Matthias Pfefferle

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January 18, 05:31 AM

Hat der erste Entwurf von OpenID Connect noch auf eine (übersichtliche) Seite gepasst, braucht der Draft der OpenID Foundation schon 7 unterschiedliche Spezifikationen.

Wieso müssen “Standard”-Organisationen wie das W3C (z.B. RDFa) oder der OpenID Foundation denn alles so unnötig kompliziert machen? Immerhin schafft es ja sogar Facebook seinen Authentifizierungsprozess auf einer Seite zu erklären. …und noch besser! Er lässt in drei Sätzen zusammenfassen:

  1. Hol dir über folgende URL einen Access-Token:
    https://www.facebook.com/dialog/oauth?
    client_id=YOUR_APP_ID&redirect_uri=YOUR_URL
  2. Häng ihn an folgende URL, auf den du den User weiterleitest:
    https://www.facebook.com/dialog/oauth?
    client_id=YOUR_APP_ID&redirect_uri=YOUR_URL&scope=email,read_stream
  3. Fertsch!

…dazu kommen eine weitere Discovery-Variante die Webfinger, host-meta, XRD, XRDS oder YADIS komplett ignoriert und eine Identity-API die SREG oder AX noch nicht einmal ähnelt!

Mike Jones, einer der Hauptentwickler der Spezifikation, schreibt zwar:

The design philosophy behind OpenID Connect is “make simple things simple and make complex things possible”.

Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Webseitenbetreiber, die zukünftig einen OpenID Connect Login anbieten wollen, haben es in der Tat etwas einfacher, da sie sich auf die “Minimalanforderungen” konzentrieren können. Seiten die einen OpenID Connect Provider stellen wollen haben aber folgendes Problem:

Authorization Requests can follow one of two paths; the Implicit Flow or the Authorization Code Flow. [...]
The OpenID Connect Basic Client profile only documents Clients using the Implicit Flow. OpenID Providers MUST support both flows. [...]

Damit begeht die OpenID Foundation wieder den gleichen Fehler wie bei OpenID 2.0. Am Schluss gibt es so viele unterschiedliche und halbfertige Implemenrierungen, dass man wieder auf SaaS-Dienste wie Janrain oder Gigaya zurückgreifen muss. Wozu braucht es dann noch einen “Standard”?

Warum denn immer 1000 Alternativen anbieten? Bei Facebook klappts ja auch ohne…

January 07, 11:35 AM

Ich schreibe gerade einen Artikel für das t3n Magazin über aktuelle Sign-In-Mechanismen und hab mir in dem Zuge BrowserID mal etwas genauer angeschaut. Ich bin wirklich extrem überrascht mit wie wenig Arbeit es sich in z.B. WordPress einbauen lässt.

BrowserID besteht eigentlich nur aus einem JS-File,ein paar Zeilen JS-Code:

<script src="https://browserid.org/include.js" type="text/javascript"></script>
<script type="text/javascript">
navigator.id.get(function(assertion) {
    if (assertion) {
        // This code will be invoked once the user has successfully
        // selected an email address they control to sign in with.
    } else {
        // something went wrong!  the user isn't logged in.
    }
});
</script>

und dem anschließenden Verifizieren der assertion:

$ curl -d "assertion=&audience=https://mysite.com" "https://browserid.org/verify"
{
    "status": "okay",
    "email": "lloyd@example.com",
    "audience": "https://mysite.com",
    "expires": 1308859352261,
    "issuer": "browserid.org"
}

Den ausführlichen Ablauf der Authentifizierung findet ihr auf Github.

Um BrowserID in WordPress zu integrieren lädt man also zuerst den JS-Code in den Login Header:

// add the BrowserID javascript-code to the header
add_action('login_head', 'bi_add_js_header');
function bi_add_js_header() {
  echo '<script src="https://browserid.org/include.js" type="text/javascript"></script>';
  echo '<script type="text/javascript">'."\n";
  echo 'function browser_id_login() {
    navigator.id.get(function(assertion) {
      if (assertion) {
        window.location="' . get_site_url(null, '/') .'?browser_id_assertion=" + assertion;
      } else {
        // do nothing!
      }
    })
  };'."\n";
  echo '</script>';
}

und platziert den BrowserID-Button auf der Login-Seite:

// add the login button
add_action('login_form', 'bi_add_button');
function bi_add_button() {
  echo '<p><a href="#" onclick="return browser_id_login();"><img src="https://browserid.org/i/sign_in_blue.png" style="border: 0;" /></a></p>';
}

Nach dem klick auf den Button öffnet sich das Autorisierungs-Fenster von BrowserID und nach dem erfolgreichen Sign-In wird die gerade implementierte Methode navigator.id.get(function(assertion) {} aufgerufen.

Im nächsten Schritt muß man die erhaltene assertion über BrowserID.org verifizieren. Da ich den notwendigen POST nicht über JavaScript absetzen will, leite ich einfach auf eine Seite weiter und übergebe die erhaltene assertion als GET-Paramater.

if (assertion) {
  window.location="' . get_site_url(null, '/') .'?browser_id_assertion=" + assertion;
}

Jetzt kann der POST bequem über WordPress abgesetzt werden.

// the verification code
add_action('parse_request', 'bi_verify_id');
function bi_verify_id() {
  global $wp_query, $wp, $user;

  if( array_key_exists('browser_id_assertion', $wp->query_vars) ) {
    // some settings for the post request
    $args = array(
      'method' => 'POST',
      'timeout' => 30,
      'redirection' => 0,
      'httpversion' => '1.0',
      'blocking' => true,
      'headers' => array(),
      'body' => array(
        'assertion' => $wp->query_vars['browser_id_assertion'], // the assertion number we get from the js
        'audience' => "http://".$_SERVER['HTTP_HOST'] // the server host
      ),
      'cookies' => array(),
      'sslverify' => 0
    );

    // check the response
    $response = wp_remote_post("https://browserid.org/verify", $args);

    if (!is_wp_error($response)) {
      $bi_response = json_decode($response['body'], true);

      // if everything is ok, check if there is a user with this email address
      if ($bi_response['status'] == 'okay') {
        $userdata = get_user_by('email', $bi_response['email']);
        if ($userdata) {
          $user = new WP_User($userdata->ID);
          wp_set_current_user($userdata->ID, $userdata->user_login);
          wp_set_auth_cookie($userdata->ID, $rememberme);
          do_action('wp_login', $userdata->user_login);

          wp_redirect(home_url());
          exit;
        } else {
          // show error when there is no matching user
          echo "no user with email address '" . $bi_response['email'] . "'";
          exit;
        }
      }
    }

    // show error if something didn't work well
    echo "error logging in";
    exit;
  }
}

Gibt es einen User mit der entsprechenden E-Mail – Adresse wird er eingeloggt, falls nicht, wird ein Fehler ausgegeben.

Bei der Demo hab ich mir aus Zeitgründen ein wenig Code bei Marcel Bokhorst und M66B geliehen, deren BrowserID-Plugin wesentlich ausgereifter und vollständiger ist als der kleine Demo-Code den ich hier zusammengestückelt habe.

Wenn euch das zu schnell ging und ich auf einige Details nicht genügend eingegangen bin, könnt ihr gerne fragen

Ich habe den kompletten Code übrigens auch auf Github hochgeladen… das ist einfacher als sich alles zusammen zu kopieren.

November 17, 11:46 AM

Ich habe mich letzte Woche ein wenig mit Carsten über das “scheitern” des OpenWebs unterhalten… wen es interessiert und wer mit diskutieren will, sollte am besten bei Marcel vorbei schauen, der hat den Dialog schön zusammengefasst und um ein paar eigene Gedanken erweitert.

Marcels Fazit:

Neben dem Chaos, das das Einbinden offener Standards, oder Möchte-gern-Standards für Entwickler unattraktiv macht, gibt es noch ein weiteres Problem, dem sich das Open Web, das dezentrale Web, gegenüber sieht: Die Protagonisten, also die Fürsprecher und die, welche die Grundlagen entwerfen und weiter entwickeln, haben es bis dato versäumt, einen effektiven Hebel zu erschaffen, um Anreize für alle Seiten zu generieren, die dann zu den virtuosen selbstverstärkenden Effekten führen.

Die im Gespräch angemerkte Kurzlebigkeit der Standards ist das Gegenteil eines effektiven Hebels: Sie treibt die notwendige Entwicklerseite frustriert weg.

Ich bin im übrigen mittlerweile fast der Meinung, dass jede signifikante Weiterentwicklung von Webstandards von Unternehmen wie Google und Facebook kommen wird und muss. Denn in deren Produkten steckt der Hebel schon drin. Das bringt uns allerdings wieder zurück zu den Argumenten von Bradbury zur Abhängigkeit bei Web-APIs.

Obwohl ich das immer noch nicht so richtig wahr haben will hat Marcel mit seiner Aussage wohl den Nagel auf den Kopf getroffen. Ein aktuelles Beispiel: Schema.org! Ich beschäftige mich seit mehr als 5 Jahren mit Microformats und RDFa… für mich ist Schema.org einfach nur ignorant!
Für die meisten Webentwickler ist Schema.org aber der erste Berührungspunkt mit Websemantiken, wieso sich also weiter mit Altlasten herumplagen. Google, Microsoft und Yahoo! einigen sich auf Schema.org… ein simples Format und ein valider Usecase. Damit wird Schema.org zum neuen defacto Standard ohne je den Anspruch darauf erhoben zu haben:

schema.org is not a formal standards body. schema.org is simply a site where we document the schemas that three major search engines will support.

Der Punkt ist: Was bringens uns “Standards” von W3C und IETF wenn sie niemand unterstützt. Wir brauchen Formate die ein Bedürfnis decken und von der breiten Masse akzeptiert werden… ob man sie jetzt “Standard” nennt oder nicht!

(Um dieses Thema geht es übrigens auch in meiner Kolumne im nächsten Webstandards Magazin.)

November 14, 08:07 PM

Was das OpenWeb so kompliziert macht ist das Wörtchen “alternativ“!

  • OpenID Discovery basiert auf Meta-Tags, alternativ funktioniert aber auch XRDS(-Simple)/Yadis oder Webfinger.
  • OpenID stellt über SREG Profilinformationen bereit, alternativ aber auch über Attribute Exchange.
  • RDFa 1.1 ist folgendermaßen aufgebaut:
    <html
      prefix="foaf: http://xmlns.com/foaf/0.1/"
      >
      ...
      <span property="foaf:name">John Doe</span>
      ...
    </html>

    alternativ aber auch:

    <div vocab="http://xmlns.com/foaf/0.1/" about="#me">
      <span property="name">John Doe</span>
    </div>

    …oder:

    <div profile="http://xmlns.com/foaf/0.1/" about="#me">
      <span property="foaf:name">John Doe</span>
    </div>
  • OpenSocial, oEmbed, ActivityStrea.ms und host-meta benutzen JSON, alternativ aber auch XML
  • OAuth verschlüsselt mit HMAC-SHA1, alternativ aber auch mit RSA-SHA1 oder PLAINTEXT

To be continued…

Wie viel Komplexität man sich sparen könnte wenn man sich auf eine Variante beschränken würde.

September 28, 05:39 PM

Seit 16.09. ist das neue Webstandards-Magazin im Handel erhältlich und gerade jetzt vergess’ ich darüber zu posten… immerhin enthält es Folge 10 von Pfefferles OpenWeb

…und zur Feier des Tages gibt es ein wenig Schema.org-Bashing:

Knapp 2 Milliarden Webseiten sind mit einer hCard ausgezeichnet und RDFa verzeichnete zwischenzeitlich ein Wachstum von 510% , trotzdem haben sich Google, Yahoo! und Microsoft dazu entschlossen ein neues Format zu entwickeln.

Viel Spaß beim lesen und ich freue mich wie immer über ein bisschen Feedback.

September 23, 02:42 AM

Christian Scholz (aka MrTopf) über das neue Facebook:

Das erste grosse neue Ding: Timelines. Im Prinzip das ganze .. Leben auf Facebook [...]. [...] fehlt noch eine Antwort auf die Frage, ob ich denn mein Leben auch wieder aus Facebook herausbekomme und wenn ja, unter welcher Lizenz.

September 04, 12:53 PM

So, da sind wir wieder… mit neuem Logo, Fernsehshow und nicht mehr ganz so technisch! In der aktuellen Folge (#32) dreht sich alles um Google+: User-Zahlen, Vergleich zu Facebook, die Real Name Policy und mehr.

Den Audio-Stream findet ihr in unserem Blog und den Video-Stream auf USTREAM.

August 14, 04:13 AM

…und das Open Web kennt mindestens genau so viele Wörter für “Name”!

Ich hab mir letzte Woche mal den aktuellen Draft von OpenID Connect angeschaut und mich riesig gefreut, dass die OpenID-Community ihrer Linie treu bleibt und dem User-Schema wieder komplett neue Bezeichnungen gibt. Aber das scheint ein genereller Spaß in OpenWeb-Kreisen zu sein. Ich hab mir mal einen Spaß d’raus gemacht einzelne Bezeichnungen verschiedener “Standards” die mit Profil/User-Infos zu tun haben, zu vergleichen.

Claims für den kompletten “Namen” eines Users:

  • fn (vCard, hCard)
  • name (foaf, OpenID Connect, Facebook Connect, schema.org)
  • fullname (OpenID SREG)
  • namePerson (OpenID AX)
  • displayName (Portable Contacts, Open Social, Activity Streams)

Claims für den “Nachnamen” eines Users:

  • given name (vCard)
  • given-name (hCard)
  • lastName (foaf)
  • family_name (OpenID Connect, Facebook Connect)
  • namePerson/last (OpenID AX)
  • givenName (Portable Contact, Open Social)

Gut dass wir das W3C, die WHATWG, die IETF und diverse ander Standard-Organisationen haben die in jahrelanger Arbeit Standards wie RDF, XML, JSON, RDFa und Microdata spezifizieren und dann jeder, wie er gerade bock hat, ein Schema dafür baut

Schema.org und das Open Graph Protocol sind perfekte Beispiele dafür, wie man gekonnt bestehene Schemas ignoriert und einfach macht, wie man denkt!

P.S. Ich weiß dass man die Bezeichnung “Eskimo” eigentlich nicht mehr benutzt und wehe mir nimmt jemand den Mythos mit den 90 Wörtern für Schnee

August 09, 04:29 AM

Tantek Çelik mit einem sehr ausführlichen Bericht über Web Actions bzw. Web Intents:

A web action is the interface and user experience of taking a specific discrete action, across the web, from one site to another site or application. They’re not a specific technology but use a variety of technologies.

maunz!

abcdefghijklmnopqrstuvwxyz abcdefghijklmnopqrstuvwxyz