwieriges, aktuelles und sehr [...]

October 26, 04:44 AM

Wir haben letztens Batman geguckt. Alle 6 relativ modernen. Zwischen großartig und grottig war alles dabei. Falls ihr auch mal Lust auf Batman habt und nicht wisst welchen ihr gucken wollt und welchen ihr lieber auslassen solltet, geb ich euch mal einen kleinen Überblick. Da alle 6 Filme in einem Artikel etwas zu viel sind, [...]

October 24, 02:33 AM

“Immer mehr Politiker nutzen Twitter. Das ist schön. Aber nur weil sie in einen Twitteraccount tippen, heißt das noch nicht, dass sie das Internet nutzen. Verständnis von Internet an der Nutzung von Twitter festzumachen ist mindestens so platt, wie das Internet einen rechtsfreien Raum zu nennen, oder den Datenschutz auf Facebook zu beschränken. In letzter Zeit wird recht häufig über Peter Altmeier geredet. Er hat bei Anne Will in der Sendung mit Christopher Lauer als einziger nicht dumm aus der Wäsche geguckt. Jetzt twittert er sogar selber. Ihm würde ich vielleicht sogar zutrauen Verständnis vom Internet zu haben, zumindest hat er sich wohl bewusst damit auseinander gesetzt. Dem Rest traue ich das nicht zu. Das Internet auf Plattformen wie Twitter oder Facebook zu beschränken ist ziemlich dumm. Wenn Leuten bei ihrem Erstkontakt mit dem Internet, mit dieser eingeschränkte Sicht in Berührung kommen, prägt das sehr stark ihr Halbwissen. Und Halbwissen bei Politikern ist nicht wünschenswerter als kein Wissen, erstrecht nicht über etwas so wichtiges wie das Internet.”

- Google

October 24, 03:22 AM

Nachdem der erste Versuch ein paar Sterne einzufangen durch rasende Wolken recht hektisch war, habe ich für den zweiten Versuch auf einen klareren Himmel gewartet. Beim ersten Versuch bin ich nicht so weit aus Göttingen heraus gelaufen und hatte dadurch noch ein paar Straßenlaternen in der Nähe. Daher wollte ich mich diesmal etwas weiter in [...]

October 21, 07:01 AM

Mehr gibts dazu eigentlich nicht zu sagen. Außer, dass man mehr solcher Politiker bräuchte. Mehr dazu auch von Anatol Stefanowitsch im Sprachlog der SciLogs: Urgermanische Sprachpflege

October 20, 09:22 AM

Na, wer hat sich alles im Titel verlesen? Ich sollte endlich mal meine Bewerbung bei der Bild einreichen. Ihr dürft trotzdem weiter lesen. Ihr bekommt auch was schönes zu sehen, nur bei der Schärfe können die Bilder nicht ganz mit der Erwartung mithalten. Vor ein paar Tagen habe ich folgendes Video von Ben Canales gesehen, [...]

October 19, 11:19 AM

In den letzten Wochen gabs hier wieder mehrere kurze Urlaubspausen. Wir waren zum Beispiel in Berlin. Eigentlich gäbe es hier auch viel zu erzählen, aber wie das immer so ist: die Zeit spielt nicht mit. Wenn der Urlaub vorbei ist weil das Semester gerade erst anfängt, sollte ja eigentlich Zeit sein. Ist aber nicht so: [...]

October 07, 06:26 AM

Es war einmal in einem fernen Land jenseits von großen Städten mit Glühbirnen, jenseits von riesigen Schafherden und auch jenseits von Gut und Böse ein junges Mädchen. Es hatte schillernd-goldene Locken und ein strahlendes Lächeln auf den Lippen, das alles in seiner Umgebung erstrahlen ließ, während es durch die kleinen Gassen der Stadt schritt. Die [...]

October 05, 06:58 AM

Gerüchte sind was schönes, sie erzeugen Vorfreude und Spannung, aber wie das so mit Vorfreude und Spannung ist: daraus kann auch Enttäuschung entstehen. Auch, wenn es objektiv betrachtet gar keinen wirklichen Grund dafür gibt. Aber erstmal die Neuigkeiten: Gestern endlich gab es die lang erwartete Apple Keynote unter dem Titel “Let’s talk iPhone“. Die Gerüchteküche [...]

October 03, 03:00 PM


Submitted by: Unknown

October 01, 04:50 AM

Am 4. Oktober ist es endlich so weit, Apple wird uns unter dem Titel “Let’s talk iPhone” erzählen wie das nächste iPhone aussieht. Es wird gemunkelt, dass 2 iPhones vorgestellt werden, ein neues iPhone 5 und ein günstigeres iPhone 4s. Das 4s könnte dann ein leicht verändertes iPhone 4 sein und “nur” um die 400€ [...]

September 28, 05:32 PM

Heute hat Sascha Lobo in seiner Spon-Kolumne wortgewandt auf die deutschen Datenschützer und ihre Unterstützter beim CCC eingedroschen. Der “deutsche” Datenschutz sei antiquiert. Er würde den Nutzern keinen Verstand zutrauen und sie bevormunden. Wenn Datenschützer die Verkehrsregeln machen würden, wären Autos schon lange verboten, so seine Meinung.

Es ist Zeit, mal eine Lanze für den Datenschutz zu brechen. Ich glaube an den Datenschutz und halte ein ausgewogenes Datenschutzrecht für notwendig und förderlich. Nicht, weil ich davon ausgehe, dass alle außer mir zu doof wären für sich selbst zu entscheiden. Sondern um überhaupt eine Wahl zu haben. Und um die Entwicklung des digitalen Zusammenlebens zu beschleunigen.

“Man brauchst Facebook einfach nicht zu nutzen.” Das ist eines der beliebteren Argumente, auch von Sascha vorgetragen. Es ist das “dann geh doch nach drüben” des Internetzeitalters. Ich nutze soziale Netzwerke ja gern, ich will meine Daten der Cloud anvertrauen, ich nutze mein iPhone wie kaum ein anderes Gerät zuvor. Muss ich deshalb zwangsläufig damit leben, dass jedes Unternehmen all die Daten die es über mich sammeln kann auch ohne weiteres sammeln darf? Und weiterverkaufen? Ist es nicht absolut legitim ein Mitspracherecht einzufordern?

Und: besserer Datenschutz würde die sozialen Netzwerke sogar stärken, weil Nutzer, die sich vor dem Missbrauch ihrer Daten geschützt fühlen, eher bereit sind noch mehr von davon rauszurücken.

Klar, das Auto hätte ein frühes Ende gefunden, wenn es uns von übereifrigen Sicherheitsfanatikern verboten worden wäre. Aber ich bin mir genau so sicher, wir würden uns nicht trauen mit Vollgas über die Autobahn zu brettern, wenn es nicht Leute gäbe, die einsturzgefährdete Brücken sperren und Autos ohne Bremsen stilllegen.

Datenschutz ist – um bei diesem schief hängenden Bild zu bleiben – die Leitplanke des Internets. Irgendwie einschränkend, klar, aber auch vertrauensbildend.

September 26, 06:52 AM


Ich bin am Wochenende über die schlechte Informationsqualität von ZDF und ZEIT gestolpert. Die deutsche Zeitungs- und Zeitschriftenlandschaft verkommt zur Boulevardpresse. Denn auch die WELT oder ­der SPIEGEL fallen hin und wieder in dieses Raster. Jeder wird in seinem Umfeld einige Redaktionen haben, die er als enttäuschter Leser verlassen hat. Ich habe es satt und möchte mich mit diesem offenen Brief an die Verlagshäuser wenden.

Liebe Verantwortlichen, Vorstände, Redaktionsleiter und Journalisten,
nach dem Vorwort möchte ich Ihnen mitteilen, dass diese Titel nur stellvertretend stehen für Ihren Berufsstand. Die Diskussion zwischen Bloggern und Journalisten hat Ihnen nicht gut getan. Das Einzige, was ich aus Ihren Reihen von Zeit zu Zeit lese ist, dass Sie Symptome bekämpfen wollen währenddessen um das Problem einen großen Bogen gemacht wird.

Die Qualität der Inhalte hat rapide abgenommen. Ich will ja gar nicht bestreiten, dass Sie vielleicht Leserzuwachs dabei verbuchen konnten. Ich habe allerdings keine Lust mehr, mir Nachrichten durchzulesen, die von der Quelle der Quelle der Quelle der Quelle abgeschrieben worden sind. Womöglich kommen Übersetzungs- und Interpretationsfehler aus Unwissenheit des Redakteurs dazu. Dies passiert natürlich relativ selten, sodass es allein in diesem Jahr vermehrt zu Rechtschreibfehlern im Nachrichtenticker von N24 gekommen ist. Prominentestes Beispiel dürfte es wohl sein, dass Osama neuerdings Briefe empfängt. Oder aber Obama Bin Laden getötet worden ist, zumindest wenn ich FOX News Glauben schenke.

20. März 2011: Gadaffi schreibt an Osama - Danke @inpressulum für die Bereitstellung des Bildes

Es stören mich dabei mehrere Sachen. Man muss nicht immer der Erste sein, auch wenn weiß, dass es gute Zugriffszahlen generiert. Eine Überschrift ist jedoch für mich noch kein Artikel. Ein Tweet mit “gleich mehr auf XY” ist zwar nett, aber irgendwie habe ich den Eindruck: Ok, die schreiben da mal eben was runter.

Wieso kann man nicht objektive Nachrichten bringen?

Diese Frage stelle ich mir seit Langem, weil das Thema nicht ein Phänomen der letzten Wochen ist. Geld kann kein Argument sein, denn es werden auch in den Verlagshäusern sicherlich genug Geld für “Mist” rausgeworfen.

Ich würde es sehr interessant finden, wenn es einfach nur mal Nachrichten gibt. Einfach nur Nachrichten. Nicht mehr und nicht weniger. Es wird einfach nur “langweilig” darüber berichtet, was geschehen ist. Ich würde mich auch über Einschätzungen der Redakteure freuen, eben welche Vorteile oder Gefahren Sie sehen. Diese Einschätzungen müssten aber auch als solche gekennzeichnet werden. Dies hat vielleicht etwas von Bloggen, aber dann ist das eben so.

Ich mag diese Superlativen nicht mehr leben. Teilweise sind die Artikel so propagandistisch geschrieben, dass ich fast Angst habe, dass demnächst Flugzettel vom Himmel fallen. Wenn diese nicht mehr helfen, dann machen wir das Internet eben mit Klickstrecken voll. Das ist auch eine gute Strategie. Wenn Klickstrecken nicht funktionieren, machen wir irgendwas mit nackter Haut. Sex sells since 1387.

Es geht doch schon lange nicht mehr um Nachrichten. Es geht um Meinungen und eine Meinungshoheit. Es geht um Manipulation im eigenen Interesse. Diesen Vorwurf muss ich Ihnen machen. Was ist eigentlich gegen Qualität einzuwenden?

Meine Vision eines Nachrichtenportals, einer Zeitung oder Redaktion ist folgende:

  • Die Artikel sind recherchiert
  • Der %-Satz der abgeschriebenen Artikel aus US-Medien hält sich unter 10%
  • Sie beschränken sich auf die Fakten
  • Sie verzichten auf Superlativen
  • Klickvieh-Strecken bleiben draußen
  • Subjektives wird als solches gekennzeichnet
  • Die Artikel haben eine Aussagekraft

Die Artikel sind recherchiert
Wie am Anfang erwähnt, kann ich mir die Artikel der US-Blogs selbst übersetzen. Das wird sehr problematisch, wenn man selbst nicht fit im Thema ist.

Der %-Satz der abgeschriebenen Artikel aus US-Medien hält sich unter 10%
Man kann nicht immer die Quelle sein, keine Frage – das verlange ich auch nicht. Aber 80-90% seines Contents mit Abschreiben zu generieren, ist auch nicht wirklich eine herausragende Leistung.

Sie beschränken sich auf die Fakten
Ich will keine Spekulationen lesen. Ich will mich nicht verarschen lassen, dass es im Irak Massenvernichtungswaffen gibt. Ich will nichts vom bösen Facebook lesen. Dass eine religiöse Figur im Parlament spricht, ist in Europa ok, woanders in der Welt aber nicht akzeptabel.

Sie verzichten auf Superlativen
Ein Nachrichtenblatt muss zwar auch um seine Leser buhlen, aber es ist kein Marketingschlachtfeld. Dies mögen Verlagshäuser nun anders sehen. Superlativen werden gern zur Meinungsmache eingesetzt. Leider.

Klickvieh-Strecken bleiben draußen
Print meets Web. Dank IVW-Verfahren und anderen Messungen zählen wir in PageImpressions. Da kann ich aus einer Galerie mit 20 Bildern 21 Klicks generieren, dass eine bessere User Experience möglich wäre, steht außer Frage.

Subjektives wird als solches gekennzeichnet
Es ist nichts gegen die Meinung eines Redakteurs einzuwenden. Es kann auch ein entscheidender Faktor zur Qualität des Beitrags sein. Es geht mir gegen den Strich, dass bestimmte Themen direkt in eine Schublade geschoben werden. Arbeitslose sind dumm, Facebook ist böse, der Nahe Osten ist böse und Asiaten werden die neue Angstnation werden. Ich stelle es so vor, dass nach den Fakten ein Abschnitt “Einschätzung” kommt. Ich hätte dann die Wahl, ob ich der Einschätzung des Redakteurs folge oder mir eine eigene Meinung bilde.

Die Artikel haben eine Aussagekraft
Es wird leider auch viel inhaltsloser Kram produziert. Online wie im Print. Man liest einen Artikel und fragt sich, was das jetzt genau soll. Eine typische Aussage ist “Jetzt bin ich genauso schlau wie vorher”, diese Momente werden viele von uns kennen.

Im Grunde hätte ich gern eine Zeitung, die sich auf die Fakten beschränkt. Gerade im Internet, denn ich habe keine Zeit. Deswegen kann ich mir Unwahrheiten und trügerisches Geschreibe nicht leisten, so sollte man meinen. Mich würde es brennend interessieren, was dabei rauskommt, wenn man mit einer Redaktion über 12 Monate einen solchen Versuch geht. Neben dem Werbungsmodell könnte man auch eine zahlungspflichtige Version machen, mit ein paar Features – nach dem Zahle was Du willst-Prinzip?

Ich für meinen Teil würde vermutlich glücklicher Leser werden und ich bin sicher nicht allein.

September 24, 03:07 PM

Wir haben uns gestern kurzerhand entschlossen ins Kino zu gehen: “Die 3 Musketiere“. Der Film bietet einen recht Prominenten Cast: Orlando Bloom, Milla Jovovich, Christoph Waltz, Ray Stevenson, Logan Lerman, achja … Til Schweiger. Dazu kommen Degen, explodierende Pulverfässer, königliche Garden, drohender Krieg, gewitzte Helden und Intrigen. Wer dadurch noch keine hohen Erwartungen hat, sollte [...]

September 16, 11:09 AM

Mal was aktuelles, zumindest für Berliner, also nicht für mich :( Am Sonntag findet für diese nämlich die Wahl zum Abgeordnetenhaus statt, wahlberechtigte Berliner sollten das nicht verpassen. Wer noch nicht weiß, was er wählen soll, kann sich alle vorhandenen Wahlwerbespots der Reihe nach angucken oder den Wahlomat bedienen. Interessant sind auch die Interviews der [...]

September 16, 01:26 AM

Nach den fantastischen Erklärerfolgen der Unterschiede zwischen "Hier" und "Da" sowie dem Klassiker "Langsam" und "Schnell" wird es allerhöchste Zeit für eine Sesamstraßen-Kampagne, die den heranwachsenden Supermarktkunden von morgen erklärt, was eigentlich "mindestens" von "höchstens" unterscheidet. Damit die das anschließend gleich ihren Eltern erklären können. Denn die wissen's ja meistens auch nicht.

Die Konsequenzen dieser Unkenntnis wiegen allein in Deutschland ungefähr 20 Millionen Tonnen pro Jahr und landen in großen Eimern oder Containern, um entsorgt zu werden.

Es geht, Sie ahnen es, um Lebensmittel. Über deren ungeheure Verschwendung hat der Filmautor Valentin Thurn eine äußerst sehenswerte Dokumentation gedreht, die gerade in den Kinos läuft (und in einer kürzeren Ursprungsversion bereits im vergangenen Jahr während der Themenwoche "Essen ist leben" im Ersten gezeigt wurde).

Die Bilder, die Thurn in "Taste the Waste" zeigt, sind ein Schock: haufenweise Gemüse, Brot, Fisch und tadellos verpackte andere Lebensmittel, die keiner mehr haben will. Und die Gründe dafür sind vielfältig. Manches entspricht von Anfang an nicht den Normen, die sich der Handel ausgedacht hat. Gurken werden sofort nach der Produktion entsorgt, weil sie zu krumm sind, um ordentlich in die Transportkisten zu passen. Tomaten müssen ein spezielles Rot haben, sonst werden sie erst gar nicht verladen. Weil viele Kunden im Markt absolute Makellosigkeit erwarten. (Im NDR lief neulich dazu ein ebenfalls sehenswerter Beitrag über Standards bei Äpfeln.)

Andere Lebensmittel werden erst noch tausende Kilometer weit transportiert, bevor sie weggeworfen werden. Weil wir sie nicht rechtzeitig gekauft haben.

"Tagesware wie Salat oder Radieschen wird morgens ins Regal sortiert und abends wieder rausgenommen – egal, in welchem Zustand die Ware ist", sagt Thurn. Und mit "rausgenommen" meint er: weggeworfen. Trotzdem sind die Regale im Supermarkt immer voll, weil die Kunden auch kurz vor Ladenschluss gerne die volle Auswahl haben. Thurn erklärt: "Es ist für die Handelsketten schlimmer, wenn ein Kunde im Markt umkehrt, weil er sein Lieblingsjoghurt nicht mehr kriegt und zur Konkurrenz geht, als Waren zu vernichten."

Das allein ist schon zum Heulen. Aber dass ein großer Teil der weggeworfenen Lebensmittel eigentlich bloß wegen eines Missverständnisses im Müll landet, ist ein Skandal. Und schuld ist – das Mindesthaltbarkeitsdatum.

Wenn das Datum auf dem Joghurtbecher, der im Kühlschrank steht, überschritten ist, wird er entsorgt. Dasselbe passiert im Laden – nur schon viel früher, weil kaum jemand Produkte kaufen mag, die scheinbar bald ablaufen. (Und weil die Haftung mit überschrittenem Datum vom Hersteller auf den Supermarkt übergeht, der kein unnötiges Risiko eingehen möchte.)

Dabei bedeutet ein überschrittenes Mindesthaltbarkeitsdatum noch lange nicht, dass der Joghurt nicht mehr genießbar wäre. Die Angabe ist bloß die Garantie des Herstellers, dass bis zu diesem Zeitpunkt alle Eigenschaften des Produkts (zum Beispiel die Cremigkeit) gewährleistet sind. Wer minimale Cremigkeits-Abstriche in Kauf nimmt, kann den Becher auch noch Tage später auslöffeln. Wenn er vorher die Anstrengung in Kauf nimmt, die Folie abzuziehen und höchstpersönlich zu testen, ob der Joghurt noch gut ist. Riechen und schmecken nennt man das. Irgendwie müssen wir das verlernt haben.

Das Problem ist: Bei manchen Produkten ist das Haltbarkeitsdatum dann doch unbedingt einzuhalten, bei Eiern zum Beispiel, bei Fisch und Fleisch. Weil uns das unser Magen sonst nämlich nicht verzeiht.

"Es kann doch kein Mensch unterscheiden zwischen dem Verbrauchsdatum, nach dem der Konsum von frischen Lebensmitteln wirklich der Gesundheit schadet, und der Mindesthaltbarkeit", sagt Filmemacher Thurn – und schlägt vor, das Mindesthaltbarkeitsdatum umzubenennen. Da die meisten Leute die Bedeutung des "Mindest-" immerzu mit dem Gegenteil verwechseln, ist das keine schlechte Idee. Im Englischen steht auf den Produkten zum Beispiel viel klarer: "best before". Vielleicht fällt jemandem eine elegante Übersetzung ein?

Auf die Frage, wann Produkte aus dem Regal genommen werden, deren Haltbarkeitsdatum bald abläuft, gibt es von den Unternehmen auf Anfrage keine konkreten Antworten. Eine Edeka-Sprecherin erklärt, es existierten "unterschiedliche Empfehlungen, die je nach Produkt (Konserve vs. Frische-Produkte) variieren" – jedoch ohne sie zu benennen. "Die letzte Entscheidung, wann ein Produkt vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums aus dem Verkauf genommen wird, liegt jedoch bei den Einzelhändlern."

Schon jetzt geht auch nicht automatisch alles in den Müll, was nicht verkauft wird. Handelsketten wie Aldi und Edeka arbeiten mit den "Tafeln" zusammen, die verwertbare Lebensmittel an Leute geben, die sich keinen Großeinkauf im Laden leisten können.

Aldi verweist aber auch auf "gesetzliche Vorschriften", wegen denen "lediglich zum Verzehr geeignete Lebensmittel abgegeben werden". Aldi-Sprecherin Kirsten Windhorn erklärt: "Dabei spielen Kriterien wie beispielsweise die Einhaltung der Kühlkette oder die Abgabe unter Beachtung der Restlaufzeit des Mindesthaltbarkeitsdatums eine Rolle".

Um aber die massive Verschwendung von Lebensmitteln zu vermeiden, müssten die Supermärkte komplett umdenken und auch mal riskieren, ihre Kunden zu enttäuschen, wenn ein Regal kurz vor Ladenschluss leer ist. Das fällt Unternehmen, die mit harter Konkurrenz zu kämpfen haben und auf Profit ausgerichtet sind, schwer. (Genauso wie uns als Verbrauchern.) Aber nach der Medienaufmerksamkeit für "Taste the Waste" hätten einige Ketten bereits signalisiert, gegensteuern zu wollen, sagt Thurn. Mit welchen Mitteln und in welchem Zeitraum ist noch völlig unklar.

Thurn erklärt aber auch: "Der Handel reagiert nur, wenn es eine Sensibilität für das Thema gibt." Und zwar bei denen, die nachher an der Kasse stehen: bei uns. Das scheint gerade zu passieren. Zumindest tourt Thurn mit seinem Film durchs ganze Land, ist bei Vorführungen in den unterschiedlichsten Städten dabei, diskutiert im Radio, bei Podiumsveranstaltungen und gibt Interviews. Er sagt: "Das Thema scheint bei den Leuten einen Nerv getroffen zu haben. Einer der Kinozuschauer hat mir nach der Vorführung gesagt: 'Man fühlt sich ertappt'."

Anstatt sich ertappt zu fühlen: Wollen Sie nicht einfach zuhause mal in den Kühlschrank schauen und überlegen, ob es sich lohnt, aus den Gemüseresten ein schönes Süppchen zu kochen?

Vielleicht haben Sie Lust, danach noch ins Kino zu gehen.

Zum Film ist das Buch "Die Essensvernichter" erschienen (siehe dazu auch FAZ.NET). Und noch mehr zum Thema steht im nächsten Supermarktblog-Eintrag.

Screenshots: Das Erste/Thurnfilm

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September 14, 08:22 AM
September 12, 08:09 AM

Commentarist ist ein Aggregator für Meinungsjournalismus, es sammelt dafür Kommentare und Kolumnen einiger großer deutscher Nachrichtenportale und verlinkt sie mit einem kurzen Ausschnitt des Textes. In einer Zeit, in der Informationen mehr und mehr zur Massenware werden, in der die reinen Fakten nur noch selten exklusiv sind, wollen wir mit Commentarist den Blick schärfen für [...]

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