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So. Ich sitze also gerade vor meiner PS3 und schaue auf den Schrank darüber, auf dem sich nun mehr ca. 30 PS3 Spiele sammeln. Doch warum schreibe ich das? Nun gut. Schauen wir mal in meinen Steam Account und auch hier sind es knapp 30 Spiele. Doch wisst ihr, was das Traurige an der ganzen Sache ist? Ich habe maximal 5 Spiele aus beiden Sammlungen exzessiv gespielt und nur maximal 10 Spiele durchgespielt. Und unter den Spielen sind sehr viele AAA-Titel, die durch die Bank in den gängigen Zeitschriften und auf Webseiten mehr als 80% Wertung kassiert haben.
Doch woran liegt das? Viele würden sagen, dass es am Alter liege, aber das würde ich so nicht unterschreiben, denn einen großen Teil meiner Freizeit widme ich ja immer noch den Spielen, nur scheinbar nicht mehr den Titeln, auf welche die Masse so steht. Überhaupt. Wenn ich mir mal ins Gedächtnis rufe, mit welchen Spielen ich den Großteil meiner Zeit (mehr als 6 Monate) verbracht habe oder die in irgendeiner Weise noch nachhaltig im Gedächtnis verblieben sind, so komme ich auf nicht all zu viele, die ich nachfolgend gerne mal auflisten möchte:
Erschreckend, dass es nur EIN einziges PS2-Spiel in die Liste gepackt hat. Ich würde behaupten, dass ich, wenn ich alle Spiele zusammen nehme, die sich hier in meiner Wohnung befinden, bestimmt die 200er Marke durchbreche und von diesen 200 Spielen schaffen es nicht mal 30 auf die obige Liste. Was vollends fehlt, sind wirklich die AAA-Titel der Neuzeit. Den ganzen Call of Duty-Käse und Konsorten. Ich mag nicht behaupten, dass diese Spiele schlecht sind, aber sie begeistern mich nicht mehr. Absolut nicht. Im Grunde kann ich diese Liste sogar noch weiter verkürzen, auf die Spiele, die ich in meinem Leben wirklich wie ein bekloppter gezockt habe und immer noch zocke:
Sechs Spiele von 200, die in meinem Gehirn als DIE Spiele meines Lebens verankert sind. Und wenn ich mir meine letzten Käufe an Spiele so betrachte, so verschiebt sich das bei mir immer mehr in die Indie-Spieleszene. Derzeit zocke ich Terraria und Outland. Und beide Spiele fesseln mich mehr als alle 100 Millionen Spiele, die in letzter Zeit veröffentlicht wurden. Mir fehlt es einfach an Charme in diesen Spielen. Mir fehlt die Seele. Ich habe nicht das Gefühl, dass es den Entwicklern um den Spieler geht, sondern eher darum, möglichst viel zu blenden. Mir kommt es so vor, als würde Michael Bay in allen neuen Spielen als Produzent dienen. Die Vergewaltigungen von Mass Effect und Dragon Age in ihren Fortsetzungen ist doch exakt das Signal, wo es hingehen soll heutzutage. Vor dem Bildschirm soll also ein Idiot sitzen, der keinerlei Lust mehr hat, sich mit dem Spiel und seinen Mechanismen auseinander zu setzen, sondern nur noch von Effekten berieselt werden möchte. Ich sage ab von dem. Ich habe da keine Lust mehr drauf. Ich spiele lieber ein Braid, das mir die Liebe im Detail zeigt. Bei dem das eigentliche Spiel im Vordergrund ist und nicht die Werbekampagne dahinter. Vielleicht ist es auch der stetige Hang zum Realismus, der mich stört, sowohl in Grafik als auch in anderen Dingen. Vielleicht fehlt mir das Abstrakte, was ich früher noch nutzte, um mir selbst vorzustellen, wie der Dungeon in Wirklichkeit aussehen würde. Oder wie der Drache, der als Pixelbrei dargestellt ist, in der Realität fliegen würde. Das Denken und die Vorstellung wird mir abgenommen. Doch statt den knallharten Realismus im Gameplay durchzuhalten, wird hier die Schere maximal angesetzt. “Ausprobieren” wird verboten. Und wenn “Ausprobieren” erlaubt ist, dann ist das ganze Spiel. Man wandelt zwischen den Extremen. Alles oder Nichts. Mass Effect 2 oder Minecraft!? Dragon Age 2 oder Oblivion!? Ich bin froh, dass es Plattformen wie PSN und Steam gibt, denn nur so wird Spielern ermöglicht, für Spieler zu entwickeln ohne den Druck eines Publishers zu agieren, der die Daumenschrauben im Budget ansetzt. Vielleicht bin ich auch einfach zu anspruchsvoll, denn nur so kann ich mir meinen Hass auf die Nintendo Wii und den großen Rattenschwanz erklären, den diese “Familenkonsole” hinter sich herzieht. “Ja nicht denken.”
“Ja nicht denken.” Das scheint wohl die Message zu sein, hinter der die vielen Spiele heutzutage gepackt werden. Dann mal viel Spaß beim Zocken, ihr CODler MWler und Wii Sportler
Ich poste jetzt einfach mal meine Email, die ich gestern in einer Diskussionsrunde geschrieben hatte. Ich war da leicht gereizt, also verzeiht mir meinen Tonfall:
Seid mir nicht böse. Ich habe die Quadratur des Kreises versucht, aber bin immer an einer entscheidenden Konstante namens PI hängengeblieben, wenn ich die Funktion gegen Unendlich laufen ließ. Das kann nicht die Lösung sein? Vielleicht muss ich da mal andere Quellen zu Rate ziehen. Aber als junger Familienvater hatte ich auch Probleme, meine Hü-und-Hott-Politik und meine eine Million Kindermädchen, die sich um meine Kinder und meine Frau kümmern, während diese mit meiner schwarzen Amex am Shoppen ist, unter einen Hut zu bekommen.So. Und jetzt mal ohne Sarkasmus und Ironie. Der Kerl ist für mich die laufende Witzfigur des Jahres. Erstens sind knapp 500 Seiten für diesen Schund schon Parodie genug – hoch lebe die Karnevalszeit – und stellen damit auch noch ein Armutszeugnis für die Universität Bayreuth und noch viel schlimmer für den betreuenden Doktorvater dar, der wohl seinen Job wirklich uuuunheimlich ernst zu nehmen scheint und es nicht schaffte aus den 50% Kopien dieses Werkes nur einen einfachen Absatz als Stichprobe bei Google einzutippen. Zweitens ist es eine Beleidigung gegenüber allen Menschen, die derzeit an ihrer Dissertation arbeiten (und bedingt durch ihren Nachnamen leider nicht das Glück des Gold kackenden Esels haben), dass der Penner nicht zugibt, dass er seinen Scheißdreck noch nie im Leben selbst gelesen, geschweige denn, selbst verfasst hat.
Und das allerschlimmste ist, dass der dumme Pöbel Deutschlands wahlberechtigt ist und so einem Dünnbrettbohrer und Schauspieler noch den Rücken deckt. Es ist Betrug!! Aber – verzeiht, dass ich den Begriff nochmals verwende – dem dummen Pöbel scheint es wohl nicht ganz bewusst zu sein, welch eine Bedeutung ein akademischer Titel dieser Art für einen Politiker hat, welche Türen das öffnet und dass das Urheberrecht in der Wissenschaft wohl eines der größten Güter ist, die bestehen. Was erwartet man aber auch von Menschen, deren Wochenendbeschäftigung es ist, bei RTL für die DSDS-Y-Promis anzurufen oder aus dem Pott der Übelkeit die letzten Kotzbrocken eines Lena Songs mit dem Handy via SMS herauszufischen. Egtl gehört der Merkel für ihr unterstützendes Scharadengeblubber auch noch gleich der Titel abgenommen oder gleich dem Herrn Kohl als garnierte Weihnachtsgans mit einem Apfel im Hintern auf den Tisch gelegt. Ich denke, er würde sie mit einem Haps runtergewürgt haben.
Naja. In einem halben Jahr interessiert das eh und je niemanden mehr, da wir zu diesem Zeitpunkt wohl auch schon wieder fünfhundert Millionen Spendenmarathons und andere Heuchlereien hinter uns haben. Dann muss ich mir wieder diesen schmalzigen Schwarzkopf-Gel-Typen in Unterschichtentalkrunden anschauen, wo er sein schauspielerisches Talent abspult – in Adelskreisen lernt man ja grundsätzlich bei Tischrunden herzlich über jegliche Oberflächlichkeit zu lachen – und versucht seine Herkunft mit Jeans, Hemd und Sacko durch seinen schlechten Geschmack zu verbergen.
So. Ich denke, ich habe meiner Wut nun deutlich Ausdruck verliehen.
Bis heute Abend und entschuldigt meinen kurzzeitigen erhöhten Blutdruck.
Ich muss jetzt leider weiter an meiner Abschlussarbeit schreiben.
Viele Grüße,
Jeffrey
Da ich leider mit meinem Macbook keine zwei Monitore betreiben kann, ich aber dennoch auf diesen Komfort nicht verzichten möchte, habe ich mich daran gemacht, auf meinem Desktop PC Snow Leopard zu installieren.
Seit Apple ihre PowerPCs eingemottet hat, ist rund um dieses Thema eine riesen Community entstanden mit Tools, Bootloader, Kernel Extensions und allem, was dazu gehört.
Erste Anlaufstellen sind hierbei:
Mit diesen beiden Seiten war es mir ohne Probleme möglich, meinen Rechner zum Laufen zu bringen.
Bevor man jedoch anfängt zu träumen, sollte man zuerst in einer Community geführten Kompatibilitätslitste überprüfen, ob denn mit Mainboard, CPU und Grafikkarte keinerlei Probleme bei der Installation aufkommen. Mittlerweile ist der Bootloader, um OSX zu starten, so dermaßen optimiert, dass nur noch sehr wenige Kernel-Extensions (so genannte ketx) dem Betriebssystem hinzugefügt werden müssen.
Vorab muss doch ein wenig Arbeit investiert werden, dass man überhaupt in den Genuss des Installers kommt. Das allerwichtigste ist natürlich eine Snow Leopard Installations DVD. Da das OS für 29 Euro doch erschwinglich ist, sollte das keinerlei Problem sein.
Haltet euch an das “Preparation”-Kapitel von diesem Guide. Letztendlich wird dort das Folgende gemacht:
Ich möchte euch bitten, dass ihr nicht die DSDT.aml nutzt, die in dem Guide mitgeliefert wird. Was ist egtl diese DSDT? Nun ja. Letztendlich ist es eine Beschreibung eurer Hardware-Komponenten, die OSX dann nutzt, um die passenden Treiber zu initialisieren. Da die ACPI nur unzureichend vorhanden sind in OSX, nutzt OSX DSDT-Dateien, die eben ACPI ersetzen. Richtig ist sogar, dass der Bootloader die DSDT nimmt und OSX vorgaukelt, ein Mac zu sein.
Überhaupt ist der Bootloader wohl das mächtigste Werkzeug in diesem ganzen Toolset. Nur mit ihm ist es überhaupt möglich, den Installer und das Betriebssystem zu starten. Denn OSX benötigt EFI, welches auf 99% der aktuellen Rechner nicht vorhanden ist. Der Bootloader emuliert nun das Ganze und somit ist es möglich, den Apfel auf den Desktop PC zu bekommen.
Der Workflow lautet also, dass ihr die DSDT aus eurem Laufendem System extrahieren müsst: ACPI -> DSDT -> patchen -> kompilieren. Vor einiger Zeit durfte man das noch per Hand machen. Mittlerweile funktioniert die Geschichte aber mit dem DSDT-Auto-Patcher sehr einfach. Grundsätzlich könnt ihr davon ausgehen, dass wenn euer Mainboard in der Liste von dem DSDT-Patcher auftaucht, die Installation und der spätere Betrieb bis auf ein paar Kleinigkeiten reibungslos ablaufen wird.
Haltet euch also an den Guide und kopiert dann eure DSDT.aml in den Extra-Folder auf den bootbaren USB-Stick. Mit eurer DSDT sollte das System nun laufen wie geschmiert. Haltet euch nun weiterhin an den Guide.
Nachdem die Installation von OSX gelaufen ist, müsst ihr abermals vom USB Stick booten, aber diesmal nicht die Installation sondern euer frisch installiertes OSX auswählen. Denkt dran: EFI muss emuliert werden, dass OSX startet. Und EFI wird DERZEIT nur von eurem USB bereitgestellt.
Freut euch. Denn normalerweise läuft das System schon wunderbar. Weiter im Guide werdet ihr nun den Bootloader – analog wie ihr es schon für den USB-Stick gemacht habt – nun auf eure Partition kloppen. Danach kopiert ihr den Extra-Folder, wie er ist, auf die Chameleon-Partition.
Für was ist der Extra-Folder? Eigentlich ist dieser Folder die Essenz eures ganzen Systems, denn der Bootloader injiziert die Bestandteile dieses Folders beim Start in euer OSX. Für was ist das nütze? Bei Updates. Ihr könnt somit euer OSX komplett vanilla belassen, Updates nutzen und Änderungen werden lose gekapselt nur vom Bootloader injiziert. Somit minimiert man auch die Fehlerquellen. Sollte etwas nicht mehr laufen, obwohl es das vorher tat, so müsst ihr nur euren Extra-Folder anpassen und rebooten.
Somit ist mein Extra-Folder (siehe unteres Bild) sehr klein, da ein Großteil von OSX über die DSDT erkannt wird.
Bei mir lief egtl das ganze System. Lediglich der On-Board-Sound machte Zicken und benötigte eine Kernel-Extension, die ich hier gefunden habe. Bitte überprüft den Chipsatz des Onboard-Sounds und macht euch dann auf die Suche in den Foren. Oftmals findet man nach 2 Minuten suchen schon eine Lösung – auch für exotische Chips. Wenn alle Stricke reißen, so gibt es immer noch die Eier legende Wollmilchsau namens VoodooHDA.kext, die aus dem OpenBSD-Projekt portiert wurde.
Auch schon passiert. Keine Panik. Es lässt sich so gut wie Alles wieder rückgängig machen, wenn ihr für Backups gesorgt habt. Letztendlich müsst ihr nur in ganz, ganz, ganz, ganz seltenenen Fällen an den kext’s von OSX rumpfuschen. Solltet ihr dadurch euer System zerschossen haben, so müsst ihr im Chameleon-Bootloader das OSX im Single-User-Betrieb booten und das Ganze mit der Konsole fixen.
Haltet euch an folgendes How-To, um die kext’s wieder herzustellen, den Extension-Cache zu löschen und OSX wieder zu reparieren. Wie oben bereits erwähnt, muss man meist nur ein bis zwei Kexts wieder löschen oder ersetzen und schon läuft das System wieder.
Da ich mich schon seit mehr als zwei Jahre mit dem Thema beschäftige, wusste ich leicht, wo ich suchen muss und an welchen Stellen ich die Kernel Panics beseitigen kann. Insgesamt erinnerte mich die Installation ein wenig an meine Gentoo-Odysee, die ich Jahre zuvor schon mal durchlebt habe, nur mit weniger Zwischenfällen und deutlich einfacherer. Durch den obig genannten Guide war aber die Installation sehr einfach und das System läuft wie geschmiert. Es ist halt Arbeit, die sich aber dann wirklich lohnt, denn OSX ist und bleibt ein schönes Betriebssystem, was den Spagat zwischen Casual und Programmierer gut schafft.
Gleich vorab: Ich bin kein Apple-Fanboy. Ich besitze von allen möglichen Herstellern die passenden Geräte. Sei es Android, Windows, OSX, Linux, etc. etc. Mich kümmert es relativ wenig, ob da jetzt ein Microsoft oder ein Apple-Logo auf dem Gerät ist. Es muss mir gefallen. Ich muss damit zurechtkommen. Und ich bezahle dafür auch gerne viel.
Das ist auch kein klassisches Review. Es soll lediglich darstellen, wie ich das iPad in meinem Alltag bewerte und was meine Bedenken sind.
Bevor jetzt wieder irgendwelche Flames kommen bezüglich eines Apple Produktes, so muss ich diesmal zuerst erwähnen, wie ich damals abgegangen bin, als Kollegen mir ihr iPad zeigten und ich es schlicht und einfach idiotisch fand.
Ich hatte grundsätzlich die folgenden Bedenken, die mich vollends überzeugten, es damals NICHT zu kaufen:
Nun geschah es vor zwei Wochen, dass ich meinen Beamer, der eh und je nur in der Ecke versauert seit ich mir einen Flachbildschirm geholt habe, verkaufte und nun auf heißen Kohlen saß, wie ich das erworbene Geld wieder sinnlos verschwenden kann. Ein Kollege innerhalb der SAP musste zur Geschäftsreise in die USA und so überlegte ich mir, dass ich mir das iPad einfach mal mitbringen lasse und wenn es Müll ist, wie ich oben schon ahnte, so würde ich es gewinnbringend einfach wieder verkaufen. Ich entschied mich als für das iPad 16GB mit 3G, bei dem ich zur deutschen Version etwa 100 Euro billiger wegkomme.
Letzte Woche Sonntag holte ich es also bei ihm ab und konnte nun eine Woche wie bekloppt testen.
Was wollte ich nun mit dem iPad erreichen? Ich weiß es nicht direkt. Ich denke, ich habe versucht, meine PC-Gewohnheit durch das iPad zu ersetzen. Soll also heißen, dass ich mit dem iPad vorm Rechner saß und z.B. im Internet damit surfte. Oder damit meine eMails abrufte, obwohl ich Outlook auf zwei 24 Zoll Bildschirmen nutzen kann. Oder Instant Messaging. Oder..oder..oder. Alles, was ich nutzte, hatte ich schon. Ich sitze vor einem fucking Rechner mit meinem iPad und versuche nun mit diesem Popel-Gerät irgendwelche Dinge zu ersetzen, auf die ich eh und je nicht verzichten kann. Dementsprechend war dann auch meine Stimmung am Abend.
Zu erwähnen ist noch, dass ich zu diesem Zeitpunkt noch keine zweite SIM-Karte hatte, die ich aber bei O2 schon beantragt hatte und die damals auch jederzeit kommen konnte. So bewegte ich mich also dann am Montag ins Geschäft. Alle schauten mich mit großen Augen an, ob ich denn nun Freudensprünge mache und dem war erst Mal nicht so. Das Gerät war gut. Wirklich sehr gut. Aber ich sah da noch keinen Sinn darin, warum ich das Gerät lieber nutzen sollte, als meinen Rechner.
Meine SIM-Karten kamen an. Eingesetzt, aktiviert, mein iPad war nun im 3G-Netz. Da ich den ganzen Tag vorm Rechner im Geschäft saß, wollte ich mich erstmal gemütlich auf die Couch setzen und mich mit Boulevard, Soaps und sinnlosem Scheiß berieseln lassen. Während ich nun also auf der Couch saß, schnappte ich mir das iPad und hockte mich da mit meinem Abend-Brot hin. Lässig. Das iPad lag aufm Tisch. Ich checkte meine Mails, surfte im Internet, beantwortete ein paar Tweets und da war es. Das “Aha”-Erlebnis. Es war einfach genial. Ohne viel Aufwand und Geschiss habe ich die Dinge gemacht, für die ich mich normalweise ungemütlich vor den Rechner oder vors Notebook pflanzen hätte müssen. Man nehme das iPad in die Hand. Drücke auf die passende App. Und es funktioniert. Kein Hochfahren. Kein Warten. Kein Einloggen. Kein..kein..kein. Es geht. Schnell und einfach. Ist es das jetzt, was in einer Simpons-Folge propagiert wurde? Ich ändere mich für das Gerät, dass ich es gut finde? War es das? Ich weiß es nicht. Und ich würde so etwas nicht tun.
Ich denke, dass ich vollkommen falsch an das Gerät herangegangen bin. Ich habe versucht, das Gerät mit Dingen zu vergleichen, die in meinem Alltag absolut etabliert sind. Das es dabei abstinkt, ist die logische Konsequenz. Man muss anders an das iPad herangehen. Man muss seinen Alltag vollkommen gleich gestalten, aber das iPad darin integrieren ohne das Notebook oder den heimischen Rechner damit verdrängen zu wollen.
Ein Bespiel:
Mein Abend gestaltet sich normalerweise so, dass ich bis in die Puppen vor dem Rechner sitze, ich dann irgendwann merke, dass mir der Sabber aus dem Mundwinkel läuft und ich mich dann ins Bett schmeiße. Ich verbringe auch nicht sonderlich sinnvoll den Abend vor dem Rechner, – es sei denn, ich programmiere mal etwas – sondern surfe meisten sinnlos durch das Web, Wikipedia und Blogs, bis ich merke, dass ich wieder 2 Stunden meines Lebens verplempert habe, die ich am nächsten Tag mit 5 Red Bull Dosen wieder aufholen muss. Mit dem iPad läuft das jetzt irgendwie anders. Ich lege mich meistens früher ins Bett, halte das iPad wie ein Buch vor meine Nase, zocke dann noch bisschen was casual-mäßiges, surfe noch paar Sachen ab und werde meistens – da ich ja im Bett LIEGE – so müde, dass ich einschlafe. Es ist schlicht und einfach erholsamer.
Die allergrößte Stärke ist die Möglichkeit mit 3G unterwegs ins Netz zu gehen. Ich rede jetzt nicht davon, mal kurz was nachzuschlagen, sondern in der Bahn zu sitzen und sich 30 Minuten damit beschäftigen zu können. Sei es durch Lesen, Surfen, Spielen, Arbeiten (dazu später), Musik hören oder Film schauen. Kein Vergleich zu meinem Handy. Und es geht fix. Ich muss nicht erst im 4er Sitz meinen Nachbar mit dem Ellbogen zum Krüppel schlagen, bis ich das Notebook auf dem Schoß geöffnet habe, nein, ich greife kurz in meine Arbeitstasche und habe sofort Zugriff auf grundsätzlich ALLES. In einem angenehmen Format und mit ewig dauernder Akku-Leistung (ca. 10 Stunden). Das war dann auch der Moment, wo ich mir sagte, dass ich das iPad so schnell nicht verkaufen werde, denn bis auf das Galaxy Tab, kann mir derzeit kein anderes Gerät diesen Komfort bieten. Keines.
Zwei Argumente von oben bestehen noch:
Kein eInk
Ursprünglich war ich auf der Suche nach einem eBook-Reader. Und habe auch hier wieder versucht, das iPad als eBook-Reader zu verstehen. Das ist es nicht. Das Display ist überragend. Von seiner Qualität und seinen Farben wohl das Beste, was ich bisher gesehen habe (abseits von Eizo Monitoren , aber es ist nicht zu vergleichen mit dem Anwendungsfall eines eBook-Readers. Für diejenigen, die ein Gerät suchen, um Bücher zu lesen: Lasst die Finger vom iPad. Ihr werdet damit nicht glücklich werden. Man kann damit Bücher lesen. Sicherlich. Aber es wird anstrengend. Ich benutze das iPad zum schnellen Nachschlagen von Referenzen. Gerade neben der Thesis ist es schön, das PDF zu einer Programmiersprache im iPad geöffnet zu haben und damit zu lesen, als es unnötig platzverschwendent auf seinem Rechner zu lesen.
Nichtdestotrotz: Wollte ihr Romane lesen, dann kauft euch einen Kindle.
Der Preis
Es ist Apple. Mehr kann ich da nicht hinzufügen. Und über den Sinn eines Gadgets in dieser Preisklasse lässt sich sicherlich streiten. Aber es lässt sich über alles mögliche streiten, wenn wir das rational betrachten. Ist denn der Kauf eines 55″ Bildschirms nötig, wenn man schon einen 46″ zuhause hat? Warum hole ich mir Kopfhörer für 150 Euro, wenn ich schon welche für 80 habe? Warum..warum..warum? Leute. Hört auf, den anderen vorzuschreiben, was sie sich kaufen. Der Wert des Gekauften liegt im Auge des Nutzers und Käufers, nicht in der des Betrachters
Ich bin mit dem Kauf bisher sehr zufrieden und bereue es nicht. Das iPad ist eine Bereicherung, man muss sich aber im Klaren sein, dass es kein Ersatz darstellt, sondern in die Nischen des Alltags eindringt, in denen bisher der Zugang in die digitale Welt so nur umständlich und ungemütlich möglich war.
Ich werde in einem zusätzlichen Beitrag (später) noch darstellen, welche Apps ich nutze und wie ich das iPad auch in meinem Arbeitsleben integriere.
“Geh doch zur SAPPHIRE!” haben sie gesagt. “Schau dir mal Frankfurt an!” haben sie gesagt. “Abends kannst du ja im Zimmer lernen!” haben sie gesagt. “Abends mit den Kollegen dort weggehen. Networking!” haben sie gesagt.
Oder einfach nur tot umfallen und sabbernd in der Ecke liegen.
So lässt sich kurz beschreiben wie mein letzte Messe war. Nur um vorweg zu nehmen. Ich hab schon viel Stress erlebt in Projekten, Hochschule, Sport oder sonstwo, aber dieser Event hat wohl allen Beteiligten ALLES abverlangt, was nur möglich ist. Ich werde Beitrag chronologisch schreiben und man verzeihe mir öfters meinen Sarkasmus. Dann wollen wir damit beginnen, was eigentlich das Projektziel des Ganzen war und warum zur Hölle ich zu dieser Messe musste.
Also. Kurz zu mir. Ich arbeite im Marketing und was wir in unserer Abteilung tun, ist eigentlich Demos entwickeln. Wir schnappen uns gewisse Geschäftsprozesse der SAP Systeme, basteln den Prozess in Adobe Flex nach. Dadurch, dass wir eine sehr nerdige Abteilung sind, haben wir uns aber auch für viele andere Sachen etabliert. Wir sind also mittlerweile zu einer Art Elite-Einheit der SAP mutiert, die dann gerufen wird, wenn es darum geht, Dinge möglichst fancy zu präsentieren oder einfach mal ein paar Spielereien umzusetzen.
So war es auch diesmal.
Um den Sinn des Projektes als solcher zu erläutern, ist es vlt erstmal nötig, den Begriff SAPPHIRE an sich zu klären. Was ist denn die SAPPHIRE? Kurz um ist die SAPPHIRE eine von der SAP AG veranstaltete Messe, die es ermöglicht SAP-Kunden weltweit einzuladen und dort auch Großkunden der SAP die Chance zu geben, ihre Produkte an den Mann zu bringen. Also nichts anderes als ein Maimarkt Mannheim auf IT-Ebene und auf SAP und deren Produkte reduziert. Die SAPPHIRE findet gewöhnlich auf zwei verschiedenen Kontinenten zu verschiedenen Terminen statt. Einmal auf Europa und Umkreis bezogen (im folgenden EMEA) und dann noch auf US-Ebene. Da letztes Jahr der Böse Bubu namens “Weltwirtschaftskrise” angeführt von einem Herrn Lehmann allen in die Suppe gespuckt hatte, fiel diese Messe aus und SAP dachte sich, dass man dieses Jahr umso mehr auf den Putz hauen muss. Die Überlegung war also, dass die SAPPHIRE zeitgleich an zwei verschiedenen Orten stattfindet und soviel wie nur möglich miteinander kommuniziert, agiert und präsentiert wird. Social Media soll eine große Rolle spielen und überhaupt sollen die Grenzen der Kontinente nicht spürbar sein.
Nachdem das Konzept relativ oder eher UNHEIMLICH früh – ich glaube mich zu erinnern, dass es wohl 3 Monate vor Messebeginn war (man möge mich hierbei verbessern) – stand, klingelte es bei unserer Abteilung an, dass wir uns doch was fanciges, tolles ausdenken sollen, was in dieses ganze Konzept passt.
Nach etlichen Spinnereien und nur noch knapp vier Wochen Zeit, massig Prototyping, Recherchen, Machbarkeitsstudien und Budgetkalkulationen kamen wir dann zu folgendem Ergebnis:
Die Touchwall lagerten wir aus an www.sedna.de. Die Jungs kennen sich damit aus, sind Geeks und die kriegen das in der Zeit hin. Die Touchsmarts und alles, was damit zu tun hatte, blieb bei uns. Und wir hatten ca 3 Wochen dafür, dass Ganze umzusetzen, so dass es sich mehr als 20k Besucher dort anschauen können.
Da wir wussten, dass der Content von anderen Instanzen zusammengestellt wird (also die Informationen zu dem jeweiligen Themenbereich in der der Touchsmart steht), mussten wir so dynamisch sein, dass wir Module verwendeten und die Module mit XML-Dependency dann zur Laufzeit einspeisen konnte. Ich sage bewusst “zur Laufzeit” da wir uns zu 100% sicher waren, dass etlicher Content zur Messe-Eröffnung wohl noch nicht verfügbar sein wird und wir das Zeug dann später einspritzen müssen. Wohlgemerkt 70 Touchsmarts in Orlando und 60 in Frankfurt. Die Idee war also, dass wir ein eigenes VLan nutzen, in welcher nur der Server eine Connection nach draußen hat (aus Sicherheitsgründen) und der Server den Content über eine Eigenentwicklung den Content an alle Clients pusht über das Netzwerk. Ich erwähne das deshalb nochmal, da das später noch eine essentielle Rolle spielen wird.
Das Team wurde gesplittet. Projektverantwortlicher (der gute Stefan) und zusätzliche drei Jungs (Daniel, Alex und Denis) von uns gingen nach Orlando. Gunar, Nico und ich wurden nach Frankfurt geschickt. Wir wussten also, dass Zeitverschiebung noch Probleme mit sich bringen könnte. Alex sorgte in Orlando für Content und hatte vor, den Content jeden Tag immer ein bisschen was ins Repository zu commiten, dass wir sukzessive übers Netzwerk pushen konnten.Der Plan war bombensicher – so glaubten wir. Wir hatten das Framework, wir hatten den Content-Ownern Beine gemacht, wir hatten nach Orlando 80 Touchsmarts und 2 Server mitgenommen, und wir waren heiß. Denn wir sind ja Cracks und die allertollsten Hechte – glaubten wir auch
Hach Gott waren wir heiß, wir wollten da hin und alle so richtig wegflashen mit unseren Ideen. Da wir die Server nicht mit der Logistik mitschicken konnten bedingt durch zu späte Updates auf ihr, musste einer von uns fahren – das war ich. Plan war, dass wir um 9 Uhr in der Messehalle stehen, uns mit einem Verantwortlichen für unsere Kioske (ein Kiosk steht immer in einem Themenbereich und hat an vier Seiten jeweils ein Touchscreen) zu treffen, und dann abzumachen, wie wir die Dinger da dran hängen, ans Netz bekommen und möglichst schnell unsere Tests fahren können mit unserem Tool in unserem eigens dort eingerichteten IT-Raum nur für uns und den Jungs von Sedna (die Geeks von der Touchwall s.o.). Jaaa. Wieder ein Plan. Mensch. Drei studierte Informatiker, die für alles einen Plan haben, warten darauf, richtig loszulegen – Gott, was waren wir heiß. (die Jungs in Orlando waren miiiiindestens genauso super vorbereitet und warteten nur darauf, endlich damit loszulegen)
Also. 6 Uhr aufstehen – an einem FUCKING FEIERTAG. Die Business-Kasper-Mode eingepackt (von Sonntag bis Mittwoch war Anzugspflicht) und losgepaced nach Walldorf um die anderen Heißsporne mit den Servern dort abzuholen. 7 Uhr war ich dann in Walldorf, hab Gunar und Nico ins Auto von ein paar Japanern reindrücken lassen (ungefähr so) und dann konnten wir auch losdüsen. Warum ich die Japaner erwähne? Ich fahre einen Kompaktwagen (Peugeot 207), wir haben drei Koffer, Kleidersäcke für Anzug, zwei Server mit Tastaturen und etlichen anderen Kram und wir mussten sogar noch völlig unerwartet unsere Körper dazu quetschen, dass wir nach Frankfurt kommen konnten. Da unsere Informatik-Ausbildung auch das Apnoetauchen beinhaltet, konnten wir durch Luft anhalten und Bauch einziehen unsere Körper auch so komprimieren, dass das Lenkrad noch mit Mund und Zunge zu bewegen war. Gangschaltung war nicht mehr nötig, da wir mit dem Gewicht eh nur im ersten Gang fahren konnten
8.30 Uhr Ankunft. Wir haben ein Navigationssystem, der Herr HansHans führt uns ja hundert Pro ans richtige Ziel. Parkplatz 3.1. Da wollten wir hin. Messegelände. Wird schon. Als das Navigationssystem dann sagte “Sie sind an ihrem Ziel angekommen” und das Messegelände zwar zu sehen war, aber mehrere Hochhäuser noch davor standen, hatte mir dann Nico in einem eloquenten und geistreichen Kommentar klar gemacht, dass er denke, wir seien falsch. Nochmal Danke dafür, Nico. Ich wollte dort schon mitten auf der Bundesstraße aussteigen und die Server abladen, wenn ich dich nicht gehabt hätte. Gunar, der auf der Rückbank saß, konnte bedingt durch seinen Platz nur mit Grunzlauten in Verbindung mit Morsecode antworten. Ich bin kein Schwein, Morsecode kann ich auch nicht –> ignore. Ok. HansHans wurde ausgemacht, Schilder gucken. Nach dem wir durch eine Tiefgarage gefahren sind, standen wir zumindest vor einem Tor, dass zu Halle 3 führte. Wir also dort geparkt, unsere wichtigen Messeeinladungen und Staff-Bestätigungen im Hüfthalter bereit zum Betätigen und Security angelabert, ob wir denn hier richtig seien. “Jaaaaa. Ihr seid ihr richtig bei Halle 3. Aber nicht Bei Parkplatz 3.1. Der ist nämlich auf der anderen Seite der Halle. In der MITTE des Messegeländes.” Konsequenz. Wir müssten ans andere Ende des Messegeländes fahren, dass wir dann auf dem Messegelände in die Mitte fahren durften.
Es war nicht schlimm. Wir wurden nur 5 mal auf der Messe angehalten und durften auch nur 5 mal sagen, wo wir hin wollten und wir wurden auch nur 5 mal einfach weiterfahren gelassen. So um 9 Uhr waren wir dann da. Uns wurde aber schlicht der Einlass verwehrt, da wir keine Badges hatten, die uns als “SAP IT” auszeichneten. Wir suchten also den komischen Schalter, um uns besagte Badges zu besorgen. Nachdem wir dann einmal um die Halle gelaufen sind – keine Angst, es waren nur gefühlte 10km (aber Laufen sollte noch ein wichtiger Punkt in unserem Messedasein sein), wurde uns gesagt, dass wir die Badges doch schon in Walldorf bestellt haben sollten. Gunar und ich guckten Nico mit einem WTF an, der das Zeug mit IT händeln sollte und er verneinte. Nico arbeitet bei IT, war aber voll in diesem Projekt jetzt involviert. Er händelte die ganze Servergeschichte und dort die Logistik von unserem Kram. Also musste Nico seinen Boss hier auf der Messe anrufen und ihm beichten, dass er das vergessen hatte. Besagter Herr kam dann irgendwann um die Ecke und gab uns dann unsere Badges.
Rein aufs Messegelände und erstmal einen Schreck bekommen, dass es schlicht und einfach eine Großbaustelle war. Es stand NICHTS. Messebauer rannten rum. Stahlträger würden hochgezogen. Überall wuselte es und überhaupt war es laut, arschkalt (wir waren ab dem Zeitpunkt nicht mehr heiß) und wir wussten, dass wir unseren Plan genau jetzt höchstens noch für den Allerwertesten nutzen konnten. Zumindest wenn es ums Zeitfenster geht. Nico hatte ja vorab mit einem Verantwortlichen von der Messebaufirma gesprochen, der uns dort zur Hand gehen würde mit dem Aufbau unsere Touchsmarts. Ich weiss nicht warum, aber wohl jeder Messebauer hatte uns sofort in eine Schublade gesteckt und dementsprechend schneeeeeeeeeee..zzzZzzZzzZzz…langsam wurde uns dort auch geholfen. Nach etlicher Fragerei hat sich herausgestellt, dass der Verantwortliche gar nicht auf das Messegelände mitgekommen ist und sowieso gäbe es ja noch Ärger mit unseren Kiosken seitens der Soundsysteme. Wir hatten mit den Leuten vom Sound so nichts zu tun, es hieß einfach nur, dass sie sich um die Soundanlage kümmern würden. Da wir ja SAP sind, haben wir halt auch – so sparsam wie wir sind – dann einen kompakten Dinosaurier von Verstärker bestellt bekommen, der nicht in die vorgesehene Schranktür passte, wo Switch, Steckdosen und Verstärker ihren Platz finden sollten. Also musste man sich nun überlegen, wie man den Verstärker irgendwie in das Gesamtkonstrukt bringen konnte (siehe hier)….
[More days to come - 5 Tage - Artikel wird am Wochenende fertig geschrieben.]
Einen wunderschönen, guten Morgen allerseits. Da ich derzeit auf HR warte, dass diese meinen Werkstudentenvertrag geregelt bekommen, dachte ich mir, ich tue mal etwas Nützliches und teile ein wenig mit anderen mein Wissen über Präsentationen.
Grundsätzlich musste ich bisher während meinem Studium sehr viel präsentieren. Gerade im Software-Entwicklungsprojekt. Ich mag auch das Präsentieren. Ich rede gerne vor anderen und ich war früher auch der Klassenclown. Soviel zu den Voraussetzungen, mit denen ich an das Thema Präsentation herangegangen bin.
Ich versuche das Thema evolutionär zu beschreibe und beginne somit mit meinen Anfängen und beende das Thema mit meinem jetzigen Wissensstand. Ich bekomme mittlerweile sehr gutes Feedback zu meinen Präsentationen und werde auch öfters gefragt, wie ich denn das mache. Anhand welcher Richtlinien ich meinen Vortrag aufbaue und wie ich meine Folien gestalte. Dass ich noch viel zu lernen habe, dem bin ich mir bewusst, dass ich von meinem Wissen auch abgeben kann, das tue ich nun.
Uffz. Es hat einen also erwischt. Man hat irgendein bescheuertes Thema bekommen, über das man einen sinnvollen Vortrag halten soll. Die Vorgehensweise ist nun diese:
Während dem Vortrag dann drauf achten, dass man:
Ganz so schlimm wie oben beschrieben waren meine Vorträge nicht, da ich durch das Theaterspielen die Improvisation liebe und eh und je keinen Zettel in der Hand halte. Das gilt für mich, aber ich sehe immer wieder Menschen, die exakt wie oben beschrieben einen Vortrag halten. Das Erschreckende daran ist, dass dies auch Professoren und Trainer tun, die ja eigentlich wissen sollten, wie man es anders machen kann.
Die Folien hingegen, die waren auch bei mir wie oben beschrieben. Da die Zeit eh knapp ist, möchte man ja soviel Informationen wie nur möglich auf den Folien unterkriegen. Animationen sind auch sehr gut. Und ab geht die Lucy. Wie Folien aussehen, die man zu Beginn seiner “Karriere” gestaltet, findet sich hier.
Jap, die obigen Punkte sind definitiv die Dinge, die man nicht machen soll. Und zwar ALLE.
Man schaut sich selbst ein paar gute Vorträge an. Das mag sich nun etwas komisch anhören, aber learning-by-viewing ist wohl der erste Schritt, wenn wir lernen möchten, wie wir gute Vorträge machen. Grundsätzlich kann ich jedem nur die Seite www.ted.com empfehlen. Macht mir einen Gefallen und schaut euch Vorträge an, die euch grundsätzlich NICHTinteressieren. Bei denen euch das Thema total am Hintern vorbeigeht und ihr euch ohne jegliches Vorwissen an die Präsentation wagt. Schaut euch zwei, drei Vorträge an. Grundsätzlich habe ich noch keine richtig, schlechten Vorträge gefunden, aber dennoch ergibt sich bei vielen Vorträgen ein Gefühl von “Wow, das war echt cool”. Nun denkt darüber nach, warum ihr das cool fandet. Schreibt euch exakt auf, was ihr gut fandet. Und ich sage bewusst: Schreibt es euch auf. Denn ihr könnt diese Dinge ohne schlechtes Gewissen dann auch für eure Präsentationen verwenden. Ich werde später noch eine Auflistung machen, bei denen sicherlich etliche Punkte mit euren aufgeschrieben übereinstimmen.
So. Nachdem wir jetzt genügend Präsentationen müllig gemacht haben, wollen wir nun beginnen, das Feld von hinten aufzuräumen.
Großartig. Neues Thema. Aber diesmal machen wir das anders. Bevor wir überhaupt nur daran denken, eine neue Folie zu gestalten, muss uns der zeitliche Rahmen bewusst sein. Wie viele Minuten haben wir genau? Möchte ich das Thema oberflächlich ankratzen oder ein Bereich davon detaillierter angehen?
Grundsätzlich nehme ich mir ca. 3-4 Tage Zeit, nur Lektüre, Wikipedia und Papers zu lesen, um alles an Informationen zu sammeln, was nur in die Birne geht. Am 5. Tag mache ich ein Brainstorming. Ich schreibe alle Begriffe auf, die im Gedächtnis geblieben sind und versuche diese dann zu kategorisieren. Oftmals ist es so, dass eben diese Kategorien dann die Agenda und den roten Faden der Präsentation widerspiegeln. Bitte denkt nochmal über das Thema Zeit nach. Es ist oftmals unmöglich alle Punkte der (vorläufigen) Agenda in der begrenzten Zeit abzudecken. Kürzen ist also angesagt: Entweder alle Punkte oberflächlich oder ein, zwei Teile sehr detailliert.
Ein sehr gutes Tool, was ich übrigens auch für andere Dinge wie Abschlussarbeiten, Projektübersichten und Ideen nutze, ist MindManager von Mindjet. Wenn ihr Student seid, dann bekommt ihr das sogar kostenlos und könnt sofort loslegen. Es lohnt sich also mal im Rechenzentrum nachzufragen.
Man sollte sich, bevor man mit den Folien beginnt, nochmals fragen, was das Ziel seiner Präsentation ist:
Letztendlich geht es also um die Nachhaltigkeit des Vortrags: Sustainability (Achtung – Buzzword). Diese Fragen sind nicht nur entscheidend für die Gesamtpräsentation, sondern man soll sich bei jeder Folie auf die obigen Fragen berufen.
Immer wenn ich eine Folie beginne, frage ich mich, welches Ziel diese Folie hat. Sobald ich merke, dass die Folie nicht EINDEUTIG in ihrer Zielstellung ist, hat sie womöglich zu viele und unnötige Informationen und verfehlt somit ihr didaktisches Ziel. Ich werde diesen Punkt später nochmals aufgreifen, wenn es um die Gestaltung der Folien geht.
Es gibt kein Patentrezept für den perfekten Aufbau, da der Aufbau von der Kreativität und der Redegewandtheit des Vortragenden abhängt. Gerade im Studium und bei dortigen Vorträgen kann sich aber an folgendes Schema halten:
Das Deckblatt sollte niemals unterschätzt werden. Es ist eben die Folie die meist schon vom Beamer projiziert wird, während das “Publikum” den Raum betritt. Es soll somit schon vor dem eigentlichen Vortrag das Interesse wecken. Des Weiteren ist diese Folie die wohl am längsten gezeigte. Die Folie sollte also ansprechend gestaltet sein und die Neugierde beim Zuschauer wecken. Verglichen mit einem Teaser. Nur statt 300 Frames EINEN einzigen Es empfiehlt sich ein Foto oder eine Zeichnung in Analogie zum Thema zu wählen. Nicht zu offensichtlich, vielleicht etwas abstrakteres. Der Zuschauer soll denken “Hmm…was hat das Bild mit dem Thema zu tun?” und der Aha-Effekt sorgt dann für die Nachhaltigkeit. Ganz einfach, oder? Eben nicht. Der Schuss kann ganz schnell nach hinten losgehen. Der Zuschauer findet das Bild absolut unnötig und geht schon voreingenommen an die Präsentation bevor sie eigentlich begonnen hat. Wenn ihr also das Gefühl habt, das Bild könne nicht mit dem Thema in Verbindung gebracht werden, dann macht es offensichtlicher.
Erzählt euren Zuhörern, was sie erwartet während der Präsentation. Eine kurze Übersicht. Eine Einleitung.
Leitet jedes Kapitel analog zum Deckblatt (mit Bild) ein. Versucht den roten Faden mithilfe der vorigen Folie zu erhalten.
Nutzt ein Kapitel dafür, den Zuhörern noch Appetit auf Themen zu machen, die so ihren Weg nicht in den Vortrag geschafft haben. Gebt ihnen Lektüre / Webseiten und Anregungen, um auch nach dem Vortrag sich weiter mit dem Thema beschäftigen zu können – nachhaltig sein.
Höh? Inhalt der Folie? Was ist denn mit der Gestaltung? Bevor wir mit der Gestaltung beginnen, sollten wir uns mal Gedanken machen, wie wir die einer jeden Folie, die wir ja schon vorher definiert haben, so auch dem Zuhörer klar machen. Habt ihr euch schon mal gefragt, warum ihr idiotische Werbesprüche, Urban Myth oder Fakten viel leichter merken könnt, als die Formeln in Physik oder Mathe? Menschen bleiben Dinge leichter im Gedächtnis, wenn sie sich an die folgenden Regeln halten, wie sie auch im Buch Made to Stick beschrieben sind. Am leichtesten lassen sich die Regeln mit dem Akronym SUCCESS merken:
SIMPLE
“It’s hard to make ideas stick in a noisy, unpredictable, chaotic environment. If we’re to succeed, the first step is this: Be simple. Not simple in terms of ‘dumbing down’ or ‘sound bites.’ What we mean by ‘simple’ is finding the core of the idea. ‘Finding the core’ means stripping an idea down to its most critical essence.” (pgs. 27, 28)
UNEXPECTED
“The most basic way to get someone’s attention is this: Break a pattern. Humans adapt incredibly quickly to consistent patterns. Figure out what is counterintuitive about the message—i.e., What are the unexpected implications of your core message? Communicate your message in a way that breaks your audiences’ guessing machines.”(pgs. 64, 72)
CONCRETE
“Abstraction makes it harder to understand an idea and to remember it. It also makes it harder to coordinate our activities with others, who may interpret the abstraction in very different ways. Concreteness helps us avoid these problems.” (pg. 100)
CREDIBLE
“How do we get people to believe our ideas? We’ve got to find a source of credibility to draw on. A person’s knowledge of details is often a good proxy for her expertise. Think of how a history buff can quickly establish her credibility by telling an interesting Civil War anecdote. But concrete details don’t just lend credibility to the authorities who provide them; they lend credibility to the idea itself.” (pgs. 138, 163)
EMOTIONAL
“How can we make people care about our ideas? We get them to take off their Analytical Hats. We create empathy for specific individuals. We show how our ideas are associated with things that people already care about. We appeal to their self-interest, but we also appeal to their identities—not only to the people they are right now but also to the people they would like to be.” (pg. 203)
STORIES
“A story is powerful because it provides the context missing from abstract prose. This is the role that stories play—putting knowledge into a framework that is more lifelike, more true to our day-to-day existence. Stories are almost always CONCRETE. Most of them have EMOTIONAL and UNEXPECTED elements. The hardest part of using stories effectively is make sure they’re SIMPLE—that they reflect your core message. It’s not enough to tell a great story; the story has to reflect your agenda.” (pgs. 214, 237)
Versucht diese Regeln zu verinnerlichen und möglichst oft anzuwenden. Nein, bitte erzählt nicht auf jeder Folie eine Geschichte vom bösen Bubu. Versucht die Waage zu halten. Das aller, allerwichtigste im Bezug auf Folien ist wohl, dass diese simpel, greifbar und konkret sind.
Bevor wir über die Regeln der Gestaltung reden, möchte ich kurz nochmal auflisten, was man nicht tun soll. Somit schließen wir die grässlichsten Dinge aus und die Folien sind wohl schon um 100% nützlicher dadurch:
Was vielen nicht bewusst ist, dass eben die Folien nicht der wesentliche Bestandteil des Vortrags sind. Während der Vortragende jederzeit seinen Informationsfluss mithilfe dessen Leseflusses beeinflussen kann, kann er das mit seinen Folien nicht. Zeigt man zuviel, ist der Zuschauer verwirrt. Zeigt man zu wenig, so muss der Vortragende dieses Defizit an Informationen ausgleichen. Der wesentliche Bestandteil der Präsentation ist also der Vortragende selbst (werde später noch näher auf den Vortragsstil eingehen).
Somit sollen die Folien also eine visuelle Ergänzung der Worte sein und es soll nicht die Folie die Ergänzung zu den Worten sein.
Man soll sich dem bewusst sein. Wir können also Folien so gestalten, dass sie eine Hilfe sind, die Worte zu verstehen oder Worte eben zu visualisieren (Graphen, Diagramme, etc.). Das ist wohl auch eines der Hauptprobleme vieler Vorlesungen. Die Folien sollen gleichzeitig noch als Skript dienen, so dass diese etliche Worst-Practices umsetzen und komplett den Vortragenden ausblenden. Die Folien können also komplett ohne Präsentator existieren. Wäre es in dem Fall also nicht sinnvoller, ein richtiges Skript (ein Buch) zu machen und dafür der eigentlichen Präsentation mehr Aufmerksamkeit zu schenken? Exakt. Wäre es. Je mehr Worte auf den Folien stehen, desto schneller ermüden wir. Sei der Mensch, der es vorträgt auch noch so interessant, würden wir nach ein paar Folien komplett wegen Reizüberflutung abschalten. Es ist nicht simpel. An der Uni habe ich bisher erst einen Vortrag gehört, der wirklich die Prinzipien sinnvoll umgesetzt hat. Die Folien waren aufs absolute Wesentliche reduziert. Der Vortragende hat viele Background-Stories erzählt und eben diese wenigen Worte emotional und spannend ausgeschmückt. Die Folie war also eine super Ergänzung, da sie den roten Faden unterstützt hat, aber die Aufmerksamkeit selbst galt dem Präsentator. Zum Lernen nutzten wir nicht die Folien. Wir bekamen ein extra Skript von ihm, in dem noch deutlich mehr stand, als er während er Vorlesung erzählen konnte. Zurück zum Thema:
Tahoma und Arial sind tolle Schriften. Ich mag es, diese zu lesen, aber haben wir uns nicht irgendwann an ihnen satt gesehen? Mir geht es zumindest so. Warum sparen wir egtl an der wesentlichen, allgegenwärtigen Attraktivität am meisten? Wir fügen Bilder hinzu, wir ändern Farben, wir ordnen Dinge anders an, aber wir nutzen Arial und Tahoma. Paradox, nicht?
Bevor ich mit der eigentlichen Gestaltung beginne, suche ich nach möglichen Schriften. Schriften, die klar zu lesen, aber nicht langweilig sind. Die verspielt sind, aber nicht aufdringlich. Ich habe immer zwei, drei Seiten, die ich besuche, bei denen es etliche kostenlose Schriften gibt:
Schnappt euch ein paar Schriften und behaltet sie erstmal im Hinterkopf, da viele Schriften nur mit bestimmen Farbschemen “funktionieren”. Ich bin kein Designer, aber jeder Mensch sollte beurteilen können, ob etwas – pardon – scheiße aussieht oder gut. Ob es lesbar ist, oder nicht. Und nein, Geschmackssache ist hierbei fehl am Platz.
Was noch ganz nützlich ist, um das Aussehen von Texten in verschiedenen Schriftarten zu testen, ist die Seite http://flippingtypical.com
Wir wollen keine PowerPoint-Templates. Wir wollen was eigenes machen. Also beginnen wir mit dem Elementaren. Welche Farben sollen wir verwenden? Es gibt ein paar Regeln bezüglich Farbwahrnehmungen, die ich jetzt hier aber nicht aufzählen möchte. Um mich inspirieren zu lassen in meiner Farbwahl, besuche ich oft die folgenden Seiten, die es mir ermöglichen ein Gespür zu erhalten:
Dort sieht man verschiedene Farbkombinationen in Aktion und kann diese dann auch herunterladen. Entscheidet euch für ein paar Farbschemen und ladet auch diese herunter. Nicht immer werdet ihr mit all den Farben erfolgreich. Oftmals ändert man auch die Farben nach seinen Bedürfnissen, so dass man letztendlich mit Hilfe der heruntergeladenen Farben dann doch zum Ziel kommt.
Nicht viel. Denkt daran: Die Folie soll den Vortrag unterstützen und ihn nicht ersetzen. Haltet die Folien somit simpel. Als Faustregel könnt ihr euch merken, dass zwei zusammenhängende Sätze schon zuviel sind. Es sei denn, es handelt sich um Zitate. Versucht euch von gängigen Gewohnheiten zu lösen, aber nicht zu verwirren. Versucht den Zuhörer zu überraschen (unexpected) Wir müssen nicht dauernd von oben-links nach unten-links auflisten! Warum nicht mal asynchron? Links- und rechtsbündig wechseln. Warum egtl immer nur eine Farbe für den Text verwenden? Wäre es nicht sinnvoll, gewisse Schlagwörter hervorzuheben, so dass diese im Gedächtnis bleiben? Auf www.slideshare.net findet ihr etliche Folien. Versucht die Folien nach Rating zu sortieren und ihr werdet auch hier Inspirationen erhalten, was gut und was schlecht ist. Ich kann es nicht oft genug sagen: Haltet eure Folien simpel, aber dennoch gestalterisch wertvoll. Warum ist Apple so schön, so stylish? Weil sie sich aufs Wesentliche konzentrieren und das richtig. Und eben dies soll für eure Folien auch gelten. Das Wenige, was auf euren Folien zu sehen ist, muss gut aussehen.
Viele benutzen nur diese dämlichen PowerPoint-Templates, weil ihnen die Fähigkeiten von PowerPoint oder eines anderen Tools so nicht bewusst ist. Wenn ich meine Folien gestalte, dann nutze ich mittlerweile kein andere externes Tool mehr. Ab und zu mal Photoshop, um Bilder zu retuschieren, aber sonst sind alle Gestaltungen (Hintergrund, Schrift, Rahmen, Spiegelungen, Schatten, Gradienteffekte. Leuchten) innerhalb von PowerPoint entstanden. Seit der 2007er-Version ist das auch ohne Weiteres möglich. Ich denke, dass viele Präsentationen einfach schlecht sind, weil die Leute sich keine Zeit nehmen, sich mit den zur Verfügung stehenden Tools auseinander zu setzen. Man kann wirklich ALLES mittlerweile innerhalb dieser Tools generieren und die Sachen sehen wirklich “von Haus aus” sehr gut aus.
Bitte nutzt den Folienmaster. Gerade Programmierer schwören auf Wiederverwendbarkeit und die ist mit dem Folienmaster gegeben. Solltet ihr am Layout was ändern wollen, dann tut ihr das im Folienmaster und die Folien werden automatisch überall angepasst. Kein lästiges Copy+Paste also.
Nutzt Bilder statt Wörter. Sachverhalte lassen sich oftmals mit einem Bild / einem Diagramm deutlich einfacher erklären als mit Prosa. Das Buch The Back of the Napkin: Solving Problems and Selling Ideas with Pictures liefert etliche Best Practices, die ihr so, wie sie dort stehen, einfach übernehmen könnt.
Ihr solltet euren Vortrag mit möglichst vielen Bildern unterstützen. Bilder, die das Kapitel einleiten. Bilder, die das jetzige Thema manifestieren. Bilder, die die Atmosphäre lockern. Bilder, Bilder, Bilder. Wenn Menschen visuell assoziieren, dann merken sie sich Dinge. Sie lernen zu abstrahieren. Deshalb ist es wichtig, eben diesen Prozess so oft wie möglich zu nutzen. Wichtig ist hierbei, dass die Bilder nicht verwirren sollen. Sie sollen unterstützen.
Es macht nicht immer Sinn, ein ganzes Bild zu zeigen, obwohl nur ein Ausschnitt des Bildes interessant für den Zuschauer ist. Schneidet diesen Ausschnitt aus! Passt die Bilder eurem Layout an. Ihr könnt nicht einfach Bilder in eure Folien reinstempeln. Das sieht wieder extrem schäbig aus, zeigt, dass ihr keine Lust zum Bearbeiten hattet und stört die Harmonie des Templates und der visuellen Wahrnehmung. Nutzt Rahmen, Schatten und Leuchten. Viele Präsentationen bestehen nur aus Bildern. Es werden bewusst Bilder mit viel Leerraum gewählt, die dann mit Schrift gefüllt werden. Auch dies ist möglich, benötigt natürlich aber sehr viel Zeit bei der Bearbeitung und Auswahl der Bilder. Ein gutes Template ist keinesfalls schlechter als eine “Nur-Bilder”-Version.
Ihr könnt euch nicht einfach bei Google-Pictures bedienen, sondern müsst euch an die rechtlichen Vorgaben halten. Somit seid ihr daran gebunden, Bilder zu finden, die ihr auch nutzen dürft. Folgende Seiten befriedigen euer Bedürfniss:
Wenn ihr hier nicht fündig werdet, dann bleibt noch der Weg, einfach seine Fotos selbst zu schießen. Warum nicht? Hierbei ist es möglich, die Motive noch exakter auf das Thema abzustimmen. Bitte behaltet aber im Hinterkopf, dass es professionell aussehen muss.
Was man auch öfter benötigt, gerade wenn man eigene Diagramme gestaltet, sind Icons. Auf der nachfolgenden Seite finden sich genügend Icons, die verwendet werden können:
Nein. Es gibt nichts schlimmeres, als dass der Zuschauer genau sieht, dass eine schlechte Auflösung gewählt wurde. Jap. Ich musste das letztens auch tun, weil meine Zeit nicht mehr gereicht hatte, um Formeln neu mit Latex zu rendern. Und ich bereue es immer noch.
Das war es nun mit dem ersten Teil dieses Artikels. Morgen werde ich den Rest weiterschreiben, worin ich mich dann auf das letztendliche Reden und auf weiterführende Literatur beschränke. Vielen Dank, dass ihr jetzt solange durchgehalten habt. Anmerkungen und Kritik bitte in die Kommentare.
So long,
Inkvine
Jep. Man mag es nicht glauben, aber dieser Post wird gerade vollends mit meinem Motorola Milestone und wpToGo verfasst. Ich muss echt sagen, dass mich dieses Handy schlicht überwältigt und ich erstmal laaaaange Zeit kein neues Hand mehr brauchen werde. Das ist jetzt also eine ganz plumpe Kaufempfehlung für alle Apple-Gegner!! Soooo..nachdem das jetzt doch so gut geklappt hat, verabschiede ich mich mit einer neuen Verpackung ins Bett!
Ja. Der Titel ist wieder mal höchst philosophisch. Wie ich denn darauf komme? Nun gut. Ein paar Kommilitonen (z.B. www.twitter.com/atla_) und ich waren am Dienstag auf einem “Wir gucken uns die Arbeitgeber von Karlsruhe an”-Event (Catch the Job). Während wir uns also mit den verschiedenen Vertretern der Firmen unterhalten hatten, ist uns doch aufgefallen, dass wir relativ verschiedene Meinungen haben, wie unser zukünftiger Job doch auszusehen hat. Während ich auf eher dazu tendiere, erstmal einen Job in der Entwicklung – sprich Programmierung – zu ergattern, treibt es die anderen zwei doch schon zu höheren Aufgaben. Zu erwähnen ist, dass wir alle zusammen im Master-Studiengang sind und keiner von uns einen schlechteren Bachelor-Abschluss als 1,6 hat. Somit doch egtl recht qualifiziert. Während wir also dann mal eine Auszeit nahmen, um im Freien kurz über das Angebot, die Menschen und den Ablauf des Tages zu resümieren, viel der Satz “als Entwickler, verkaufst du dich echt unter deinem Wert. Dafür hättest keinen Master machen brauchen.”. Wo wir auch bei dem Sinn des gewählten Titels wären. Die Diskussion wurd dann etwas hitzig. Ich fasse das auch nicht zusammen, sondern gebe hier nur meine Sicht der Dinge wieder.
Ja, ich mache meinen Master, weil ich schon sehr Lust auf eine Karriere habe und auch meinen Doktor dahingehend anstrebe. Nein, ich mache meinen Master nicht, um danach im Projektmanagement zu versauern und Aufgaben zu delegieren. Ich bin der Meinung, dass noch kein Meister vom Himmel gefallen ist. Die anderen waren auch der Meinung, dass wir statt eine Anwendung zu entwickeln, lieber komplette Architekturen basteln sollten. Erschreckend ist, dass es Informatik-Absolventen gibt, die durch geschickte Wahl der Fächer es packen, einen Abschluss zu erhalten und absolut unfähig sind zu programmieren. Und eben solche Menschen sollen dann den Weg des Entwicklers überspringen und sich an eine Architektur wagen? Das hat ein bisschen was von diesen ganzen BWL-Schnöseln, die behaupten, sie könnten von der Materie sprechen, nur weil sie im Studium ein Fach “Programmieren” hatten.
Wie soll ich denn ein Problem so stark abstrahieren können, wenn ich das Wesentliche – nämlich die Problemstellung in Programmcode zu verfassen – nicht beherrsche? Wie kann ich ein Design (OOD) einer Anwendung erstellen, ohne mir im Klaren zu sein, welche Einschränkungen die gewählte Programmiersprache mit sich bringt. Wie kann ich mich vor meinem Chef für das Projekt rechtfertigen, ohne Kenntnis über die Umsetzung zu haben?
Ich sehe es immer wieder bei unseren Beratern in der Firma, wenn wir uns im Pausenraum unterhalten. Sie rattern die üblichen, auswendig gelernten Floskeln ab, müssen dann aber passen, wenn eine Frage kommt, die über die Marketingbrochüre hinausgeht. Wäre mir extrem peinlich, wenn das bei einem Kunden passieren würde, der doch etwas tiefer mit der Materie vertraut ist. Oftmals habe ich das Gefühl, dass durch Sprüche wie “programmieren soll doch der Fachinformatiker oder der Inder” die eigene Inkompetenz vertuscht werden soll. Ja, Projektmanagement ist auch als Informatiker ohne Programmierkenntnisse möglich, aber Systemarchitekt und derleigleichen erscheint mir dann doch sehr utopisch. Diese Meinung scheint wohl nicht überall vertreten zu sein, denn nur so kann ich mir erklären, warum es soviele Schrottsoftware auf dem Markt gibt. Und ich gebe zu, dass ich richtige Probleme habe, Informatiker ernst zu nehmen, die von sich behaupten, dass sie wenig oder garnicht programmieren können.
Ich jedenfalls werde anfangs versuchen, einen vernünftigen Mix zu finden zwischen Konzeption, Implementierung und Management. Von der Implementierung kann ich aber aufgrund meines Spieltriebes eh und je nicht weg.
Just my two cents,
Inkvine
Nein, das kann ich nicht. Ich könnte es. Aber wie bei jedem anderen Menschen auf diesem Planeten gehört zum Zusammenstellen nicht einfach nur die Kenntnis der Komponenten, sondern auch der Vergleich der aktuellen Preise. Des Weiteren muss recherchiert werden, ob alle Komponenten miteinander “können” und was denn derzeit up to date ist oder schon wieder Schnee von gestern. Nein, obwohl wir Informatiker jeden Tag an einem Rechner hocken, wissen wir meistens solange nicht, was aktuell auf dem Markt ist, bis wir selbst unseren Rechner aufrüsten müssen. Und dann recherchieren wir, vergleichen Preise, holen uns Meinungen über Foren ein und erst daaaaaaaan kaufen wir die Dinge auch ein. Wir machen also nichts anders als andere Menschen.
Nein, kann ich nicht. Weder besitze ich ein Labor, um mir das Innenleben Deines Brenners anzuschauen, noch habe ich Ahnung davon, wie ich das Zeug wieder zusammenschrauben kann. Und neeeeeeeiiiin – meine Aufgabe als Informatiker ist es nicht, PC’s und Hardwareteile zusammenzuschrauben. Ich tue so etwas nicht. Das machen andere. Aber nicht der Informatiker. Ja. Vielleicht mache ich das als Hobby. Aber nicht als Beruf
Sicherlich kann ich dir eine Webseite basteln. Aber die wird alles andere als gut aussehen. Hast Du dir schon mal ernsthafte Gedanken gemacht, warum es Ausbildungsberufe wie z.B. Mediengestalter gibt? Oder Studiums wie Kommunikations- oder Grafikdesigner? Warum? Naaaaaa? Genau. Weil wir das nicht gelernt haben, sondern die. Die haben gelernt, etwas zu schaffen, was gut aussieht. Wir haben gelernt, etwas zu schaffen, was funktioniert. Soll heißen: Ja, ich mache Dir Deine Webseite für Dein Metzgereifachgeschäft, aber Sie ähnelt dann eher dem Schlachtprozess als Deiner Ladentheke. Funktionieren wird Sie aber – auf jeden Fall. “Aber, Aber? Für was lernt ihr dann Webentwicklung?” Tjaaaaaa. Wir machen uns Gedanken darüber, dass du, wenn du bei Amazon einen Gartenschlauch kaufst, dir dann in der gleichen Rubrik auch ein Glasdildo vorgeschlagen wird, den andere Kunden auch gekauft haben. Diese ach so tollen Algorithmen. Die werden von uns in die Tat umgesetzt. Nur mal so ein anschauliches Beispiel.
Yep. Vorlesung. Zweites Semester. “Verwandten mit Wurstfingern das Handy reparieren”. Seitdem kann ich das. Nein. Ich kann das nicht. Ich weiss nicht, warum die Raute-Taste nicht mehr funktioniert, obwohl doch der Orangensaft nur noch an den Seiten des Handys zu erkennen ist. Und genauso wie Du, müsste auch ich mein Handy dann auseinanderschraube und reinigen. Und wenn das nicht funktioniert, dann müsse ich genauso wie Du in den Handyladen und mich über die mangelnde Qualität des Mobiltelefons aufregen, dass es nicht mal den Wurf in ein Glas Sangria überlebe.
Auf jeden Fall kann ich das jetzt sagen – NICHT. Ja. Ich weiss, welche Programmiersprache das Spiel verwendet. Nein, ich weiss nicht, warum der Wert an der Stell Ox0EEEF1A jetzt zu einem blauen Bildschirm führt. Aber es wird ganz einfach sein, denn in Deinem Rechner stecken nur ca. 1283021938102938 Komponenten, die dafür verantwortlich sein könnten. Und ja. Da ich Informatiker bin, weiss ich sicherlich sofort, weshalb Du das Spiel “Moorhuhn 1234″ nicht mehr spielen kannst. Dass es der ATI-Grafikkartentreiber ist, der seit einem Grafikkartenwechsel jetzt versucht, den Layer Deiner neuen NVIDIA Grafikkarte zu adressieren, das kann ich mir absooooooooolut nicht vorstellen, dass das der Grund ist, weshalb der Bildschirm so schön Aquarium-like dahinflimmert
Nein. Obwohl. Was ist dieses komische Wort mit “Frrrrrrrr…aaaaaa…”? Ach. Egal. Nein.
Kann ich. Und wenn du es nicht kannst, dann kann ich es Dir auch nicht beibringen. Es sei denn…Du erklärst mir diese Sachen mit diesen “Frraaaaaa….”.
Natürlich kann ich das. Weil Du in einem Tunnel steckst, der etwa 3km lang ist. Und Du Dich mittlerweile in der Mitte davon befindest. Deshalb funktioniert das nicht. Was mich aber noch mehr fasziniert als Deine Unwissenheit, ist, wohin du denn in einem Tunnel fahren wolltest, wenn Dein Navi funktionieren würde. Na? Links, rechts? Fail.
Selbstverständlich kann ich das. Aber wenn ich das tue, werde ich zwangsläufig etwas länger zu tun haben, denn die Bearbeitung dieser Frage führt indirekt gleich in den Arbeitsschritt der nächsten Frage. Und du wirst mir abermals hoch und heilig versprechen, dass Du die Dateien, die in Deinem “Recent”-Ordner liegen, wie z.B. GinaWild.exe, DreckigeStute.exe oder Gaylympics.exe, dass Du die noch nieeeeeee gesehen hast, geschweige denn diese auch geöffnet hast. Die Frage, ob die Homophobie, die Du auf Partys immer zeleberierst, gespielt ist, wirst du vehement verneinen.
Auf jeden Fall. Das ist ja etwas, was super viel Spaß macht. Vorallem, wenn zum Motherboard, welches bei Aldi in mühsamer Handarbeit von Vietnamesen zusammengelötet wurde, auch die Treiber nicht mehr auf DVD vorhanden sind. Dass es im Netz natürlich keine Alternativen gibt – davon gehen wir aus. Die Frage, ob denn schon ein Backup der ganzen Daten gemacht wurde wird sofort mit “Häh?” beantwortet und nachfolgend eine Aufforderung rausgefeuert, dass ich das ja gleich mitmachen könne. Da es absolut toll ist, im Privatleben anderer zu schnüffeln und Fremdschämen jetzt wieder trendy ist, lass ich mir selbstverständlich beim Kopieren von Ordnern wie “Gertruth und ich im Urlaub” und “Gertruth und ich im Urlaub im Bett” Nichts anmerken.
Ich könnte noch hundert andere Fälle auflisten, in denen wir arme Informatiker bei jedem noch so banalem Stückchen Technik zu Rate gezogen werden, obwohl wir schlicht und einfach auch selbst keine Ahnung haben. Wenn wir sagen, dass wir keine Ahnung haben, glaubt uns das nur niemand und früher oder später hat man sich das Problem vom anderen dann zum eigenen Problem gemacht. Mit dem Unterschied, dass wir meist so hartnäckig und zäh sind, dass wir das Problem durch pure Arbeitskraft lösen, während derjenige, der uns das ganze Leid aufgelegt hat, einen faulen Lenz schiebt. “Wow, ich habe doch gewusst, dass Ihr Informatiker das könnt.”
So. Seit dem Juli darf ich mich Bachelor of Science in Computer Science schimpfen und befinde mich derzeit schon in meinem Master-Studium. Ich möchte egtl mal kurz die letzten acht Semester Revue passieren lassen, meine Meinung zu einigen Dingen loswerden und meine Entscheidung begründen, warum ich denn nun das Master-Studium direkt angeknüpft habe und warum meine Wahl wieder auf die Hochschule Mannheim fiel.
Nein – Ich habe nach meinem Abitur nicht den direkten Weg an die Hochschule Mannheim gewählt. Wie es sich für einen ordentlichen Abiturienten mit ALLGEMEINER Hochschulreife und Leistungskurs in Mathematik gehört, wählte ich für mein Studium die Universität Mannheim aus. Besagte Universität hatte damals in einer Infoveranstaltung im Zuge des Bologna-Prozesses einen neuen Studiengang angepriesen, der als Abschluss einen Bachelor of Science, sechs Semester Regelstudienzeit hatte und sich “Software- und Internettechnologie” nannte. Wer sich nun fragt, warum ich ohne Zivildienst oder Bundeswehr trotz Tauglichkeit und Sportabitur gleich studieren konnte, dem kann ich nur antworten, dass ich schlicht und einfach vergessen wurde und mein jüngerer Bruder nun umso mehr meine Suppe auslöffeln darf
Im Nachhinein hat sich diese glückliche Fügung dann doch als trojanisches Pferd herausgestellt. Da ich das Glück hatte, dass die Schule für mich trotz relativer Leistungsverweigerung ein Selbstläufer war und ich dennoch einen recht passablen Abschluss ergattern konnte, ging ich mit dieser Einstellung dann direkt ans Studium. Des Weiteren hatte ich absolut keine Auszeit. Nun gut. Leistungsverweigerung schön und gut – man musste ja ab und zu doch mal das ein oder andere Buch für eine Klassenarbeit lesen oder zumindest die Arbeit in effiziente Spickzettel investieren. Letztendlich haben mir ein paar Monate Auszeit fürs Gehirn gefehlt, so dass Zivildienst, Bund oder ein soziales Jahr vielleicht doch die richtige Alternative gewesen wären. Letztendlich war es so, dass ich schlicht und einfach extrem auf die Fresse gefallen bin. An der Universität ist man so “anonym” unterwegs, dass es niemanden interessiert, ob man denn nun die Übungen gemacht hat, in der Vorlesung schläft oder einfach garnicht da ist. Das Resultat war, dass ich nach zwei Semestern gerade einmal EINE Klausur bestanden hatte und ich mich erst im dritten Semester richtig auf den Hosenboden hingesetzt hatte – genau das eine Jahr, was mir nach dem Abitur fehlte.
Durch Zufall (Bekanntschaft) habe ich Anfang des dritten Semesters dann einen Job bei meinem (jetzigen) Arbeitgeber als Werkstudent bekommen und lernte endlich auch mal mit Programmierung, Geld zu verdienen. Umso trauriger wurde dann aber die Einsicht, dass mein Studium schlicht und einfach nicht das ist, was ich will. Ich mag Theorie – keine Frage. Ich lese viel und gerne. Aber mir hat an der Universität schlicht und einfach der Transfer zur Realität gefehlt. So passierte es dann, dass ich im vierten Semester alle Vorlesungen des ersten und zweiten Semesters bestanden hatte und ich dann an einem Punkt stand, mir zu überlegen, ob ich den Käse jetzt noch weitere vier Semester durchziehen möchte. Hinzu kam, dass der Studiengang im Zuge der Vereinigung der Fakultäten von Uni Mannheim und Uni Heidelberg aufgelöst und auslaufen gelassen wurde. Meine Eltern – beide übrigens kein Abitur – wollten natürlich, dass ich einen Universitätsabschluss bekomme und wider ihrer Erwartungen habe ich mich Ende des vierten Semesters exmatrikuliert. Das Geschrei war groß
Welche Alternativen hatte ich nun? Ausbildung, Berufsakademie, Fachhochschule, Universität mit anderem Studiengang. 21 Jahre alt, war ich damals. Ausbildung wollte ich keine machen. Dafür habe ich kein Abitur gemacht. Berufsakademie war eine durchaus lukrative Alternative. (Fach-) Hochschule ein praktischeres Studium und Universität die optimale Lösung, um meine Eltern zu beschwichtigen. Ich habe die Lösung “Universität” schlicht und einfach gestrichen. Womöglich die schwerwiegendste Revolution gegen meine Eltern seit der Pupertät. Also drei Bewerbungen für Berufsakademie losgeschickt und mir mal die Rankings für die Hochschulen angeschaut. Nach etwa sechs Wochen hatte ich eine definitive Zusage bei einem großen Betrieb an der Berufsakademie und vier Zusagen an den Hochschulen Karlsruhe, Kaiserlautern, Darmstadt und Mannheim. Nach etlichem Abwägen habe ich mich für die Hochschule Mannheim entschieden, da mir mein Werkstudentenjob sehr viel Spaß machte, ich ihn weiterausüben konnte und dies bei den anderen Hochschulen nicht möglich gewesen wäre. Den vorliegenden Vertrag zur Berufsakademie habe ich zum Leitwesen der Personalabteilung von XYZ nicht unterschrieben.
Da war ich nun also. Neuanfang. Restart. Format /brain. Wieder in einer Infoveranstaltung. “Schauen sie sich um, die Hälfte der Studenten, die hier mit Ihnen sind, werden in ein paar Semestern nicht mehr da sein”. Gott. Der selbe idiotische Spruch wie an der Uni – leider hat er sich mehr als deutlich bewahrheitet. Nichtdestotrotz muss man zugeben, dass die Studenten doch – nein, es ist kein Vorurteil – hier anders tickten als an der Universität, was es mir auch viel leichter machte, Anschluss zu finden. Ich denke, dass ein großer Faktor doch die kleine Zahl (ca. 40) an Studenten war, da man so eher als “Klasse” zusammenhielt und sich nicht eine Vorlesung mit 300 anderen Studenten teilen musste.
Nun gut. Die Vorlesungen im Grundstudium waren bis auf den Mathekram doch schon deutlich interessanter, praktischer und nützlicher als der Kram an der Universität. Subjektiv. Natürlich. Nicht zu unterschätzen war die Pflichtanwesenheit in den Übungen, die doch unterschwellig mehr gebracht hatte, als man anfangs vermutet. So möchte man sich niemals ohne Ahnung in die Übung setzen, um einem peinlichen Moment zu entgehen und wiederholt somit automatisch alle relevanten Themen, um vorbereitet auf unangenehme Fragen zu sein. Riesige Motivation brachte mir auch die Tatsache, dass ich das Erlernte wirklich sofort im Werkstudentenjob anwenden konnte – und umgekehrt.
Aussiebfächer waren genügend vorhanden. Das war auch gut so. Geschenkt ist nun mal der Tod. Mittlerweile (vier Jahre später) wurde der Regelstudienplan ja deutlich aufgelockert. Da mir Mathematik eh Spaß machte, hatte ich mit diesen Fächern doch relativ wenig Probleme, obwohl ich mir eingestehen muss, dass meine Noten doch da sehr viel besser hätte sein können, da das reine Verständnis doch nicht ausreicht, wenn die Zeit gegen dich tickt. Routine sollte man da nicht unterschätzen. Immerhin habe ich alle Mathevorlesungen bei den schwierigsten Professoren gleich beim ersten Mal bestanden.
Unverständlich für mich war das Fach “Technische Grundlagen der Informatik”. Ich konnte mich dafür weder begeistern, noch habe ich verstanden, inwieweit mich dieses Fach in meinem Studium weiterbringen solle. Gerade neben Vorlesungen wie Rechnerarchitektur stand dieses Fach doch sehr alleine da.
Das Grundstudium erfüllt genau den Zweck, den es erfüllen soll. Es schafft die Grundlagen, um die Informatik anzuwenden und weiterführende Themen zu verstehen. Ärgerlich ist jedoch, dass es sich lohnt, Vorlesungen absichtlich ein Semester aufgrund von Professoren zu verschieben. Die erhaltenen Noten sind nicht vergleichbar. So entspricht eine 2,7 bei dem einem Professor locker einer 1,3 bei dem anderen. Ein späterer Personalier kennte diese Tatsache leider nicht, so dass der Schelm, der weniger geleistet, aber eine bessere Note hat, sich unfair im direkten Vergleich abhebt. So war der Running Gag unter Kommilitonen, dass Leute, mit schlechten Mathekenntnissen einfach den Professor wechselten und die guten Mathematiker unter uns letztendlich immer schlechter dastanden. Als Beispiel sei erwähnt, dass ich mit einer 2,7 in Analysis die beste Note hatte. Und mit einer 4,0 in Diskrete Mathematik die drittbeste Dass die Durchfallquote bei 70 – 80% lag, wird hierbei nicht ersichtlich. Es mag sich doch sehr utopisch anhören, aber vielleicht sollte man sich doch wie beim Abitur über einen festgelegten Standard in den Klausuren einigen – auch wenn dies schier unmöglich ist.
Das Grundstudium war also nach zwei Semestern rum.
Das dritte Semester würde ich als das härteste im Studium bezeichnen. Alle Noten bekommen nun eine Zeugnisrelevanz und nach Regelstudienplan ist der Stundenplan so vollgekleistert, dass eine Nebentätigkeit fast unmöglich erscheint. So entschied ich mich, das dritte Semester zu splitten. Regelstudienzeit waren sieben Semester. Aufgrund von Zeitproblemen war klar, dass ich das dritte Semester aufbrösel und die Fächer nach hinten schiebe, so dass ich dann ein Semester länger für mein Studium brauchen würde – drauf geschissen. Das Hassfach TGI (siehe Grundstudium) hatte ich noch aus dem Grundstudium zu belegen, so dass das dritte Semester sehr chaotisch ausfiel. Letztendlich habe ich von sechs vorgesehenen Vorlesungen nur drei belegt und noch TGI aus dem Grundstudium nachgezogen – durch das ich aufgrund von Gehirnblockade und Faulheit durchfallen sollte. Würde auch behaupten, dass das dritte Semester so der Tiefpunkt in meinem Studium an der Hochschule war. Sowohl Motivation und Interesse waren da nicht sonderlich hoch (bis auf SEE und PMG) und ich bevorzugte eher den Weg in die Firma als an die Hochschule. Den noch vorhandenen Kommilitonen ging es da nicht anders (mittlerweile waren locker 30-40% schon ausgesiebt), so dass ich mich wirklich zwingen musste. Mit meinem Hintergrund von der Uni-Zeit habe ich mir dann auch wirklich in den Hintern getreten und das Semester relativ gut durchbekommen.
Zuviel. Bis auf DBA und SEE/PMG zu uninteressant, demotivierend. Gerade im Hinblick auf das bevorstehende Softwareentwicklungs-Praktikum waren meinerseits zwei Mathevorlesungen einfach sehr idiotisch und gewagt gelegen. Besser: Eine Mathevorlesung raus. Design-Pattern rein. TGI im Grundstudium weg. Ein Teil von SYS (Ihme-Teil) hinziehen. Rest von SYS lassen.
Ein Softwareprojekt. Ein echter Kunde. Der ganze Entwicklungsprozess. Von Anforderungen, Pflichtenheft, Projektmanagement, bis Einführung und Wartung beim Kunden. Anfang bis Ende. Ein zusammengewürfeltes Team. Vergesst bitte euer Leben nebem dem Studium – es wird schlicht und einfach keines mehr geben. Ein ganzes Semester lang. Und das ist auch gut so.
Warum ich so wenig darüber schreibe? Weil das SEP einfach viel zu individuell ist, um es hier sinnvoll zu beschreiben. Das SEP war das beste Semester in meinem Studium. Und ich würde behaupten, dass ich in diesem Semester auch wirklich viele Leute in meinem Studium lieb gewonnen habe (und das Gegenteil). Der Arbeitsaufwand ist enorm. Und ich konnte es nur so regeln, dass ich einen Tag vom Wochenende geopfert habe, um meinen Nebenjob weiter ausführen zu können. Entgegen der Meinung der Professoren muss ich sagen, dass nicht ALLES so in der Realität stattfindet. Gerade in Bezug auf Teammitglieder, die sich weigern zu arbeiten, wird in der Industrie härter durchgefriffen als es die Professoren tun – zumindest habe ich das schon so erlebt. Die Gewichtung des SEP’s ist enorm im Zeugnis. Mehr als ein Viertel. Man muss diesem Druck gewachsen sein und sich bewusst machen, dass eine schlechte Note nicht mehr auszugleichen ist. Das hat nun seine Vor- und Nachteile. So ist eine 1,0 für den weiteren Verlauf des Studiums durchaus eine nette Lebensversicherung. Sehr schön ist auch, dass die Studenten mit Unternehmen in Kontakt kommen und so schon etwas Networking für Zukunft betreiben können. Nicht schön ist widerum, wenn sich ein Trend ergibt, dass nur noch EIN Unternehmen die Projekte liefert (so geschehen jetzt im Softwareprojekt für Bachelor und Master). Die Zukunft wird zeigen, ob dieser Trend bestehen bleibt. Ich hoffe es nicht.
Jawoll. Man ist also soweit, dass man nun anhand seiner Interessen auch seine Vorlesung auswählen kann. Denkt man. Die Auswahl hält sich doch sehr in Grenzen. Man beginnt Wahlfächer anhand des Schwierigkeitsgrads und des Professors zu wählen, da man ja eh und je seine Interessen nur bedingt wiederfindet und man somit einfach das kleinste Übel wählt.
Hach, was haben wir uns schon darüber aufgeregt. Und auch die jetzigen Studenten, die vor der Wahl stehen, beschweren sich. Das Angebot ist schlicht nicht Zeit gemäß. So vermiss(t)e ich Wahlfächer mit Fokus auf: OSGI, Spring, Semantic Web, Cloud Computing, Netzwerkprogrammierung und..und..und. Gott sei Dank gibt es das Wahlfach Bildverarbeitung, das so sicherlich eines der besten Vorlesungen im Studium war. Dem gegenüber stehen aber drei Wahlfächer, die schlicht von der Thematik als auch der Didaktik einfach nur schrottig waren. Argumente, dass man ja nicht alle Erwartungen befriedigen könne, kann ich so nich durchgehen lassen. Eine Umfrage wäre mal ganz nett, in der man fiktive Wahlfächer mit angebotenen Wahlfächern gegenüber stellt und dann auswertet, wieviele der vorhandenen Vorlesungen dann egtl noch besucht werden würden. Nach dem doch so tollen SEP dann in die Wahlfachproblematik zu kommen, ist schon ein deftiger Schlag in die Fresse. Des Weiteren scheint mir ein leichter Trend der Bevorzugung von Medizinern erkennbar. Hallo? Ich habe Informatik studiert, um mir diesen Käse zu ersparen. Gebt den Medizinern ihre Wahlfächer. Uns unsere. Aber bitte nicht das Plus der Mediziner (für die das Wahlangebot wirklich gut ist) als vermeinliches Wahlfachangebot für Informatiker verwenden. Fail. Wir haben es dann sogar so gehändelt, dass wir uns aus dem umfangreichen Angebot der Nachrichtentechniker bedient haben.
War doch sehr einfach für mich, eine Stelle zu ergattern. Absichtlich habe ich damals innerhalb meiner Firma die Abteilung gewechselt, um man etwas anderes zu sehen. Das kann ich auch jedem nur empfehlen. Pflichtpraktika sind die beste Gelegenheit, einfach mal irgendwo reinzuschnuppern.
Würde jetzt mal behaupten, dass das Praxissemester für mich sehr anspruchsvoll war. Hatte damals ein Projekt. Verschiedene Deadlines. Und wurde voll in den Arbeitsalltag eingebunden. Ich denke, dass es gerade für einen Studenten doch mal sehr gut ist, mal sechs Monate pünktlich um kurz vor 7 uhr aufzustehen und seinen Hintern in die Firma zu schaffen. Ich würde nicht behaupten, dass Studieren jetzt einfacher sei. Aber es ist definitiv ein komplett anderer Schuh. Von einigen Kommilitonen habe ich gehört, dass das Praktikum doch recht anspruchslos, langweilig und unnötiges Zeitabsitzen war. Das kann ich von meiner Stelle nicht behaupten. Ich durfte sogar für eine Woche nach Orlando fliegen, um dort den Messesupport zu inspizieren und zu arbeiten. Informiert euch vorab über die Abteilung. Betreibt Networking. Fragt Kommilitonen. Und hängt euch dahinter. Geschenkt ist nun mal nur besagter Tod.
Sehr witzig. Mal auf der anderen Seite zu sein. Der “Böse” zu sein, der die ekelhaften Übungen erstellt und die Punkte für die Zulassung vergibt – das war ich alles nicht. Ich hatte Tutor im SEP gewählt und eine Gruppe innerhalb des ganzen Prozesses unterstützt und für Fragen bereit gestanden. Man darf auch nur Fragen beantworten und nur eingreifen, wenn das Team wirklich nicht mehr innerhalb des (großen) Rahmens bleibt.
Sehr gut. SEP-Turor fand ich daher sehr gut, da man flexibel sein kann. Ich habe meiner Gruppe meine Handynummer, GTalk und ICQ-Nummer gegeben und stand dann sozusagen “auf Abruf” da. Mal in der Freistunde, mal einfach nur über Skype. Wie es halt gepasst hat. Vorallem ist es witzig zu sehen, dass egtl alle Studenten die gleichen Fehler wie wir damals gemacht haben (wenn wir sie jetzt nicht immer noch machen würden ). Das Tutorium war eine super Erfahrung.
Der Overkill. Nun gut. Ich wollte unbedingt meine Thesis in der Industrie schreiben. Wegen Geld und wegen Lebenslauf. Und was kam dann? Die Weltwirtschaftskrise. Ich hatte mich davor schon bei einigen Firmen beworben und wurde dann mit Einstellungsstop vertröstet. Kurz vor knapp hat sich dann was in meiner Abteilung ergeben, in der ich schon arbeitete. Unter der Bedingung, dass ich wirklich nur drei Monate habe. Also anfangen zu arbeiten, anmelden und nach strikt drei Monaten ist Vertrags- und Bachelor-Thesis-Ende. Ich weiss nicht wie, aber ich habe es wirklich geschafft, 15000 Zeilen Code zu programmieren und über 100 Seiten Bachelor-Thesis zu schreiben. Ich kann es keinem empfehlen. Sowohl physisch als auch psychisch war das eine nicht allzu tolle Zeit. Jaaaaa. Viel Gepiense – ich weiss. Aber die Vorgabe, von drei Monaten seitens der Regierung ist schlicht und einfach ein schlechter Witz. Gehen wir von dem Fall aus, ich hätte in einer neuen Firma/Abteilung anfangen müssen und hätte nicht schon ein Jahr mit dem Framework, was ich in der Thesis verwendet habe, entwickelt gehabt; so wären locker 2-3 Wochen nur drauf gegangen, mich in das Prozedere der Abteilung und der dort verwendeten Werkzeuge einzuarbeiten. Soooo. Dann bleibt also noch knapp ein Monat, um produktiv zu arbeiten. Und dann noch ein Monat, um die Thesis fertig zu schreiben. Idiotisch. An den Haaren vorbeigezogen und unrealistisch. Und vor allem macht das auch keine Firma wirklich mit.
Viele könnten jetzt interpretieren/sich fragen, warum ich mich doch nach etlichen vielen negativen Punkten für ein Masterstudium an der Hochschule Mannheim entschieden habe. Und denen muss ich auch recht geben. Aber was wären denn die Alternativen? Arbeiten gehen, Hochschule wechseln. Arbeiten kommt für mich nicht in Frage, da ich eine Stelle in einem Phd-Programm anstrebe. Und ich weiss, dass wenn ich einmal einen richtigen Gehaltsscheck gesehen habe, ich dann so schnell nicht wieder Lust habe, studieren zu gehen. Und ja – ich habe eine doch recht lukrative Festanstellung zu Gunsten einer Werkstudentenstelle in der gleichen Abteilung abgelehnt. Hochschule wechseln? Gut. Ich hatte etliche Diskussionen mit Kommilitonen und obwohl wir vor der Thesis der Meinung waren, im Kollektiv die Hochschule zu wechseln, haben wir uns alle für die Hochschule Mannheim entschieden. Und es gab nur wenige Gründe:
Das Masterstudium stellt sich nicht so gravierend in der Studienlaufbahn dar wie das Bachelorstudium. Zwei ehemalige Kommilitonen sind nach Darmstadt gewechselt und können mir nun auch bestätigen, dass es dort zwar deutlich mehr Wahlfächer gibt, aber dies auf Kosten einer deutlichen Umstruktierung des Umfeldes.
Des Weiteren finde ich den Themenschwerpunkt “Software-Engineering” sehr gut. Da ich ehrlich gesagt auch keine Lust habe, in meinem späteren Arbeitsleben als Code-Monkey zu enden. Für mich ist der Master dahingehend auch nur ein “Mittel zum Zweck”, da ich diesen Abschluss benötige, um meinen Phd anfangen zu können. Dass sich jetzt im Master an den Wahlfächern nicht sonderlich etwas geändert hat im Vgl zum Bachelor, dem bin ich mir bewusst. Und dennoch muss ich sagen, dass die Vorlesungen durch den gewachsenen Anspruch doch um einiges interessanter als diese im Bachelorstudium sind.
Ich fasse nochmal kurz alle Punkte zusammen und werde die Liste auch noch um weitere Punkte erweitern. Hinzuzufügen ist, dass ich keine (oder eine geringe) Ahnung habe, wie der jetzige Regelstudienplan aussieht. Somit können einige Punkte schon längst irrelevant geworden sein:
Mir ist bewusst, dass doch gewisse Worte hier etwas hart gewählt wurden. Mein Studium an der Hochschule war die bisher beste Entscheidung, die ich getroffen habe und ich bin froh, dass ich auch dort meinen Abschluss gemacht habe. Dennoch gab es Dinge, die sich nervend rigoros durch mein Studium gezogen haben und bis heute nicht beseitigt wurden. Wie immer ist es so, dass negative Punkte doch deutlich stärker im Gedächtnis bleiben als viele, viele positive, die es während dem Studium gegeben hat und immer noch gibt. So ist das Engagement von vielen Professoren wirklich unheimlich hoch – zum Leidwesen, dass diese die Inkompetenz mancher Kollegen kompensieren müssen. Aber es ist nun mal auch im SEP, Fußball, Arbeitsleben so, dass es immer Starke und Schwache gibt. Wichtig ist, dass Dinge ausgesprochen werden, denn nur so finden sie Gehör und es kann etwas verändert werden. Sagt es eurem Studiengangsleiter. Ich denke nicht, dass dieser etwas gegen konstruktive Krikik einzuwenden hat. Solltet ihr an der Hochschule Mannheim studieren oder es vorhaben, dann wünsche ich euch viel Spaß, viel Erfolg und nie das Ziel aus den Augen verlieren.