Unterstützung beim Eventmanagement, Redaktionelle Verwaltung Typo3, Zuarbeitung bei Projektentwicklung, Projektmanagement und Forschungsförderung
Studiengangsentwicklung, Akkreditierung, Neukonzeption und Koordination von Studiengängen, ins besondere Koordination der ingenieurwissenschaftlichen Fakultät für das Hochschulkonsortium K-DTU e.V. der Türkisch-Deutschen Universität Istanbul
Verletzen kann ich gut. Nicht nur andere, sondern vor allem auch mich selbst. Durch Restriktionen, für die es keinen objektiven Grund gibt. Durch zwanghaften Verzicht. Und auch durch körperliche Selbstverletzung. Traurigkeit und Wut wird in Handlungen kanalisiert, die einfach nur dumm sind.
Bis heute habe ich weder einen Auslöser dafür gefunden, warum ich das tue, noch es geschafft, diese Handlungen zu vermeiden wenn es mir schlecht geht.
Immerhin kann ich mich darüber freuen, dass ich mittlerweile Leute auf Twitter entfolge, statt meine Unterarme zu ritzen und dabei davon zu fantasieren, die Schnitte auf die Pulsadern zu setzen.
Warum sich alles gerade auf Twitter entlädt? Ich verbringe momentan sehr viel Zeit mit der Timeline. Ich lese beinahe alles nach, kommuniziere sehr viel über die Plattform und habe viele sehr sehr nette und tolle Leute darüber kennen gelernt. Das alles hat in der schlechten Phase wesentlichen Druck erzeugt. Ich wollte alles nach lesen, denn ich will ja nichts verpassen. Am besten live dabei sein, denn 5h später eine Reply schreiben ist ja auch dämlich. Die Zeit fehlt mir aber schlicht und ergreifend, dazu war ich sehr dünnhäutig, also sehr schnell verletzt, wenn ich nervige Replys auf meine Tweets bekam oder wenn ich nicht die erwünschte Reaktionen erhielt.
Das Entfolgen war dann eine Kurzschlussreaktion. Ich entfolgte etappenweise. Zuerst die “Elitetwitterer”, mit denen ich noch nie persönlichen Kontakt hatte. Dann diejenigen, bei deren Nickname ich keine Assoziation (oder eine negative) bekam. Es blieben ca. 60 Followings mit Lieblingstwitterern übrig. Als es mir dann schlecht ging, obwohl ich gerade einen tollen Tag hinter mir hatte, entfolgte ich bis ich nur noch 10 Followings hatte. Diese 10 Followings sind ausschließlich Accounts von Menschen, die ich persönlich kenne und darum ihre Gedanken nicht verpassen möchte sowie Menschen, die ich äußerst gerne mag, bei denen ich aber nur Twitter als Kommunikationsmedium habe.
Das Gute: Ich bin seitdem erleichtert. Wenn ich die Timeline öffne sind dort fast nur Tweets von mir selber. Das, was ich nachlesen will kann ich innerhalb von 5 Minuten nachlesen. Auch die körperliche Reaktion auf diese Art von Restriktion war derjenigen, die ich sonst beim ritzen hatte, sehr ähnlich.
Das Schlechte: Ich habe viele Leute durch mein Entfolgen verletzt. Ich weiß nicht genau warum. Aber von “Dann entfolge ich eben auch!” bis “Bitte was?” Replys gab es alles. Nur hat niemand nach dem warum gefragt. Was wohl auch gut ist, denn eine Begründung kann ich eh nicht finden. Aber: Es tut mir wirklich Leid, dass ich euch damit verletzt habe. Das wollte ich keinesfalls, ich wollte nur mich selbst treffen.
Im übrigen habe ich nicht nur auf Twitter “aufgeräumt”, sondern auch auf Instagram und Tumblr. Allerdings nicht in diesem Maße, ich nutze die Plattformen aber auch nicht so stark wie Twitter.
Ich weiß noch nicht, wie es jetzt weiter geht. Gerne hätte ich meinen Account gelöscht (meine Tweets sind ja archiviert), aber ich mag meinen Account/meinen Benutzernamen einfach viel zu gern. Die Kommunikation fehlt mir, allerdings bin ich immer noch erleichtert, wenn ich die Timeline öffne und 2h lang nichts darin passiert ist. Ich schummle allerdings ein bisschen, denn ich habe ja noch einen Zweitaccount, auf dem ich auch nur wenigen Leuten, aber teilweise anderen als im Hauptaccount folge. Vermutlich werde ich meine Followings in naher Zukunft um ein paar Leute die mir gerade besonders fehlen wieder vergrößern, aber einen Plan habe ich dafür (ausnahmsweise!) mal nicht.
You’ll be fine. You’re 25. Feeling unsure and lost is part of your path. Don’t avoid it. See what those feelings are showing you and use it. Take a breath. You’ll be okay. Even if you don’t feel okay all the time.