frank_tentler
[dynamische konzepte für das social web]
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bild: franktentler.com, Stedelijk Museum Amsterdam
Eigentlich habe ich noch Urlaub. Bis kommenden Dienstag. Hier und da ein wenig aufräumen im Büro. Freunde anrufen, besser noch treffen. Die Familie mit dem ungewohnten Gesicht wieder etwas vertrauter machen. Auch die Buchhaltung 2011 abschliessen. Bücher lesen. Viele Bücher und auch mal welche ohne Titel wie "The Social Insertwhateveryoulike!". Ein Buch schreiben. Zumindestens anfangen. Gedankliche Ordnungsleistung und so.
So der Plan.
Die Realität sieht anders aus. Alleine heute habe ich 5 Machbarkeitsstudien zu sehr umfangreichen Social-Web-Projekten fertig gestellt, die in den letzten 3 Tagen als Anfragen an mich gerichtet wurden. Steht das Gerüst, rechne ich die Manntage aus. Bei diesen Projekten wären es knapp 370 alleine in 2012. Dazu noch die bereits eingestielten Projekte, die in den kommenden Wochen starten.
Beschweren will ich mich nicht. Umgesetzt werden sowieso nicht alle und wenn, dann werden KollegInnen für Schulung und Website-Planung dazu geholt und via Projektmanagement integriert. Aber das Volumen ist schon beeindruckend.
Begonnen hat diese Entwicklung im Frühling 2011. Bis dahin war meine Arbeit und Zeit gut planbar. Work-Lifetime-Balance im grünen Bereich, würde ich sagen. Dann fielen die Sommerferien irgendwie aus. Zumindestens für mich und einige Marketingabteilungen von Unternehmen und Agenturen. Dann die Herbstferien. Eigentlich beides sichere Kandidaten für Müßiggang. Über die Weihnachtsfeiertage war dann doch sowas wie gespannte Ruhe. "Guten Rutsch und wir melden uns im neuen Jahr!". Kennt man ja, aber das damit der 1. Januar gemeint war, ist neu. GIbt es jetzt so viele junge Singles in den Unternehmen? Ein Generationswechsel? Oder ändert sich da gerade eine Arbeitseinstellung?
Ich glaube, dass gerade unheimlich viel Geld in dieses neue Medium gepumpt wird.
Dass es eine kribbelige Ungeduld gibt, den Anschluss nicht zu verpassen.
Dass man links und rechts guckt und erschrocken die Aktivitäten der Kollegen/Konkurrenz sieht.
Eine gewisse Panik ist da nicht mehr zu übersehen. Wie heisst der englische Ausduck dafür noch gleich? Rat Race. Zielloses, selbstzerstörerisches Rennen. Ohne Plan, Struktur. Schlecht beraten von Agenturen, die selbst keinen Plan haben. Genau das haben die Unternehmen im letzten Jahr gemacht. Nun dämmert es ihnen, dass sie A) nicht alles von anderen machen lassen können, B) dass sie sich schnellstens auf die Hinterbeine setzen müssen, um den Anschluss nicht zu verpassen und C), dass es keine Alternative gibt.
Also freue ich mich auch. Der Schampus steht kalt und wird heute abend mit stiller Freude getrunken.
Dabei wird mir schon eine Idee kommen, wie ich mit diesem "Social Web auf Speed" als Unternehmer umgehen werde.
Ist nicht das erste Mal, dass das Web einen Hype auslöst.
Sicher nicht das letzte Mal.
In der Vergangenheit hat mir immer geholfen, mich phasenweise auf ein Kernthema zu spezialisieren. 2004 Blogs. 2005 Podcasts. 2006 komplette Web-Media-Produktionen. 2007...Startup-Zeit. War etwas aus der Reihe...und eine verrückte Zeit. 2008 Social-Media-Consulting. 2009 auch noch, aber mit wesentlich komplexeren Themen. 2010 war geprägt durch viele Vorträge und anstrengende Überzeugungsarbeit. 2011 stand im Zeichen von Transmedia sowie sehr spannenden, aussergewöhnlichen Projekten. Z.B. mit dem Berliner Unternehmen Asisi im Pergamonmuseum.
Dann wird 2012 wohl das Jahr in dem das "Social Web" ankommen wird.
Mit seinen Chancen, seinen Risiken.
Meine Schwerpunkte werden Projektleitung und "Social News/Mags/TV" sein.
Den Grundstein dafür habe ich für mich schon gelegt: The Social Web Co. heisst mein eigenes Projekt. Aber gerade holt die Realität das Marketing ein. Wir werden sehen.
Morgen sieht sie bestimmt schon wieder völlig anders aus...
bild: franktentler.com, kreuz aus kevelaer
"Social Society" oder "Social Matrix" - In welcher Welt leben wir?
Das neue Jahr bringt jede Menge Material zum Thema "Social Web" mit sich. Neue (Weiter-) Entwicklungen, wie z. B. "TV/Print goes Social" oder im Bereich des lokalen/analogen Netzwerkens (z. B. http://www.schemer.com) stehen Studien und Auswertungen des vergangenen Jahres gegenüber. Eine dieser Studien beschäftigt sich mit der Akzeptanz des "Social Webs" innerhalb von Unternehmern, Behörden und NPO´s.
Neben aktuellen Zahlen weist sie auch darauf hin, dass es auf diesem Gebiet einen enormen Weiterbildungsbedarf gibt, will man sich der Realität und der Nutzer-Dynamik langfristig angleichen.
2012 wird sicherlich das Jahr, in dem "Social" alle Web-Aktivitäten bestimmen wird: Social News, Social TV, Social Mags, Social Marketing/PR sind nur ein paar der Buzz-Words, an die wir uns gewöhnen werden. Auch technisch (Hard-, und Software) wird sich alles auf die Handhabung der sozialen Interaktion und der immer einfacheren, vernetzten Interaktion der User auf ihren unterschiedlichsten Plattformen konzentrieren.
...und wir werden uns mit den Folgen dieser Entwicklung auf unsere Gesellschaft, wenn nicht gar auf das Zusammenleben der Menschen auf diesem Planeten beschäftigen.Nach der Euphorie werden wir merken, wie leicht wir durch unsachgemässen Gebrauch, der Auswertung unserer Aktivitäten und der unkontrollierbaren Erweiterung unserer "Freundeskreise" zu überwachen und zu steuern sind. Wir werden uns fragen:
Sind Revolten, Umstürze, soziale Kampagnen von Menschen, Regierungen oder Lobbyisten gestartet und gesteuert, die sich der Partizipation-Kraft der neuen Medien bedienen?
Welche Interessen werden hier wirklich vertreten und wie können wir "Social Propaganda" von einem echten Anliegen unterscheiden?
Sind die Personen, die ich zu meinem digitalen Freundeskreis zähle, wirklich echt? Nach und nach werden wir merken, dass vieles, was wir in den Ursprüngen des "Social Webs" für innovative Interaktions-Werkzeuge gehalten haben, nur dazu dienen, uns zu manipulieren, zu steuern und - still, leise, unmerklich - zu führen.
Der Begriff "Social Remote" - die aktive Steuerung und Kontrolle von Menschen durch Technik und Interaktion via "Social Web" - wird auftauchen.
Zunächst als Teil von Marketing-Kampagnen, dann als Teil der Propaganda-Arbeit.
Uns wird der Verdacht kommen, dass wir vielleicht viel mehr durch noch mächtigere Interessensgruppen ausgehorcht, kontrolliert und gesteuert werden, als es sich George Orwell in seinen schlimmsten Alpträumen vorstellen konnte.
Die Technik dafür ist längst vorhanden.
Investoren platzieren heute geschickt ihr Geld, um die Nutzung von Hard- und Software DAU-tauglich zu machen. Denn "einfacher" bedeutet "mehr".
Je mehr jeder von sich erzählt/twittert/facebookt/plust, umso mehr kann man Informationen über ihn und seine sozialen Kontakte sammeln.
Und man kann ihn mehr und einfacher zur zielgerichteten Interaktion manipulieren.
Wir sind bereits heute so sehr an die Nutzung der sozialen Netzwerke und Plattformen gewöhnt, dass wir sie im Grossen völlig unkritisch mit Informationen aus allen Lebensbereichen über uns, unsere Freunde und Familie füttern. Selbst Menschen, die nicht sehr aktiv im Social Web sind, werden durch die Hinweise und Beiträge, die ihre Kontakte an und über sie schreiben, völlig transparent.
Aber es gibt auch genug Möglichkeiten, diesem Szenario zu entgehen.
Diesen Grundstein zu legen, wird ein wichtiger Schritt im Jahr 2012 sein. Wir müssen jetzt, nachdem die Euphorie bei den Nutzern der ersten Stunde abklingt, einen klaren Kopf bekommen, um zu sehen, wohin uns diese Entwicklung führen kann.
Nur dann sind wir in der Lage, dieser technischen Revolution positive Impulse zu geben.
Nur dann können wir die Gefahren, die diese "Social Matrix" mit sich bringt, verstehen und darauf reagieren.
Denn das "Social Web" - so wie es von den Vätern des Internets schon vor vielen Jahren voraus gesagt wurde, um es zum Guten einzusetzen - schafft etwas, was kein Buch, kein Radio und kein TV bisher schaffen konnte:
Menschen können vernetzt, über Sprachbarrieren hinweg, gemeinsam an einer besseren Welt arbeiten. Eine Utopie?
Vielleicht.
Aber besser diese, als eine Orwellsche.
Bild: Ausschnitt aus "Start of Production"
Ende 2012 ist es soweit und Regisseur Peter Jackson, der mit der Verfilmung der "Herr der Ringe"-Triologie Filmgeschichte schrieb, wird den ersten Teil seiner auf 2 Filme angelegten Verfilmung des Buches "The Hobbit" (Dt.: Der Kleine Hobbit, von J.R.R. Tolkien) präsentieren.
Aber schon jetzt führt er detailliert und pointiert durch die Produktion, erklärt mit YouTube-Videos Hintergründe und Technik und liefert en passant einen beeindruckenden Einblick in Produktion und Filmteam. Kurz gesagt: er vermittelt mir eine grosse Vorfreude auf den Film.
Filmtrailer in Social-Media-Anwendungen sind heute eher ein Normalfall als eine Ausnahme. Auch das Filme durch ein Blog im Vorfeld auf sich aufmerksam machen, ist nichts neues. Ein schönes Beispiel dafür ist das Blog zum Film "Krabat", dass noch heute als Vertriebsweg für die DVD genutzt wird. Selten aber ist mir bei Künstlern oder Unternehmen eine Berichterstattung untergekommen, die so persönlich, professionell, witzig und intim ist, wie die von Peter Jackson. Besonders die Szene, wo sich alle am Film beteiligten zu einem Maori-Begrüßungsritual zusammen finden, ist berührend.
Jackson hat nicht nur eine eigene grosse Fan-Gemeinde als Regisseur und Künstler, Tolkiens Bücher werden von Millionen Menschen in aller Welt als Fantasy-Bibel geliebt. Sie verfolgen jeden Schritt der Filmproduktion, werden diese Vorberichterstattung lieben und via Social Web in ihren Netzwerken teilen. Menschen, die etwas lieben, empfehlen es gerne weiter und da sie Kuratoren ihrer CloudCommunity sind, hat der von ihnen geteilte Content in ihren Netzwerken einen hohen Wahrnehmungswert.
Wir kennen das von Apple, die bei jedem neuen Produkt, dass sie auf den Markt bringen, mehrere 100-Millionen-Dollar an Werbegeldern sparen, da "Apple Fanboys" jede noch so unwahrscheinlichste Vermutung dazu wie einen Virus weiter geben und den Produkt- und Markennamen weltweit bekannt machen. Ob das sogar von Apple selbst provoziert wird, ist schwer zu sagen. Aber erfolgreich ist diese Strategie auf jeden Fall.
Mein Tipp an meine Kunden lautet immer:
Fangen Sie so früh wie möglich mit der Berichterstattung über das Social-Web-Projekt an.
Am besten lange bevor das eigentliche Event stattfinden wird.
Dieses Vorgehen hat Vorteile:
- Man beginnt sehr früh Aufmerksamkeit zu generieren
- Das "Social Web Team" des Unternehmens kann sich kennen lernen und einspielen
- Man beginnt bereits im "Welpenschutz" (also in der Phase, wo man sich auf Grund seines Greenhorn-Statuses noch Fehler und "dumme" Fragen erlauben kann) mit dem Schwimmen im kalten lauwarmen Wasser und wird wichtige Erfahrungen sammeln
- Auch in der Vorbereitungszeit sind viele Dinge zu erledigen, die Accounts in "Social Networks/ Media Plattformen" erfodern (Design, Vernetzung, Influencer Analyse,...). Diese dann nicht schon für die Selbstdarstellung und zur Übung zu nutzen, ist Veschwendung
- Man erarbeitet sich frühzeitig die ersten Grundlagen für eine Reputation, die notwendig für eine glaubhafte Selbstdarstellung im "Social Web" ist.
Doch wie geht man dabei vor?
Dafür habe ich meinen Kunden eine 10-Punkte-Checkliste erstellt, die zusammen gefasst so aussieht:
- Ein Produktions-Blog einrichten.
- "Social Networks/ Media Plattformen": Namen sichern, Einrichtung und Anpassung "Corporate Design" der Accounts
- Erarbeitung einer "Social/Corporate Media Policy" (Beispiel: Corporate Media Policy Deutsche Post/DHL, PDF Download. Sammlung: Corporate /Social Media Policies), die auch die Lernphase der Vorberichterstattung einbezieht
- Erarbeitung einer "Vorberichterstattungs-Strategie", die auf den Zielen des Gesamtkonzepts des Projekts aufgebaut sein muss. Also immer zuerst das gesamte Projektmanagement erstellen. Die Vorberichterstattung ist ein strategischer Teil des darin enthaltenen Marketings
- Einen NewsRoom aufbauen: Mit Google Reader, Netvibes oder ganz einfach nur mit Google News- oder Blog-Suche die wichtigsten Suchbegriffe und Meinungen zum Projekt im Auge behalten
- Analyse der Influencer. Das kann/sollte schon in dieser Phase begonnen werden. Umso einfacher ist der Ausbau und ein erfolgreiches "Influencer Relationship Management".
- Beginnen mit bekannten Blogs/Foren zu diesem Thema aktiv und respektvoll kommunizieren.
- Produktions- und Redaktionsplan für die Vorberichterstattung erarbeiten. Inhalte und Medien festlegen, interessante/bekannte Interview-Partner ansprechen...
- KOMMUNIZIEREN! Wie man das erfolgreich macht, hat eine junge Schriftstellerin gerade vorgemacht und man kann davon nur lernen: How This 23-Year-Old Used Tumblr To Land A Book Deal
- Lernen. Nur wer Fehler macht, kann Erfolg haben. Lernen kann man am besten mit anderen zusammen. Entweder in der digitalen Kommunikation, oder bei Stammtischen, Barcamps und Konferenzen. Auch das ist wichtig für die eigenen Reputation und den Kontakt zu Influenzern
In meinem Projekt für das Berliner Unternehmen asisi wurde bereits ab April 2011 mit der Vorberichterstattung begonnen, obwohl das dargestellte Ereignis - Ausstellung und Panorama "Pergamon" - erst Ende September Premiere hatte. Es wäre jedoch unmöglich gewesen, die Entstehung, Entwicklung und Realisierung eines so komplexen Kunstwerks mit dessen öffentlichen Start zu vermitteln, geschweige denn so viele Fans und digitale Freunde zu gewinnen und Besucher darauf aufmerksam zu machen. Vielmehr war die Vorberichterstattung die Basis für alle weitere Wahrnehmung, das Marketing und die Multiplikation der PR. Ohne diese Strategie wäre eine authentische und glaubwürdige Kommunikation nicht möglich gewesen.
Je mehr sich das moderne Marketing dem "Social Webs" annähert, umso wichtiger wird es, die dort interagierenden Zielgruppen frühzeitig in ein Projekt einzubinden. Nichts eignet sich dazu besser, als eine spannende, fesselnd erzählte, transmedial aufgestellte und teilbare Vorberichterstattung.
Peter Jackson beweist das eindrücklich mit seinem YouTube-Video:
Alle bisher erschienenen Videos der Vorberichterstattung zum Film kann man HIER finden.
Weiterführende Links:
- Kostenloses eBook "Transmediales Erzählen"
- Interview: Das asisi Projekt (Hintergründe, Strategie)
- Beispiel: Corporate Media Policy (Deutsche Post/DHL, PDF Download)
- Sammlung: Corporate /Social Media Policies
- Social Web Skills
- Beitragssammlung: Transmedia Storytelling
- Beitragssammlung: Corporate Communication
- Beitragssammlung: Monitoring
- Frank Tentler: Projekte und Vorträge/Schulungen
Alle meine Beiträge zur Reihe "Unternehmenskommunikation im Social Web" finden sie HIER.
Gewöhnen wir uns gerade an die Generation der "Digital Natives", erscheint schon der nächste Evolutions-Schritt in der Nutzung des Webs und seiner sozial-transmedialen Vernetzungsmöglichkeiten in unserem Sichtfeld: Die "Transmedia Natives". Wie deren Welt aussehen kann/wird, hat Microsoft mit einem futuristisch erscheinendem Video dargestellt, dass gar nicht so weit von den heutigen Möglichkeiten entfernt ist.
Der Präsident von "Microsoft Office Division", Kurt DelBene, beschreibt die Nutzung von Daten und Medien in der nahen Zukunft so:
"Alle Ideen im Video basieren auf realen Technologien. Einige der Möglichkeiten, wie Spracherkennung, Echtzeit-Zusammenarbeit und Visualisierung von Daten gibt es bereits heute. Andere sind als Produkte noch nicht verfügbar, aber stellen aktive Forschung und Entwicklung bei Microsoft und anderen Unternehmen dar.""... Wir sehen Technologie im Übergang von einem passiven Werkzeug, zu einen aktiven Assistenten, der uns hilft, Dinge zu erledigen und unsere Interaktionen miteinander zu stärken. Sie werden erleben, wie Menschen mit einer Vielzahl von Geräten, wie Tablets und PCs, bis hin zu mobilen Geräten produktiv bleiben können, wie sie auf ihre Informationen zugreifen können, unabhängig von ihrem Standort oder der verwendeten Geräte.""Zusammenarbeit in Projekten mit entfernten Kollegen wird einfacher. Die Informationen können über Touch-und Sprachbefehle vermittelt und verändert werden, um schöne und nützliche Dokumente zu erstellen. Bessere Entscheidungen können schneller mit Informationen gemacht werden, die sich darauf beziehen, wo man ist und was man gerade tut."
Aber sehen Sie selbst:
Viele der im Video beschriebenen Anwendungen nutze ich bereits heute. Doch sind sie oft sogenannte "Workarounds", also selbst erstellte "technische Krücken" oder Angebote, die sich leider nicht miteinander vernetzen lassen und bei weitem nicht so hübsch visualisieren. Doch nur mit einigem Wissen um die Filterung, Vernetzung und Verteilung von Informationen, lassen sich heute Ansätze der beschriebenen Produktivität umsetzen. Aber sie funktionieren und sie erleichtern mir meine Arbeit sehr. Was fehlt, ist die Nutzbarkeit für den durchschnittlichen Web-User. Geräte und Anwendungen, die intuitiv nutzbar sind und User-Interfaces, die individualisierbar sind, aber "nativ" funktionieren.
In der Welt des "Social Webs" mit seinen Netzwerken und Social-Media-Anwendungen funktioniert das schon recht gut und wird täglich einfacher. Wer ein iPad besitzt und darauf "Flipboard" nutzt, weiss was ich meine. Und die Konkurrenz zieht nach, zu interessant ist der Markt der "Social News".
Ich weiss nicht, ob unsere soziale und berufliche Welt sich bald genauso wie im Video beschrieben darstellen wird. Aber ich bin mir sicher, dass wir bald erleben werden, wie wir immer nativer das Web in unseren Alltag integrieren werden. Die "Transmedia Natives" mit ihrem Wunsch nach schrankenloser, transmedialer Interaktion werden diese Entwicklung sehr beschleunigen und die Berufswelt wird nachziehen.
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Alle meine Beiträge zur Reihe "Unternehmenskommunikation im Social Web" finden sie HIER.
In knapp drei Wochen findet vom 17.-18. November in Duisburg-Ruhrort die 3. stARTconference statt. Sie hat den Titel "stART11 - Die Kunst des digitalen Erzählens" und beschäftigt sich umfassend mit den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des "Transmedia Storytellings" für Kunst, Kultur und Kreativszene.
Knapp wird es auch für alle, die noch kein Ticket dafür haben. Informieren kann man sich über die Konferenz auf der stART11-Website. Tickets für die 2 Konferenztage und alle Keynotes, Vorträge, Workshops, Mittags-Catering und Rahmenprogramm kosten 144 Euro inkl. MwSt.
Um bereits im Vorfeld der Konferenz über dieses umfangreiche Thema zu informieren, haben wir vom Verein stARTconference unter der Redaktion und Produktion von Christian Henner-Fehr und in Zusammenarbeit mit Kulturmanagement Network und Kulturkurier ein kostenloses eBook zum Thema "Transmediales Erzählen" herausgebracht. In diesem stellen verschiedene Experten Hintergründe, Grundlagen, Know-How und Best-Practice-Projekte vor .
Ich selbst bin mit der Beschreibung der Arbeit eines transmedialen Projektleiters, eines "Digitalen Geschichtenerzählers", dabei.
Ich hoffe, dass dieses eBook einen leichten Einstieg in dieses für die Interaktion im "Social Web" so wichtige Thema gibt und freue mich darauf, es auf der stART11 intensiv zu vertiefen.
Für die TeilnehmerInnen meiner Präsentation "Strategisches Transmedia Storytelling" am Beispiel meiner Arbeit für die asisi GmbH Berlin auf dem "Kulturinvest Kongress 2011", ist die folgende Zusammenstellung an Medien und Links gedacht.
Ich möchte mich sehr herzlich bei den Veranstaltern des Kongresses (causales) und die Organisatoren des Panels (Kulturmanagement Network) bedanken. Für mich war es eine sehr gelungene Veranstaltung mit vielen interessanten Diskussionen, neuen Anregungen und spannenden Kontakten.
Sie finden folgend die animierte Keynote-Präsentation als reines PDF-Dokument, die Sie sich entweder direkt auf dieser Seite oder HIER bildschirmfüllend anschauen können.
Darunter habe ich eine Reihe relevanter und weiterführender Links zum Inhalt als Listen gesammelt, die noch einmal technische und kommunikative Hintergründe genauer erläutern, so dass auch Interessierte, die meinen Vortrag zu dieser Präsentation nicht gehört haben, sich in das Thema einarbeiten können.
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Transmedia Storytelling - Strategie für unternehmerische Kommunikation im "Social Web"
Frank Tentler Kontaktinformationen:
Präsentations-Links:
- Seite 2: Website Frank Tentler http://thesocialweb.co/
- Seite 3: Yadegar Asisi, Künstler und Geschäftsführer asisi, Berlin
- Seite 4: Jenka Garfinkels Präsentation "Your Life is a Transmedia Experience"
- Seite 6: ARD/ZDF Langzeitstudie Massenkommunikation
- Seite 8: Social Media Counter by Gary Hayes
- Seite 9: Rangliste "Soziale Netzwerke in Deutschland"
- Seite 10: Unignorierbar – die schiere Größe der sozialen Medien (Sascha Lobo)
- Seite 11: Eric Schmidt - Das ist erst der Beginn des Internets
- Seite 11: Jeff Jarvis - Video: Sharing informations
- Seite 12: CloudCommunities - Video und Präsentation (Frank Tentler)
- Seite 20: Klout und "Storytelling- Das Skelett der 360º Unternehmens-Kommunikation"
- Seite 27: PERGAMON - Panorama der antiken Metropole
- Seite 28: stART11 - Die Kunst des digitalen Erzählens
Weiterführende Links:
- Kostenloses eBook "Transmediales Erzählen"
- Interview: Das asisi Projekt (Hintergründe, Strategie)
- Beispiel: Corporate Media Policy (Deutsche Post/DHL, PDF Download)
- Sammlung: Corporate /Social Media Policies
- Social Web Skills
- Beitragssammlung: Transmedia Storytelling
- Beitragssammlung: Corporate Communication
- Beitragssammlung: Monitoring
- Frank Tentler: Projekte und Vorträge/Schulungen
Bild: Logo White Ravens Festival
In Duisburg geboren, bin ich mit der IKIBU - der Internationalen Kinderbuchausstellung - aufgewachsen. Das und wie diese Veranstaltung mein Leben geprägt hat, habe ich an anderer Stelle bereits geschrieben. Dadurch wird auch verständlich, warum ich mich auf ein Projekt in 2012 ganz besonders freue. Denn ich werde dabei helfen, ein internationales Kinder- und Jugendbuchfestival ins Social Web zu bringen.
Im Sommer 2012 findet in München wieder das White Ravens Festival für internationale Kinder- und Jugendliteratur statt. Im Zuge dieser Veranstaltungen werden mehrere Tage lang Autoren und Illustratoren aus Deutschland und aus aller Welt ihre Bücher präsentieren. Neben Lesungen und Podiumsdiskussionen, in denen Autoren über sich und ihre Arbeit sprechen, werden auch Workshops und Schreibwerkstätten stattfinden. Das White Ravens Festival bietet innovativen Kinder- und Jugendbuchautoren Raum, um junge und erwachsene Leser für sich und ihre Werke zu begeistern. Dabei werden sowohl renommierte und vielfach ausgezeichnete Schriftsteller, wie auch literarische Neulinge das Programm bestimmen.
Die Leitung der Internationalen Jugendbibliothek München (IJB), die in dem wundersamen und wunderschönen Schloss Blutenburg untergebracht ist, hat sich entschieden, dass Festival auch in die digitalen Welten der Jugend zu bringen, um so Werbung für das Lesen und die Fantasie zu machen, aber auch um Medienkompetenz in einem Umfeld zu zeigen, dass heute bereits ein fester Bestandteil der jugendlichen Kommunikation ist.
Jugendliche sollen so die Chance erhalten, sich international mit Gleichaltrigen über Bücher auszutauschen, neue Bücher, Autoren und Illustratoren kennen und lieben zu lernen, aber auch - ohne erhobenen Zeigefinger - durch aktive Interaktion die nötige Kompetenz und Verantwortung in diesem noch jungen Medium lernen.
Schon jetzt hatte ich erste Treffen und Schulungen, um die MitarbeiterInnen über das Projekt zu informieren und Wissen über das "Social Web" zu vermitteln. Auch ein WebTeam hat sich bereits aufgestellt und so können wir im Dezember mit der Umsetzung beginnen. Eine kurze Präsentation fasst schon einmal die Grundlagen und Ziele zusammen:
White Ravens Festival im "Social Web": Jugendliteratur und Soziale Netzwerke
Aber schon jetzt gibt es jede Menge Veranstaltungen, die regelmässig auf Schloss Blutenburg stattfinden. Diese zu verfolgen, das Denken, Handeln und die Begeisterung der MitarbeiterInnen für ihre Arbeit kennen zu lernen, ist immer ein Teil meiner Arbeit. Denn will man die "Seele" eines Projekts digitalisieren, muss man sie erst verstehen, begreifen, ja, auch ein Stück selbst leben. Dafür muss ich schon frühzeitig versuchen, in diese Welt einzutauchen. Ich muss gestehen: Bei diesem Thema ist das für mich nicht wirklich schwierig. Als ich zum ersten mal Bibliothek und Archiv der Jugendbibliothek mit ihren über 600.000 Büchern in allen möglichen Sprachen sah, wünschte ich mir, dass ich hier einmal versehentlich über ein Wochenende eingeschlossen werde. Und als ich dann auch noch eines meiner im Laufe der Jahre verloren gegangenen Kinder-Lieblingsbücher im Bestand fand (Tom, der Kopf, gaunert weiter/ John Dennis Fitzgerald, dt.1973), war es um geschehen. Ein Tipp: Sollten Sie/solltest du selbst einmal nach einem verlorenen Buch suchen, bietet die IJB eine umfangreiche Online-Suche an.
Um diese Welt der IJB vorzustellen, habe ich die Website Bücherburg eingerichtet. Hier werde ich über Erlebnisse, Entwicklungen und Veranstaltungen berichten und hoffe, dass dieses tolle Projekt, die diese Internationale Jugendbibliothek definitiv ist, dadurch viele neue Freunde gewinnen wird. Denn ein Besuch von Schloss Blutenburg lohnt sich auf jeden Fall schon jetzt. So zum Beispiel bei der Krimilesung aus dem Werk des schwedischen Autors Åke Edwardson, der kommende Woche mit seinen Komissar-Erik-Winter-Krimis zu Gast auf Schloss Blutenburg ist. Die deutsche Übersetzung wird von dem Schauspieler und Sprecher Hans Jürgen Stockerl gelesen, dessen Stimme jeder Hörbuch-Freund kennt (für Interessierte: Eintritt 8 Euro. Kartenreservierung über Tel. 089/891211-42 oder per E-Mail direktion@ijb.de).
Die Lesung ist Teil der Veranstaltungsreihe "Nordwärts - Skandinavische Kinder- und Jugendliteraturtage", die vom 25.-28. Oktober auf dem Schloss stattfinden.
Ich freue mich schon sehr darauf, 2012 oft und ausgiebig an solchen und anderen Veranstaltungen teilnehmen zu können.
Das ist ein Privileg meines Berufes, das ich nicht missen möchte.
Bild: Frank Tentler
Maßnahme gegen den Verlust philharmonischer Wahrnehmung in Zeiten der modernen Medien.
Heute am 07.09.11, Schlag Null Uhr endet mein Troll-Leben.
Drei Tage war ich unterwegs, keuleschwingend und provozierend.
Drei Tage habe ich jeden, der nicht hinter seinem Account in Deckung ging, erzählt, wie befremdent ich die Entscheidung finde, das Projekt "Philharmonie 2.0" zu beenden.
Drei Tage gab ich Interviews, stand Rede und Antwort, habe jedem, der hören oder nicht hören wollte erklärt, was der Unterschied zwischen dem Ende eines Blog und dem Ende einer Social-Web-Strategie ist.
Drei Tage habe ich mein ganzes Pfund in die Waagschale geworfen, um genügend Geschütze auf das Schlachtfeld zu bringen, damit diese Fehlentscheidung wahrgenommen, verständlich erklärt und eingesehen wird.
Zu meinem Erstaunen, hat mir dieses Troll-spielen gefallen und es war nötig. Die Gegenargumente zu den Begründungen des Endes sind logisch. In so einem Fall ist es nicht schwer, eine Meinung glaubhaft und nachvollziehbar darzustellen. Aber wird sie dann auch wahrgenommen? Eher nicht und daher die "Keule".
Was mir schwer fiel, war aber die direkte Konfrontation in aller Öffentlichkeit auch mit Menschen zu führen, die ich persönlich sehr schätze oder deren Einschätzung nicht aus Borniertheit und Egoismus, sondern Unkenntnis entstand.
Oder mich meinen Kollegen, Freunden und Kunden über drei Tage hinweg in einem für Sie unbekannten aggresiven Ton zu präsentieren. Einige Anrufe, Mails und andere besorgte Nachrichten, die ich dazu erhielt, lassen durchaus darauf schliessen, dass sie sehr irritiert waren.
Dafür möchte ich an dieser Stelle schon einmal um Verzeihung bitten.
Doch dahinter steckte Methode und ab heute bin ich wieder so, wie sie mich kennen. Denn ich denke, ich habe mein Ziel erreicht.
Warum habe ich mich für dieses aggresive Vorgehen entschieden? Das Geschehene ist ein Vorfall, der mich auf zwei Ebenen berührt:
Emotional
Ganz klar: was hier kaputt gemacht wird ist nicht nur ein Leuchtturm des Kulturmarketing im "Social Web", sondern war 2008 mein Baby. Eine tolle "Göre", die den Vorstellungen ihres stolzen Vaters nach wuchs und schon nach wenigen Monaten in die Hände einer glücklichen Adoptions-Familie übergeben werden konnte. Es hat mich nicht nur unzählige Stunden Überzeugungs-, Planungs-, Umsetzungs- und Kreativarbeit gekostet. Aufzucht und Erziehung hat auch mehr als ein halbes Jahr meines Privat- und Berufsleben gefordert und ist bis heute ein "Benchmark" für Transmedia-Produktionen im "Social Web".
Ich musste erst einmal schlucken, als ich die Nachricht vom Ende der "Philharmonie 2.0" hörte.
Aber das verging.
Rational
Duisburg ist, wie viele andere Kommunen auch, pleite. Die Philharmoniker sind teuer. Aber sie haben, wie die Vergangenheit gezeigt hat, eine hohe Reputation und einen schier unermesslichen Geschichten-Schatz, wie der letzte zusammen fassende Blog-Beitrag zeigt. Als grosses Orchester könnten sie durchaus in der Lage sein, einen Teil ihrer Ausgaben selbst zu finanzieren. Wenn sie ein Marketingkonzept hätten. Das haben sie aber nicht. Sie erwirtschaften, selbst wenn sie ausverkauft sind, von ihrem 8 Mio. Euro Jahres-Etat nur ca. 300.000 Euro durch den Verkauf von Tickets. Selbst wenn sie also kein einziges Ticket verkaufen würden, würde ihnen nur unter 5% ihres jährlichen Etats fehlen.
Der Rest sind grosse Summen durch Kooperationen (die 2014 auslaufen), kleine durch Sponsoring oder zahlt die Stadt Duisburg. Soviel ich weiss (da lasse ich mich gerne korrigieren, auch bei den anderen Summen) 2 Mio. Euro. Das ist Geld, was die Stadt nicht hat und sich nur durch Einsparung an anderen Projekten leisten kann.
Dass Duisburg sich erlaubt ein hervorragendes Orchester in einer einmaligen Halle zu haben, finde ich gut.
Wirklich sehr gut und vorbildlich.
Dass eines der wenigen Duisburger Kulturangebote, dass durch ein modernes Marketing - und dazu gehört Marketing im "Social Web" vorrangig - Geld erwirtschaften kann, das aber nicht tut, ist jedoch ein Unding.
Dass sie diese Möglichkeiten nicht nutzen UND das erste und bis heute bekannteste und nach wie vor respektierte Kulturprojekt im "Social Web" verhungern lassen, eine Unmöglichkeit.
Aber dass hier nicht der Ansatz von Verständnis für das Überleben des Orchesters und der Duisburger Kulturszene durch ein kreatives und kluges Management gezeigt wird und die heute schon von so vielen Kulturbetrieben weltweit erfolgreich genutzten modernen Kulturmarketing-Möglichkeiten eingesetzt werden, ist in diesem Fall unglaublich. Zumal die Philharmoniker sie doch selbst 2008-2010 erfolgreich medial vorgelebt haben.
Lieber bleibt man am Tropf, wartet auf sein Ende und steckt den Kopf in den Sand, anstatt sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.
Mag es Unverständnis oder Machtspielerei sein: In jedem Fall ist es unlogisch, unwirtschaftlich und unrealistisch, so zu denken. Ein modernes, überlebensfähiges A-Orchester braucht definitv ein modernes Marketing!
Je mehr es nicht am Tropf einer bereits finanziell blutleeren Stadt hängt, um so eher wird es überleben.
Und es wäre so einfach das zu realisieren!
Was ich mit meiner "Trolligkeit" erreichen wollte, lässt sich so zusammenfassen:
Aufmerksamkeit
Hierbei geht es nicht um das Ende eines Blogs, sondern das Ende eines dringend benötigten Marketings.
Es ist schon beeindruckend, dass die Information vom Ende der "Philharmonie 2.0" im Web um einiges mehr wahrgenommen wurde, als die Vorstellung des neuen Generalmusikdirektors und dem Beginn der neuen Spielzeit zusammen!
Das würde mir an Stelle des Management und der Musiker sehr zu denken geben.
In den kommenden Tagen werden ebenso noch einige Interviews und Berichte dazu erscheinen. Überregional. Nicht nur im Regionalteil der Zeitungen.
Ihr "Social Impact" scheint selbst jetzt noch höher als bei vielen anderen A-Orchestern zu sein.
Diskussion
Mich interessierte, ob sich die digitalen Philharmoniker-Freunde überhaupt für diese Information interessieren. Das taten sie. Überwältigend in ihrem Unverständnis und ihren Hilfsangeboten.
Dafür hier schon einmal "DANKE!"
Nach wie vor scheinen die Duisburger Philharmoniker eine hohe Reputation - unabhängig von ihren aktuellen Entscheidungen - zu besitzen.
Das ich mit meiner Vorgehensweise keine offenen Türen bei Intendant Alfred Wendel einlaufe, ist mir klar. Aber er kennt mich und weiss, dass ich sachorientiert vorgehe und mir hier als Social-Marketing-Profi und gebürtiger Duisburger einfach nur noch das Herz blutet. Hoffe ich zumindest. Denn ich suche die Diskussion mit ihm, stehe zu meinem Angebot und werde sofort als Sponsor einspringen, um "Philharmonie 2.0" professionell weiterzuführen.
Kulturdezernent Karl Janssen hat mich zu einem Gespräch eingeladen und ich bin gespannt, ob sich etwas daraus entwickelt. Ziel kann in Duisburg nur ein aktives Netzwerk sein, dass aus Kunst- und Kreativszene sich gegenseitig befruchtet. Für alles andere gibt es kein Geld.
Wir leben im Zeitalter der Netzwerke.
Lernen wir sie analog und digital zu unserem Vorteil zu nutzen.
Den Duisburger Philharmonikern, die mich 2008 lehrten, was Musik wirklich bedeutet, wünsche ich eine erfolgreiche und genauso gut besuchte Spielzeit wie in den letzten Jahren. Schon das morgige Konzert schürt grosse Erwartungen.
Bild: Frank Tentler
Alle wollen in das "Social Web"! Aber nehmen wir einmal an, jemand möchte es wieder verlassen?
Gründe dafür gibt es: Das Geschäftsmodell ändert sich, das Unternehmen wird aufgelöst, Lebensumstände ändern sich, oder man trifft im Mangement die Entscheidung, dass man diesen "ganzen Kram" nicht mehr braucht. Urteilen wir nicht über den Sinn einer solchen Entscheidung, schauen wir uns nur die nötigen Maßnahmen an, die daraus einen sauberen, professionellen Schnitt machen.
Wieder ist ein Kulturbetrieb Ausgangspunkt und Vorbild für Unternehmen, um sich Gedanken über ihr Verhalten im "Social Web" zu machen. Das Vorgehen der Duisburger Philharmoniker, die sang- und klanglos ihr erfolgreichstes Marketinginstrument - das transmediale "Social-Web"-Angebot "Philharmonie 2.0" - beenden, ist ein Worst-Case-Szenario und Marketing-Desaster, das mich auf den Gedanken brachte, dass man auch für diesen Fall eine Vorgehensweise, eine "Exit-Strategie", parat haben muss.
Warum muss das sein?
Stellen Sie sich diese Frage, haben Sie einen guten Grund, Ihr Marketing im "Social Web" wieder einzustellen. Dann haben sie diese Welt nicht verstanden, ihre Möglichkeiten nicht genutzt und Ihre Ressourcen verschwendet.
Denn hier einfach den Stecker ohne Begründung zu ziehen, kann sich nur erlauben, wer definitiv und unwiderruflich sein Unternehmen aufgibt. Deshalb ist es für eine verantwortliche unternehmerische Entscheidung in diesem Umfeld wichtig, einige Grundregeln zu beachten:
- Exit-Strategie festlegen. Ob beim Betreten oder beim Verlassen der digitalen Welt: Planen Sie vorher genau, was sie wollen, wen sie erreichen wollen und wie sie dabei vorgehen. Planlos ist nicht nur im "Social Web" sinnlos.
- "Social Media Exit Policy" mit Mitarbeitern vereinbaren. Oftmals sind gerade die eigenen Mitarbeiter die grössten Fans der "Social Media"-Aktivitäten ihres Unternehmens. Daher bereiten Sie diese frühzeitig vor und vereinbaren Sie - genau wie Sie zu Beginn eine "Social Media Policy" aufgestellt haben - einen gemeinsamen, von allen durchzuführenden Verhaltenskodex für den Ausstieg.
- Alle Accounts und Vernetzungen dokumentieren. Aktualisieren Sie alle ihre Listen, mit denen Sie ihre "digitalen Botschaften" verwalten. Prüfen Sie nach, ob sie automatisierte Veröffentlichungen eingerichtet haben, die weiter laufen würden. Stellen Sie fest, ob sie eventuell immer noch automatisch Follower bei Twitter ansprechen, stellen das gegebenenfalls ab oder nutzen es vorher, um eine Abschiedsbotschaft zu hinterlassen.
- Influencer vorab informieren. Sie hatten ein Influencer-Marketing aufgebaut? Dann sind diese die Ersten, die sie vorab informieren müssen. Seien Sie dabei genauso offen und ehrlich, wie Sie es bei Ihrer Kontaktaufnahme waren.
- Inhalt reduzieren. Heizen Sie kein Feuer mehr an, dass Sie dann nicht mehr mit Brennholz versorgen können. Das verwirrt nur. Reduzieren Sie Ihre Veröffentlichungen auf das Notwendigste.
- Verabschieden. Sie sterben gerade einen digitalen Tod. Laden sie entweder zur Raue ein, oder feiern Sie eine Abschiedsparty. Aber erklären Sie nachvollziebar Ihre Gründe. Machen Sie es mit Würde, Respekt und so, wie Sie denken, dass ihre digitalen Freunde sich wünschen, Sie in Erinnerung zu behalten.
- Bedanken. Viele Menschen haben Ihnen über lange Zeit ihre "Freundschaft" und ihr Vertrauen geschenkt. Nehmen Sie das ernst und bedanken Sie sich ausgiebig, ausführlich und möglichst bei jedem, der Ihnen wichtig war, persönlich.
- Noch einmal bedanken. Man kann es nicht oft genug tun!
- Abschieds-Botschaft hinterlassen. Ist die Stunde des endgültigen Abschieds gekommen, hinterlassen sie auf allen Accounts eine Abschiedsbotschaft. Eine, die Sie auch in ein paar Monaten noch gerne lesen würden. Sollte es möglich sein, hinterlassen Sie eine Mail-Adresse zur Kontaktaufnahme.
- Ändern Sie nach der letzten Nachricht alle Passwörter. Man weiss nie, ob nicht jemand Unzufriedenes mit Zugangsberechtigung Ihre toten Accounts in Zombies verwandelt.
- Nie wieder diese Kanäle benutzen. Zumindestens nicht, ohne eine glaubhafte Entry-Strategie.
- Regelmässige Kontrolle. Nehmen Sie sich fest vor, ein Auge auf ihre stillgelegten Accounts zu haben. Erfolgreiche Aktivitäten werden gerne gehackt. Auch oder besonders gerne, wenn sie beendet sind.
- Löschen Sie alle Accounts. Nach 3-6 Monaten können Sie damit beginnen, alle Accounts zu löschen. Das sollten Sie tun, denn irgendwann werden Sie nicht mehr daran denken, diese zu kontrollieren. Was dann der Account-Anbieter oder ein Hacker damit macht, werden Sie erst dann mitbekommen, wenn es zu spät ist.
Tun Sie sich einen Gefallen und dokumentieren Sie vorher mit Screenshots Ihre digitale Vergangenheit. Wer weiss, wozu es gut ist.
Wenn Sie dies Punkte beachten, sollte Ihnen ein würdiger Abgang und ein digitales "Rest In Peace" möglich sein.
Falls Sie weitere Vorschläge dazu haben, schreiben Sie sie bitte als Kommentar unter den Beitrag.
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Alle meine Beiträge zur Reihe "Unternehmenskommunikation im Social Web" finden sie HIER.
Bild: www.lisegagne.com, iStockphoto
Wie reagiert man, wenn man ein privates Gespräch in einer - sagen wir mal - Kneipe führt und ein uns unbekannter Verkäufer mischt sich plötzlich laut, aber sinnfrei ein?
Man hält ihn für einen Spinner, der nervt und sperrt ihn aus dem Gespräch aus.
Genauso versuchen aber die allermeisten Unternehmen mit Social-Web-Usern zu kommunizieren und merken nicht einmal, was für einen Fehler sie machen. Ihnen fehlt in ihrer Unternehmens-Kommunikation - dank jahrzehntelangem Frontal-Marketing - völlig das Verständnis für das Social Web, sowie die nötige Medien- und Sozialkompetenz.
Das Gute: Seit einiger Zeit tauchen immer häufiger Berichte, Nachrichten und Blog-Posts auf, welche die Kommunikation deutscher Unternehmen im "Social Web" beschreiben, analysieren und für unzureichend bis kontraproduktiv einschätzen. So wie dieser aktuelle Beitrag aus "Der Zeit" mit dem passenden Titel "Schrilles Gezwitscher".
Das Schlechte: Diese Kritik führt bisher leider nicht dazu, dass sich das Denken der Unternehmen ändert. Es gibt nur wenige rühmliche Ausnahmen ausserhalb der Kulturwelt (die für deutsche Unternehmen und Konzerne nicht nur ein Lehrbeispiel, sondern auch ein "Shuttle" mit "Win-Win"-Situation für die Reise in das "Social Web" sein könnte), wie z. B. die GLS Bank oder asisi, welche die Wichtigkeit und die Möglichkeiten von "Social Business" ernst nehmen.Ein Trugschluss ist es ebenfalls, dass Geschäftsführer oder Vorstandsmitglieder unbedingt im "Social Web" aktiv sein müssen, wie es aktuell eine Studie suggeriert. Nach meinen Erfahrungen ist das nicht zwingend nötig, hängt vielmehr von der gesamten Kommunikationsstrategie des Unternehmens im Social Web ab. Ein Beispiel: Selbst hat sich Steve Jobs nur sehr selten in "Social Networks" zu Wort gemeldet, was aber Apples Erfolg keinen Abbruch tut.
Sollten zudem diese Aktivitäten so herz- und hirnlos sein, wie die allgemeine Unternehmenskommunikation im Social Web, bewirken sie genau das Gegenteil.
Aber die Entscheider müssen diese neue Kommunikationskultur wollen, in ihrer Tiefe verstehen und innerhalb des Unternehmens, angefangen bei PR und Marketing, durchsetzen.
Warum selbst grosse deutsche Konzerne so anfängerhaft vorgehen, liegt nach meinen Erfahrungen an folgenden Gründen:
- Unbegründete Vorbehalte gegen Neuerungen verhindern, dass man sich mit dem Thema überhaupt beschäftigt.
- Falsche Einschätzung oder Interpretation der Social-Web-Realität. Darin sind wir in Deutschland gross.
- Unfähige Mitarbeiter/Berater/Agenturen. Es gibt einfach nicht viele deutsche Profis, die ein echtes, individuelles "Unternehmens-Kommunikation 2.0"-Konzept erstellen und transmedial-erzählerisch produzieren können.
Das DAX-30-Unternehmen heute auf breiter Front ihre Ausgaben für "Social Media" erhöhen, also bereit sind, in die Kommunikation mit Menschen in den Netzwerken zu investieren, zeigt zumindestens, dass der Trend aus dem englischsprachigen Raum bei uns angekommen ist und zu einem "Me Too!"-Effekt zu führen scheint. Nur müssen Unternehmen lernen, dass hohe Follower- oder Fan-Zahlen nicht gleichbedeutend mit Erfolg sind. Im "Social Web" zeigt einzig und allein der "Social Impact", ob man vom User akzeptiert wird oder nicht.
Nach meinen Erfahrungen mit ihrem Adaptions-Vermögen, wird es aber wieder - genau wie bei Websites, Blogs, Podcasts,... - einige Zeit dauern, bis dieses Feld professionell beackert wird.
Bis dahin wird jede Menge Geld und Reputation verbrannt werden. Aber Unternehmen, die sich dieser Aufgabe jetzt bereits professionell stellen, werden sich einen wichtigen Vorsprung erarbeiten.
Was für diese Unternehmen wiederum etwas Gutes ist.
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Alle meine Beiträge zur Reihe "Unternehmenskommunikation im Social Web" finden sie HIER.
Bild: Rotunde des Pergamon-Panoramas
In den letzten Monaten habe ich wenig über "Die Kunst des digitalen Erzählens" geschrieben. Durch die praktische Arbeit in und an verschiedenen Projekten blieb mir dafür leider nicht viel Zeit. Aber gerade weil ich in diesen Projekten immer wieder an den Punkt komme, dass alle technischen Grundlagen erfüllt, alle transmedialen Vernetzungen fertig sind und von den UnternehmensmitarbeiterInnen professionell bedient werden, alle Monitoring-Werkzeuge justiert sind und bereits grössere CloudCommunities aufgebaut wurden, stelle ich in diesem Moment immer fest: Deutsche Unternehmen können oder wollen keine Geschichten erzählen. Doch ohne diese Fähigkeit reduziert sich das "Social Web" auf eine Art klassische PR in sozialen Netzwerken und die Nutzer werden nicht erreicht, weil man ihnen keinen interaktiven Mehrwert liefert.
Um einmal die Wichtigkeit des "Corporate Storytelling" innerhalb einer "Transmedia Storytelling"-Strategie zu verdeutlichen, werde ich anhand der Klout-Werte des Unternehmens asisi erklären, welche Auswirkungen Defizite in diesem Bereich auf das "Social Marketing" haben.
Diese Form der offenen Projektanalyse ist nicht üblich. Umso mehr bin ich dankbar, dass über die Entwicklung dieses Projekts so frei gesprochen wird. Das hat seine Wurzeln in dem Willen des Unternehmens, sich zu einem anerkannten und lebendigen Netzwerkpartner zu entwickeln und in meinem Wissen, dass Optimierung zum Projektplan gehören. Alleine, dass die Wichtigkeit von "Corporate Storytelling" bei asisi erkannt wurde und als Grundlage von Marketing und PR definiert wird, macht ihre Unternehmenskultur für mich zu etwas ganz Besonderem.
Vorneweg:
Ich erkläre an dieser Stelle nicht den Nutzen und den Einsatz von Klout.
Wen das interessiert, lese sich bitte folgende Beiträge durch:
-SOCIAL MEDIA MONITORING. SOLL MAN'S MACHEN?
-SOCIAL IMPACT- SCHNELL UND EINFACH VERGLEICHEN
-SOCIAL IMPACT - CELEBRITY VS. INFLUENCER
"Transmedia Storytelling": Dieses Thema habe ich in 3 Beiträgen zusammen gefasst, die hier nachzulesen sind:
The Taleteller´s Web Teil 1 | Teil 2 | Teil 3
Am Klout-Werts eines Social-Web-Users kann man mit etwas Übung schnell sehen, wie er sich im Web präsentiert. Für ein kostenloses Tool liefert Klout viele und sinnvolle Einblicke in Aufstellung, Augenmerk und Strategie eines Social-Web-Nutzers. Wichtigstes Netzwerk ist hierbei (und auch in meiner eigenen Arbeit, daher kann ich das bestätigen) Twitter. Unternehmen, die immer noch glauben, dass eine nachhaltige und erfolgreiche Interaktion über Facebook alleine möglich ist, kann ich nur raten, ihre Einstellung, Berater und Agenturen zu wechseln. Facebook bringt nur in Kombination mit Adds und Werbeaktionen einen kurzfristigen "Social Impact". Nur als Teil einer "Transmedia Storytelling"-Strategie macht es Sinn. Dann nämlich, wenn dort eine Gruppe von Influencers erreichbar ist, die ich auf anderen Netzwerken nur schwer ansprechen oder synchronisieren kann.
Bei Twitter ist dieser wichtige Schritt wesentlich einfacher zu schaffen. Google+ birgt die Hoffnung, dass es damit mittelfristig noch einfacher wird. Warum das so ist, habe ich in einem Beitrag geschrieben, der vor dem Erscheinen von Google+ veröffentlicht wurde und daher nicht direkt darauf Bezug nimmt.
asisi ist über Blogs, Event-Sites, Social-Network- und Social-Media-Accounts tief mit dem "Social Web" verwebt und kommuniziert - nach einer 2-monatigen Testphase - seit Mai intensiv. Voran gegangen ist seit Anfang des Jahres eine Analyse und Umgestaltung der Kommunikationskultur, die in einer individuellen Strategie, intensiven Mitarbeiter-Schulungen, sowie gezielte personelle und technische Aufrüstung zur Social-Web-Interaktion. Diese Projektbereiche werden permanent analysiert und weiter entwickelt.
Gemäss eines Projektsplans, wurden diese Phasen zügig und erfolgreich umgesetzt. Heute verfügt asisi über ein Kern-Team von 2 hauptverantwortlichen Social-Web-Teammitgliedern, die mit allen anderen Unternehmensbereichen eng vernetzt sind und den intensive internen und externen Austausch suchen und fördern.
Diese intensive Arbeit spiegelt sich auch im von Woche zu Woche wachsenden Klout-Wert wieder:
Kontinuierlich und selektiv werden neue "Digitale Freunde" gewonnen. Der sogenannte "True Reach", also die Menge der User, die unter den Followers erreicht werden, wächst gesund:
Auch über die Weitergabe der Inhalte, bei Klout "Amplification" genannt, kann man sich nicht beschweren:
Wirft man aber einen Blick auf "Network Influence" erkennt man, dass dieser Wert sich nicht an den Trend hält:
Wie kann man das interpretieren?
Erreicht man in so kurzer Zeit als "Social Web Newby" so viel Aufmerksamkeit (mir ist kein Unternehmen und kein Kulturbetrieb bekannt, der im deutschsprachigen Raum im Bereich "Museen im Social Web" ähnliche Aufmerksamkeit und Ergebnisse - v. a. in so kurzer Zeit! - aufweisen kann), ist die transmedial-technische Seite des Projekts sicherlich sehr gut aufgestellt. Wo es aber eindeutige Defizite gibt, ist der Bereich "Storytelling", also die Bindung vieler User durch spannenden, unikaten Content UND dessen mitreissender Weitergabe. Dieser Punkt spiegelt sich bei Klout in der oben genannten "Network Influence" wider. Im Moment stagniert er und muss mit aktiver und authentischer Netzwerkarbeit belebt werden. Das geht aber nur, wenn man seinem Netzwerk offen und hilfreich gegenüber tritt und es mitreissend unterhält. asisi ist das bewusst. Aber auf einmal konnte man nicht alle Teilprojekte umsetzen. Daher ist das Thema "Storytelling" als nächster Meilenstein im Umbau der Unternehmenskommunikation vorgesehen und nötig.
Schaut man sich die drei "L" des modernen Marketings an (Listen, Learn, Lead), ist das Unternehmen jetzt beim 3. "L" angekommen. Aber durch reine Informationeweitergabe - sei sie auch noch so perfekt transmedial gestreut - ist "Leading" nicht zu erreichen. Hier ist eine nachhaltige Weiterentwicklung nur über konsequentes und professionelles "Storytelling" im "Social Web" möglich.
Wie gesagt: asisi ist sich dessen bewusst. Aber bildet damit eine Aussnahme in der deutschsprachigen Unternehmenslandschaft.
Woran aber liegt es, dass Unternehmen, die bereits im "Social Web" Fuss gefasst haben, diese grundlegende Wahrheit nicht akzeptieren?
Auch, wenn sie wie Kulturbetriebe sogar grundsätzlich über ein Geschichten-Universum für die unterschiedlichsten Zielgruppen verfügen?
Wenn sie Produkte und Dienstleistungen erzeugen, deren Herstellung und Anwendung für den User spannend sind?
Schauen wir uns dazu die Geschichte der unternehmerischen Nutzung des "Social Webs" an:
2008
Das "Social Web" wabbert aus dem englischsprachigen Raum nach Deutschland. Unternehmen nehmen es allenfalls als überflüssig zu bespielendes Territorium von Freaks wahr. Agenturen verstehen nicht das Potential, oder wenn, dann verstehen sie nicht, dass hier der Mensch und nicht das Marketing zählt.
Es dauert 2 Jahre, bis Unternehmen wie selbstverständlich bei Facebook, Twitter, YouTube und Co. sind. Aber selbst heute ist Deutschland auf diesem Gebiet ein Entwicklungsland, weit abgeschlagen im internationalen Ranking.
2010
Fast jedes Blog verfügt über "Social Bookmark Buttons", die es dem User ermöglichen, mit einem Klick einen Beitrag aus dem Blog in den eigenen Netzwerke zu veröffentlichen. Ebenso verfügen viele Unternehmen über unterschiedlichste "Social Network & Social Media Accounts", eine "Corporate Media Policy" und eine "Social Media"-Strategie. Was nichts anderes bedeutet, als das sie ind er Lage sind, unterschiedlichste Kanäle mit dem gleichen, unspezifischen Content zu bespielen. Facebook gilt als neues "Social Media Eldorado" und ist doch nicht mehr als eine gut funktionierende "Plakatwand 2.0" mit ersten inhaltlichen Abnutzungserscheinungen. Unternehmen weichen nicht von ihrer klassischen Sicht von Unternehmenskommunikation ab, die User-Partizipation in den sozialen Netzwerken wächst und wächst. Aber niemand geht dorthin, um vollgespamt zu werden und immer wieder die gleichen Nachrichten, aber in einem anderen Netzwerk zu lesen.
2011
"Transmedia Storytelling" als eigenständige Marketingform wird in Deutschland bekannt, aber als zeitlich limitierte Event-Form oder "360-Grad-Marketing 2.0" genutzt. Weder erkennen Unternehmen, noch Kulturbetriebe dessen Marketing-Potential. Aussnahmen sind kleinere Unternehmen und Organisationen - z. B. aus der Tourismus-, Mode-, Nahrungsmittel und Funding-Branche - die durch authentische, offene und kreative Interaktion einen hohen "Social Impact" erzielen. Hier zeigt sich, wie effektiv diese Art der Unternehmenskommunikation sein kann.
Grosse und mittlere Unternehmen sind im "Social Web" immer die letzten, die auf den fahrenden Zug aufspringen. Erst, wenn eine Entwicklung in ihrem Segment internationaler Mainstream geworden ist, sind sie zur Adaption bereit. Erst mit internationalen Best-Practice-Projekten können Agenturen ihre Kunden davon überzeugen, neue Marketing-Wege zu gehen. Aber gerade "Transmedia Storytelling", also das transmediale Erzählen von Unternehmensgschichten in den sozialen Netzwerken birgt für viele Unternehmen grosses Konfliktpotential.
Was will eine "Deutsche Bank", RWE, oder irgendein anderes Unternehmen, das durch sein Verhalten oder seine Produkte am öffentlichen Pranger steht, den Menschen im Web erzählen? Es braucht viel Geduld, ein dickes Fell, fähige Mitarbeiter, eine flexible Strategie und den Willen, die Dinge, auf die es stolz ist, darzustellen und überzeugend zu verteidigen. Nicht einfach und mir fallen einige Unternehmen ein, die es hier sehr schwer haben werden.
Leider - oder zum Glück für den Verbraucher - wird es mittelfristig keinen Weg um diese Entwicklung herum geben und man sollte früh beginnen, sich intern auf diesen Schritt intensiv vorzubereiten. Ein Unternehmen, dass damit nicht im "Social Web" vertreten ist, hat den Stellenwert einer geschlossenen Loge. Das aber kann sich niemand erlauben.
Sieht man sich die Vergangenheit an, bleiben den Unternehmen noch 1-2 Jahre, bis dieser Trend alle Branchen durchflutet hat.
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Ein Hinweis für Kulturbetriebe und Kreative:
Vom 17.-18.11.2011 findet in Duisburg die dritte Auflage der stARTconference, die stART11 statt. Das Thema in diesem Jahr lautet "Die Kunst des digitalen Erzählens". Wir - das heisst das stARTconference-Team - haben direkt nach der stART10 im September 2010 entschieden, diesen wichtigen Bereich zu thematisieren.
Nach 2009, wo die Partizipation von Kulturbetrieben am "Social Web" im Mittelpunkt stand und 2010 (transmediale Vernetzung und Produktion) freue ich mich darauf, dieses so wichtige Thema in den Mittelpunkt der Konferenz zu stellen. Für alle, die keine der wenigen Karten bekommen (wir haben uns dafür entschieden, eine völlig neue, intensive Konferenzform in diesem Jahr zu entwickeln, die es verlangt, dass wir nur maximal 300 Tickets anbieten werden), werden wir eine umfassende und frei zugängliche Multimedia-Dokumentation gemeinsam mit den TeilnehmerInnen erstellen.
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bild: frank tentler, alpen, 3450m, 180º bild
Schon im Urlaub deutete es sich an...
Zwar hatte ich mir eine "Bildschirm-freie Zeit" verordnet, konnte das aber nicht völlig durchhalten und auf alle Bildschirme ausweiten. Urlaubsort (Hochgebirge) und -Begleiter (Familie und Freunde) verhinderten aber eine starke Partizipation. Was auch gut war. Wenn ich eine Erfahrung aus diesem Urlaub mitnehme, ist es, dass ich Bildschirmarbeit reduzieren muss und werde. Zu massiv sind die Änderungen im "Social Web", zu spannend - technisch wie strategisch - die momentanen Entwicklungen. Diese Thematik reizt mich zwar seit meinen ersten Startup-Tagen, aber, ehrlich gesagt, es gibt genug international bessere, die einem die "Essentials" und Möglichkeiten neuer Entwicklungen viel häufiger, als man sie verarbeiten kann, anliefern.
In Bewegung
Google+ und die Inbesitznahme durch eine Flutwelle von "Early Adopters" zeigt das wieder einmal deutlich. Hier bewähren sich meine alten und noch immer liebevoll kultivierten Nachrichtenfilter, die mir unikates und wichtiges aus dem Strom der Informationen fischen und in konsumierbaren Umfang servieren.
Reizvoller als sich in die Erforschung dieser Möglichkeiten zu stürzen ist es, sich die Interaktion der User innerhalb neuer Systeme anzuschauen. Nicht nur lernt man hierbei im Feldversuch eine Menge über die Netzwerk-Interaktion von Usern und Influencers, man versteht auch dadurch, wie sich ein Netzwerk nach und nach spezialisiert, wozu es existiert und/oder vom User genutzt wird. Denn jedes Netzwerk hat nicht nur eine eigene "Sprache", es spricht auch völlig unterschiedliche Themen- und Interessensgruppen an.
Wie man zielgerecht zu solchen Gruppen dann transmedial seine Geschichte aufsetzt, verteilt und mitreissend kommuniziert, dass ist die eigentliche Königsdisziplin des "Social Webs".
Für alles andere - z. B. die direkte Kommunikation in den Netzwerken, die Produktion von Texten, Bildern und Videos usw. - gibt es Spezialisten, die diese Aufträge Projekt-konform und professionell erfüllen.
Unternehmerischer (Werte-) Wandel
Der seltene Blick in meine Mailbox erstaunte mich das eine über das andere Mal.
Ungewöhnlich für die Jahreszeit (immerhin sind Sommerferien) waren schon die häufigen Mails mit der Bitte um eine Kontaktaufnahme zwecks Unternehmensberatung.
Ungewöhnlicher waren aber die darin beschriebenen Ziele. Ging es 2009 vermehrt um die Einrichtung einzelner Accounts, eines Blogs und/oder eine Medienkompetenz-Schulung für MitarbeiterInnen, 2010 um transmediale Netzwerk-Kommunikation, so geht es jetzt um die Entwicklung einer ganzheitlichen unternehmerischen Kommunikationsstruktur für das "Social Web". Die Mail-Schreiber brachten zum Ausdruck, dass ihnen der unternehmerische Wertewandel, der mit einem solchen Schritt einhergeht, durchaus vertraut ist, sie ihn aber weniger mit Sorge, als mit neugieriger Vorsicht betrachten.
Dieses Verständnis um die Grundlagen der "Social Web Interaktion" ist in Deutschland noch nicht zu häufig anzutreffen, daher erstaunten mich diese Anfragen schon. Erst kürzlich schrieb ich dazu einen kurzen Beitrag (s. "Unternehmenskommunikation 2.0" ist nicht "PR 1.0" mit "Web 2.0"-Tools").
Ich bin also neugierig auf die Termine und werde berichten.
Mein Paradebeispiel für die Umstrukturierung einer Unternehmenskommunikation auf und in allen Ebenen, ist das Berliner Unternehmen asisi, für das ich seit einiger Zeit tätig bin. Ob interne/externe Kommunikation, Marketing, PR, Sponsoring, Weiterbildung, Projektentwicklung, CRM, Media-Produktion,...einfach jeder Unternehmensbereich wird auf den Prüfstand gestellt und nach und nach auf den neuesten Stand gebracht. asisi ist für mich nicht nur Kunde, es ist mein Labor. Aber vor allem ist es ein tolles Team, dessen Mitglieder ich nicht nur als Kollegen, sondern auch als Freunde zu schätzen gelernt habe.
Hier geht das monumentale "Pergamon Panorama und Ausstellungsprojekt", welches Ende September seine Tore öffnet, in die entscheidende Phase. Nicht nur Bau der Panorama-Rotunde und Ausstellung schreitet voran, auch die Entwicklung des "Social Marketings", einer aussergewöhnlichen mobilen Website und eines innovativen "Augmented Reality"-Projekts ist auf der Zielgerade. Gerade die Auswahl, Projektplanung und Zusammenarbeit mit den beiden dafür verantwortlichen Unternehmen war ausserordentlich interessant. Alles passt und ich bin davon überzeugt, dass dieses Projekt für Museen international neue Maßstäbe setzen wird.
Gerade diese sehr verzahnte, transmediale Projektarbeit liebe ich!
Dieses kommunikative Rundumdenken, bei dem unterschiedlichste Projektebenen ineinander greifen und sich gegenseitig befruchten, macht meinen Beruf so interessant.
Lebendiges Marketing: "Social Web"-Events
Neben der Hilfe zum Neuaufbau der Unternehmenskommunikation, entwickelt sich ein zweiter wichtiger Produktions-Trend:
Die Entwicklung, Produktion und Leitung von "Social Web"-Events.
Im September findet das Chorfestival "chor.com Dortmund" statt. Bereits im Januar - quasi als "Warm Up" - entwickelte und leitete ich die Web-Dokumentation des Chorfestivals "Chor@Berlin". Was allerdings jetzt ins Haus steht, ist um ein vielfaches größer und verlangt eine viel umfassendere Vorbereitung. Nach der Pflicht nun die Kür. Neben Live-Berichten und Dokumentation, werden auch neue Wege des Marketings getestet, um sie langfristig und nachhaltig in die Arbeit und Strategie des "Deutschen Chroverbands" zu integrieren.
2011 wird aber auch der Startschuss für die Planung einer weiteren, noch umfassenderen Produktion, die 2012 über die Grenzen hinaus für Aufsehen sorgen soll. Ich entwickle, produziere, schule und leite für ein internationales Literaturfestival die "Social Web & Social Marketing"-Strategie. Vor wenigen Tagen wurde der Etat bewilligt und schon bald geht es los mit der Umsetzung der ersten Projektschritte.
Bücher und Web- zwei meiner Lieblingswelten treffen aufeinander.
"Crime 2.0" an der Hochschule
Noch eine Überraschung brachte der Blick in die Mailbox. Ich erhielt eine Einladung als Gastreferent an die "Hochschule für Öffentliche Verwaltung, Institut für Polizei- und Sicherheitsforschung" in Bremen.
Schon lange wünsche ich mir, Vorträge und Schulungen zum Thema "Medienkompetenz" dort zu halten, wo sie multipliziert wird: in schulischen Weiterbildungseinrichtungen, Ministerien, an Hochschulen und Universitäten, gerne auch jederzeit im Bundeskanzleramt.
Das dieser Wunsch jetzt mit einer Lesung zu "Crime & Prävention 2.0" bei angehenden KriminalbeamtInnen in Erfüllung geht, ist mir eine besondere Freude und Ehre. Denn gerade weil das "Social Web" ein Lebensraum geworden ist, entwickeln sich hier Kopien krimineller Tätigkeiten aus dem analogen Leben sehr schnell und schwer zu kontrollieren weiter.
stART11 springt ins kalte Wasser
Ausführlich habe ich die Entwicklung von stARTconference vor meinem Urlaub beschrieben. Unterstützt von vielen FreundInnen werden wir die stART11 komplett neu gestalten. Das ist so aufwendig, wie es klingt. Aber notwendig.
Und einfach nur cool!
Wenn alles so funktioniert, wie wir es planen, werden wir nicht nur eine neue Form von stARTconference kreieren, sondern auch intensiv und über einen längeren Zeitraum hinweg - bis zur stART12 -, das Thema "Kultur und Social Web" auf ein neues Niveau heben.
Dazu bringt die zweite Spielhälfte 2011 noch einige Vorträge und Schulungen.
Die kommenden Monate und auch schon viel Zeit in 2012 sind also verplant, aber ich halte mir aus Erfahrung immer einen Rahmen von 10% meiner Arbeitszeit frei, um so einen Spielraum für weitere Projekte zu haben. Die Vergangenheit zeigt, dass ich diese nicht unter "Freizeit" einplanen sollte.
Wie sagte ich mal bei einem Vortrag:
"Langeweile ist ein 1.0 Problem!"
Seit Google+ vor ein paar Tagen gestartet ist, soll die Nutzer-Zahlen schon auf über 500.000 gestiegen sein. Sie wären wohl noch höher, hätte Google nicht ein "Shutdown" ausgerufen. Was viele ärgert, aber keine dumme Idee ist. So schützt man das neue Sozial Network nämlich vor dem Kollaps. Qualitativ und Quantitativ. Und ein hervorragendes Marketing ergibt sich so auch noch. Kurz gesagt halte ich Google+ für so ziemlich das Beste, was das Sozial Web z. Zt. zu bieten hat. Es läuft selbst in der Beta Phase rund, ist mobil bedienbar, hat viele Funktionen zusammengeführt, die andere Netzwerke zwar auch besitzen, aber eben nicht in dieser Kombination und einfachen Nutzbarkeit. Aber darauf will ich gar nicht eingehen. Beschreibungen gibt es schon zu Hauf im Web zu finden. Ich möchte vielmehr erklären, wie ich die sogenannten "Kreise" nutzen kann, die dabei helfen, dass die Kommunikation nicht völlig ausser Kontrolle läuft.
Zur Warnung:
Das Folgende ist kein "Computer-Bild"-Artikel und mir fehlt definitiv die Zeit, Hintergründe und technische Begriffe zu erklären. Daher ist es inhaltlich eher was für Geeks und zeigt somit auch den Hauptunterschied auf, den Google+ zu Facebook hat: Es ist zur Zeit nicht DAU-tauglich!
Mag der eine das als Problem sehen, weil somit der grösste Teil der Web-Nutzer dort noch hoffnungslos überfordert wäre, ich sehe das im Moment als Vorteil. Denn die meisten der jetzt dort agierenden User sind Menschen mit langjähriger technischer und kommunikativer Social-Web-Erfahrung, die gerade - der Ausdruck sei erlaubt - "die digitale Sau rauslassen". Das wird allen NachzüglerInnen zum Vorteil gereichen. Schon jetzt grassieren Unmengen an Tricks, Tipps, Tools, Plugins und Workarounds und es ist mir ein echtes Vergnügen, mitten drin zu sein. Wie gesagt: Eldorado G+rande.
Aber genug davon.
Besonders faszinieren mich an Google+ die sogenannten "Kreise" und deren Anwendungsmöglichkeiten. Denn neben einer vorbildlichen Informationsverwaltung bieten sie eine mächtige Möglichkeit.
Wie aufmerksame LeserInnen des ECHTZEITGEIST-Blogs wissen, beschäftige ich mich intensiv mit der Analyse des Einflusses von Usern zu bestimmten Themen. Dazu muss man wissen, dass von 100 Social-Web-Usern 4 zu den Influencern gehören, die starke Meinungsbildner in ihren CloudCommunities sind. Diese Influencer zu finden, mit ihnen ins Gespräch zum kommen und sie von einer Sache zu überzeugen, ist ein wichtiger Teil bei allen Transmedia-Projekten, die ich für meine Kunden realisiere. Und hier liegt auch eine ernstzunehmende Gefahr, auf die ich mit dem Titel - eine Anspielung auf die Inschrift des "Einen" Ringes - zuerst einmal hinweisen möchte: Die falsche Art von Wertschätzung ist die, die man mit Geschenken und ohne Kommunikation vornimmt. Interessanter Weise erhielt ich dazu auch einen Kommentar, die mich auf einen diesen Sachverhalt beschreibenden Blog-Beitrag hinwies.
Ich kann die Haltung des Bloggers nur unterstreichen: Influencer zu kaufen ist so ziemlich der dümmste Weg, Erfolg zu erzielen. Influencer muss man überzeugen. Dazu muss man aber Kommunizieren und das können Facebook-Apps definitiv nicht. Darum wird das auch nicht wirklich funktionieren. Genauso wenig wie "Likes" auf Facebook.
Hier tut sich ein sehr spannendes Feld auf, über das sicherlich noch breit diskutiert wird, kratzt es doch an eine der Grundfesten des Social Webs: Der Netiquette.
Zurück zu den Kreisen von Google+.
Sie sind genial! Noch besser als alles, was Twitter mir an Organisation bieten kann.
Sie liefern mir auf einfache Art Ergebnisse, die früher nur durch Yahoo Pipes, IFTTT oder gekaufte Design-RSS-Feeds erzielt werden konnten.
Sie organisieren Kommunikation, Nachrichten, Communities,…einfach alles, was im Sozial Web wichtig ist und es gleichzeitig so unüberschaubar macht.
Aber wie geht man dabei am besten vor?
Um darüber eine Diskussion in Gang zu bringen, stelle ich euch mein eigenes derzeitiges System hier vor und freue mich auf eure eigenen Vorschläge und Umsetzungen.
Ich nutze Google+ prinzipiell für 2 Funktionen:
- Als Sender: Hierunter fasse ich alle Möglichkeiten zusammen, mit denen ich Informationen (Text, Bild, Video,…) mit anderen Usern teile
- Als Empfänger: Diese Funktion beschreibt das Sammeln von Informationen aus dem Kommunikationsfluss der anderen User. Hierbei ist Google+ sehr hilfreich und es lassen sich thematisch interessante Kanäle entwickeln, die wie in der iPad-Anwendung "Flipboard" funktionieren.
Bei den Kreisen unterscheide ich prinzipiell zwischen Sender/Empfänger (SE) - und reinen Empfänger (E) -Kreisen (s. Flipbord-Vergleich). Um hierfür ein System zu entwickeln, habe ich daher die so entstandenen Kreise nummeriert:
- ab 001 mir wichtige Menschen (SE)
- ab 101 Beruf und berufliches (SE)
- ab 201 kuratierte Streams (E)
- ab 301 Berufsgruppen (S/E)
- ab 401 Magazine, Blogs, News Streams (E)
- 901 Gesamt-Netzwerk (Archiv)
Ab "1001" beginnen verschiedene Influencer-Kreise (SE). Sie zu füllen ist z. Zt. eine Sache, die man ohne langjährige Erfahrung und jede Menge Handarbeit nicht leisten kann. Aber das ist, dafür bitte ich um Verständnis, Betriebsgeheimnis. Sicher wird es auch hier bald automatisierte Lösungen geben. Ob sie von Nutzen sind, kann dann jeder für sich selbst bestimmen.
Auf jeden Fall bietet aber Google+ durch seine Sender/Empfänger-Funktionen eine hervorragende Möglichkeit der authentischen Influencer-Interaktion, die sicher noch weiter ausgebaut wird.
In meinem Google+ Account sieht die Aufteilung z. Zt. wie folgt aus:
Schon jetzt ist das sehr schön für mich zu nutzen und das Lesen ist sehr ähnlich dem, was ich bei Flipboard so schätze.
Wenn jetzt noch von Google der dazugehörige RSS-Feed öffentlich gemacht wird, ist Google+ für mich das ultimative Social-Web-Tool.
Na sowas! Da war ich wohl noch in einem alten Verteiler. Anders kann ich mir nicht erklären, wie die folgende Mail in mein Postfach gelangte:
+++wichtig+++wichtig+++wichtig+++wichtig+++wichtig+++wichtig+++wichtig+++wichtig+++wichtig+++
guten morgen,
nachdem wir gestern zeit hatten gemeinsam google+ kennenzulernen (danke an tina für praesi!), hatten wir noch in der nacht ein meeting, um unseren standpunkt abzustimmen, bevor wir ein erstes statement an kunden schicken.
zusammenfassung
g+ scheint eine sinnvolle und ansprechende ergaenzung von kommunikation 2.0 zu sein. dabei ist es schick, enthaelt viele dem user bekannte elemente und breitet sich viral in den bestehenden netzwerken aus.
aber es hat auch schwaechen. so ist es nicht dau-tauglich, es hat einige bugs (zB timeline, einladung nur mit trick, automatische mails auch an nicht-g+mitglieder), sind einige sub-funktionen wie sparks und hangout zwar grenzgenial, aber nicht offensichtlich.
bewertung
wir sind der meinung, dass g+ für eine beta-version technisch und medial sehr fortgeschritten ist. dieser umstand laesst darauf schliessen, dass bald noch weitere features erscheinen, die bestehenden ergaenzt oder verbessert werden. in kombination mit den anderen google diensten (docs, wave,…) entsteht somit ein ganzheitliches angebot, dass ansprechend daher kommt.
die bereits stattfindende ausufernde nutzung von g+ laesst vermuten, dass dieses mal google im social web angekommen ist, sich nachhaltig festsetzen und ausbreiten wird. auch die riesige bereits vorhandene google-nutzermenge - im gegensatz zu aehnlichen ansaetzen wie diaspora - legt das nahe.
der kampf mit facebook ist - wie ihr aus dem analyse doc "fbvsgoogle_250611_v4" im intranet entnehmen könnt - im vollen gange. facebook will kommende woche nachlegen, wie man hört. vermutet werden demnach ein neuer musikdienst und verbesserungen in der usability. auch google laesst mit dem satz "google+. das ist erst der anfang" aufhorchen.
für marketing und pr ist google gegenüber facebook schlechter geeignet. lassen wir einmal die heutigennutzerzahlen ausser acht, die sich in kurzer zeit aendern koennen, so bietet g+ aehnliche ansaetze der interaktion und des informationsaustausches wie twitter. schon hier ist es für unternehmen und deren agenturen nicht einfach, marken- und produktbotschaft mit wenig aufwand nachhaltig zu platzieren. dauerhafte angebote wie kundenservice, fachwissen und direkte hilfe koennen hier punkten. adds und apps sind hier wirkunglos. ebenso in g+, zumindestens im moment. vermutlich wird das auch so bleiben, so dass wir erste strategien mit dem twitter-team rund um joern erarbeiten werden. ebenso bitte ich euch, sollte bereits wer erfahrungen mit diaspora gemacht haben, diese zusammen zu fassen und mir zu schicken.
wir muessen unsere kunden umgehend darueber informieren, welche moeglichkeiten g+ ihnen bietet. dafür bitte ich claudia ein grundsatzpapier aufzusetzen, dass wir bis heute abend mit content füllen werden.
ALLE infos und ALLES material in copy an mich.
strategie
aussen
-kunden:
-darstellung der möglichkeiten. vorteile loben, grundlagen-strategien incl. basic-projects und kosten vorschlagen
-auf die notwendigkeit weiterer facebook-kampagnen hinweisen. ACHTUNG: wir haben noch einige app-projekte im todo und planning. NICHT herunterspielen/zweifeln!
-vorschlag einer ersten (extra gezahlten) vorhut nach twitter-muster, incl. monitoring etc. (joern: ist da was mit klout, peerindex, googleanalytics etc. jetzt/bald zu machen?)
-blog-thema! tom: einarbeiten und wöchentlichen experten-beitrag. wir müssen als thinktank wahrgenommen und influencer werden! immer vorab an mich
-dito newsletter, fb-account, twitter
-britta: vorbereitung pm etc.
innen
-listen, learn, lead.
-ohren auf die schiene! wenn irgendwas geht (kampagne, viral, kontaktbombe,…) SOFORT melden!
-taeglich kurzberichte im morgenmeeting
-kampagnen sammeln
todos
-tina: analyse der kommenden facebook neuerungen. vorlage asap nach erscheinen. prio1
-britta: vorbereitung pm etc. prio1
-joern: was sagt nerdfunk? sammeln, analysieren, taeglich bericht im meeting
-claudia: kundenanfragen an mich weitergeben. chefsache!
-aufbau g+ präsenz. art department: vorschläge? standard oder designanpassung an g+?
-corporate media policy: wer hat die aufgesetzt? meeting zur anpassung!
-jeder mitarbeiter mit ambitionen sollte g+ beitreten. schon twitter hat gezeigt, dass viele mehr sind, bis auf weiteres gilt alte corp. media policy
-joern und nils: wie siehts aus mit astroturfing-aktion wie bei fb und twitter? realistisch? einschätzung möglich?
-ab wann werden adds in die rechte, freie g+ menueleiste geschaltet? gibt es da hinweise? joern, nils?
los gehts!
neues land, neues glueck!
lasst uns die ersten claimer sein!
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Storytelling wird DIE "G+ Marketing/PR-Strategie" werden.
Lesenswert! Deep look inside strategy and backround of Google+ http://ht.ly/5tqAp
Umfassende Review (engl.) erschienen.
https://services.google.com/fb/forms/googleplus/
Solange gibt es sie noch gar nicht, aber Geolocation-Angebote entwickeln sich im Social Web zu einem Renner. Foursquare ist jetzt 2 Jahre dabei und hat eine rasante Entwicklung hinter sich, wie die Grafik unten zeigt.
Kein Wunder, dass immer mehr Unternehmen und Kulturbetriebe diese Angebote in ihre Transmedia-Strategie einbauen. Gestern fiel mir z. B. hierzu das MuseumsQuatier Wien mit einer eigenen Kampagne auf.
Noch ist es zu früh, es fahrlässig zu nennen, eine ähnliche Aktion nicht zu planen. Aber gerade die Szene der "Early Adopter" ist für solche Entwicklungen empfänglich und als Influencer ganzer Communities nicht zu unterschätzen. Ebenso ist der "Wow!"-Effekt eines frühen Einsatzes noch ungewöhnlicher Angebote hoch.
Doch ist jetzt die Zeit, sich mit den Möglichkeiten, die Angebote wie Foursquare, Gowalla, Facebook Places und Co. bieten, intensiv zu beschäftigen?
Ich denke: Ja!
In spätestens einem Jahr werden sie genauso fest zur täglichen Interaktion gehören, wie es heute Facebook und Twitter sind (s. Studie US-Einzelhändler). Zudem bieten sie wegen ihres hohen "Gamification"-Grades für kreative Werber stark kundenbindende Aktionen.
Ich beschäftige mich gerade intensiv als Teil eines unternehmerischen Transmedia-Storytelling-Projekts mit diesen Anwendungen. Technik wie Handhabung sind nicht kompliziert. Was man aber haben muss, ist die passende Geschichte, den fazinierenden spielerischen Anreiz. Das ist wichtiger - wie bei jedem Social-Web-Projekt - als jedes tiefergehende Anwendungs-Wissen.
Leider konnte ich noch keine guten deutschen Geolocation-Leitfäden finden. Falls ihr/Sie welche kennen, würde ich mich über einen Link im Kommentar freuen. Aber für alle Interessierten, die sich nicht vor englischen Texten scheuen, habe ich eine Auswahl zusammen gestellt:
- Start Marketing on Foursquare
- How to use Foursquare for Business
- Create Foursquare Specials for Your Business
- Set Up a Foursquare Special
- How To Check In To Foursquare, Gowalla And Facebook At Once
Sollten unter den Lesern Expert für die anderen Geolocation-Angebote sein, freue ich mich über Ergänzungen zu deren Anwendung.
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Alle meine Beiträge zur Reihe "Unternehmenskommunikation im Social Web" finden sie HIER.
Bild: Anna Rentsch zu Besuch im Atelier von Yadegar Asisi
Nicht nur, dass ich mich über den Besuch von Anna Rentsch im Atelier von Yadegar Asisi und im asisi-Büro sehr gefreut habe, sie hat auch noch mit Yalda Bouzrina, der Geschäftsführerin von asisi, ein Interview geführt, dass einen tiefen Einblick in mein derzeit umfassenstes Transmedia-Projekt gibt. Denn asisi ist gerade dabei, nicht weniger als die geläufigen Vorstellungen von Unternehmens-Kommunikation für sich über Bord zu werfen und völlig neu zu definieren. Das nachhaltig zu entwickeln und die Umsetzung zu leiten, ist für mich von Umfang und Intensität der Zusammenarbeit etwas besonderes.
Anna Rentsch schien während ihres Besuchs auch vom "asisi-Fieber" - der dort herrschenden hoch produktiven Netzwerk-Atmosphäre - erfasst worden zu sein. Das freute mich, denn ich kenne sie schon, seitdem sie mich für ihre hervorragende und bis heute aktuelle Master-Arbeit "Socialmedia-Marketing im Kulturbereich" (die sie hier auch als Download zur Verfügung gestellt hat) 2009 interviewte. Bei ihrem asisi-Besuch nahm sie sich die Zeit, die verschiedenen Bereiche des Gesamtkunstwerks "Panorama" am Beispiel der im September startenden Ausstellung mit Panoramabild "PERGAMON- Panorama der antiken Metropole" kennenzulernen. Ihr Interview mit der Geschäftsleitung gibt in meinen Augen einen recht guten Einblick in Unternehmenskultur und meine Arbeit im Unternehmen.
Gerade stehen wir kurz vor der nächsten Phase, welche die bisher gewonnen und in die Unternehmens-Kommunikation implementierten Erfahrungen um konkrete PR- und Marketing-Aktionen erweitert. Diese Projekt-Phase, die in Anspielung auf das Pergamon-Projekt und dem "Rocket Science" - also technisch wie kommunikativ innovativen - Charakter den griechischen Namen "Apollo" erhalten hat, werde ich in den kommenden Wochen ausführlicher darstellen. Bis dahin empfehle ich, schon einmal das "Kulturkurier Inside"-Interview.
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Bild: Monthy Python´s Flying Circus: Twit of the year race
Erinnert ihr euch/erinnern Sie sich noch an meinen Beitrag "10 Thesen zur Vergangenheit von Social Media"? Meine Antwort auf eine völlig veraltete und realitätsfremde Bestandsaufnahme des aktuellen Webs, geschrieben vom "Bundesverband Digitalwirtschaft e. V."? Die sich - ohne jede Spur von Humor oder ernstzunehmender Selbsteinschätzung - als "Wir sind das Netz" bezeichnen? Wer dachte, dass hiermit die Spitze des Unverständnis der realen Kommunikationswege von privaten und unternehmerischen Social-Web-Aktivitäten in Sicht wäre, wurde in den letzten Tagen eines Besseren belehrt.
Im "Deutschen Anwaltsspiegel" findet sich der Beitrag "Facebook und Co.- Risiken für Unternehmer und Privatnutzer" (hier der Download der Ausgabe) eines - wie an anderer Stelle beschrieben - deutschen Medienexperten.
"Bravo!", dachte ich und hoffte, dass ein "Bewandert in beiden Welten"-Fachmann sich der Problematik von Datenschutz und ethischer Nutzung von Facebook und Co. als Nutzer annimmt. Denn genau damit habe ich bei der Umsetzung von Aufträgen für meine Kunden Probleme, wie z. B. hier beschrieben. Das aber ein "Medienexperte" heute, Stand Juni 2011 wirklich noch solche wie den folgenden Satz über die Lippen bringt, muss seine StudentInnen der Generation "Digital Natives" entweder schockieren, oder ungemein erheitern:
" ..haben Unternehmen nichts bei Facebook zu suchen, weil "ihre Geschäftsinteressen sich regelmäßig mit den Besonderheiten des Web 2.0 und den dort gängigen interaktiv-privaten Umgangswünschen beißen".
Während Rechtsanwältin Nina Diercks vorbildlich Ruhe behält und das zum Anlass für eine lesenswerte, ernste und treffende Auseinandersetzung mit den Inhalten des "Medienexperten"-Beitrags nahm, den hoffentlich viele deutsche Unternehmer lesen und bejahen werden, blieb mir nur noch eines: Man darf diese ganze Medienexperten-Welt einfach nicht ernst nehmen. Tut man das, kann man leider den ganzen Medienstandort Deutschland nicht mehr ernst nehmen. Denn dann lebt dieser in einem mir nicht näher bekannten Paralleluniversum.
Man sollte nur darauf achten, dass man nirgendwo und von niemanden in diesen rostigen Topf geworfen wird.
Also nehmen wir diese Medienexperten-Branche mit ein wenig Humor. Und genau das haben wir gestern getan und eine kleine Sammlung von "Medienexperte Deutschland"-Witzen mit dem Hashtag #mediaexperteD erstellt. Ein paar davon hier für alle LeserInnen, die sich zu sehr über deutsche Medienexperten ärgern. Vielleicht fallen euch/Ihnen noch weitere ein, den wir alle haben sie schon einmal kennen gelernt, oder?
- Bei #mediaexperteD hängen 5 Handys an Schnürren von der Decke. Was ist das? Antwort: Mobilé Web
- 1 Elektriker, 1 PR-Fachmann & 1 #mediaexperteD wollen auf Twitter. Wer schafft es? Elektriker. Weiss wie Rechner angeht
- Was sucht ein #mediaexperteD im Centro Oberhausen? Den AppStore.
- Wie will #mediaexperteD reich werden? Er kauft LinkedIn, Groupon und Pandora-Aktien
- Was verbindet ein #mediaexperteD mit Augmented Reality? Drogenmissbrauch.
- Neulich suchte ein #mediaexperteD verzweilfelt bei Amazon nach der Hardcover-Ausgabe von Facebook...
- #mediaexperteD Tipp der Woche: Myspace is the next BIG THING!
- Wie treibt man #mediaexperteD in den Wahnsinn? Er soll die Dinge, die er behauptet, mit der Web-Realität in Einklang bringen.
- Wie wird man #mediaexperteD los? Bekommt Auftrag nur, wenn er ein eigenes "Best Practice" vorlegt
- Was versteht #mediaexperteD unter Web-Design? Teppichmuster.
- #mediaexperteD verklagt Twitter wegen Zensur: Nach 140 Zeichen werden seine Nachrichten immer gelöscht.
- Warum bekommt #mediaexperteD sicher einen Doktortitel? Ihm glaubt jeder, dass er Arbeit nicht aus dem Web geklaut hat.
- Woran erkennt man, dass jemand kein #mediaexperteD ist? Er hat einen Klout-Wert von über 15
- Wieso hat #mediaexperteD bei Treffen mit @saschalobo , @tknuewer & @sixtus eine hohe Leiter dabei? Um endlich mal auf Augenhöhe zu sein.
- Warum stellt #GEMA keine #mediaexpertenD mehr ein? Sie fühlen sich durch deren Wissen bedroht
- Wieso schaut sich #mediaexperteD keine YouTube-Videos an? Sein Fernseher empfängt diesen Sender nicht
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Bild: fotografiert von Rouven Kasten, erstellt mit wordphoto
Neue Medien verlangen neue Formen der Zusammenarbeit. Sind sie dann nicht nur inhaltlich, sondern auch von den begleitenden Speisen her ein Genuss, macht es doppelt Spass. SoupStorming ist so eine Form der Zusammenarbeit, die das Angenehme mit dem Nützlichen verbindet.
Natürlich kann das auch Cake-, Burger-, IceStorming sein. Hauptsache, man hat eine kreative Atmosphäre mit WLAN und kleinen Köstlichkeiten, die das Brainstorming On- und Offline stimulieren. Die Idee dazu kam mir, als in Duisburg ein neues Cafe eröffnete, dass sich Räume und Namen mit dem integrierten Friseur teilt: Glück.
Das Cafe Glück (Name und Grafikdesign entsprangen einem CI/CD-Konzept meines Freundes Carsten Kieslich) hat sich in kurzer Zeit zum Stamm-Cafe der Duisburger Social-Web-Szene gemausert, was nicht nur an den selbstgemachten Schlemmereien der Inhaberin Birgit Pollok liegt, sondern weil es an einem grossen Tisch bis zu 12 Leuten Platz zur ruhigen Zusammenarbeit lässt, ohne das die anderen Gäste gestört werden. Und dieser Platz wird mit Freude angenommen!
SoupStorming ist - so lautet meine Definition - das spontane, zeitlich festgelegte und für alle offene Brainstorming zu einem bestimmten Thema, das in seinen Grundzügen mit einer Mindmap/einem Basiskonzept vorbereitet ist und die Erfahrungen aller Anwesenden und via "Social Web" teilnehmenden Interessierten sammelt, individuell bewertet und das Ergebnis allen zur Verfügung stellt. Heute vormittag hatte ich gefragt, wer sich daran beteiligen möchte und 3 TeilnehmerInnen kamen spontan um 13 Uhr ins "Glück".
Mein Thema heute war "Standortmarketing 2.0". Oder anders gesagt: Wie kann man ein vorhandenes klassisches Marketing um die Möglichkeiten des Marketings und der PR im "Social Web" für einen Ort/ein Event ergänzen? Konkret geht es bei mir um die Integration eines solchen "Standortmarketing 2.0" für die beiden Asisi-Panometer in Dresden (Panorama "Dresden 1756") und Leipzig (Panorama "Amazonien"). Das lässt mir schon seit einiger Zeit keine Ruhe und ich habe jetzt der Geschäftsleitung vorgeschlagen, dass ich, aufbauend auf meinen Erfahrungen und den bisher im Asisi-Team entwickelten Social Web Skills, gemeinsam mit Asisis Marketing- und PR-Department dieses neue Feld nachhaltig in die Unternehmenskultur integriere.
Diese Entwicklung werde ich öffentlich diskutieren und dokumentieren. Alle Ergebnisse sind für alle Beteiligten frei nutzbar, mit allen Know-How-Gebern teile ich gerne das so neu gewonnene Wissen und helfe jederzeit bei eigenen Projekten. Diese Form des "Co-Workings" hat sich in meinen Netzwerken in den letzten Jahren bewährt und ich würde es gerne weiter ausbauen. Neben der räumlichen Zusammenarbeit stelle ich mir hierbei auch ein "Dezentrales Co-Working" vor, dass parallel in Echtzeit über ein Blog oder "Social Networks" (Twitter, Facebook") funktioniert.
Auf jeden Fall hat diese Idee heute mit dem SoupStorming sehr gut begonnen. Es wurden viele Ideen gesammelt, besprochen und Erfahrungen ausgestauscht. Ich habe für ein erstes konkretes Konzept viele Impulse erhalten. Auf der folgenden Mindmap, die während des SoupStorming entstand, sind die verschiedenen Ansätze, deren Einsatz und Möglichkeiten grob aufgezeichnet:
Mindmap Stand 14.06.2011
Wie gesagt, werde ich die Map weiter ausbauen. Habt ihr weitere Vorschläge oder eigene Erfahrungen, könnt ihr sie hier als Kommentaren einfügen. Die Map aktualisiere ich regelmässig und werde während der Umsetzung weiter darüber berichten.
Prinzipiell interessieren mich alle Ideen zu einem CRM auf Basis sozialer Netzwerke oder Social-Media-Anwendungen. Aber ich freue mich auch über Erfahrungen in der Offline-Online-Vernetzung.
Für Unternehmen, Vereine, Behörden und Kulturbetriebe mit einem Standort-Angebot, sind die so gesammelten Ergebnisse sicher interessant. Auch ein Blick in die nähere Zukunf dürfte spannend sein.
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Vielen Dank an Diana Winkert, Rouven Kasten und Christian Spließ für das gemeinsame SoupStorming!
Wer ein kostenloses MindMapping-Tool sucht, sollte es entweder mit auf seinem Rechner mit Freemind (Windows, Apple) oder online mit MindMeister (Basis-Version kostenlos) versuchen.
Bild: carthesian (via flickr, CC Licence)
Plane ich eine längere Wanderung, ist es ratsam, die Wetterlage einschätzen zu können. Wie sieht das Wetter heute aus? Wie morgen und an den folgenden Tagen? Aber nicht nur im realen Leben ist es für eine gelungene Reise wichtig, neben Route, Begleitung und Ausrüstung auch das Klima im Blick zu haben. Auch im Social Web macht eine regelmässige Kontrolle des Weges und des zu erreichenden Ziels Sinn. Mehr noch: Sie ist für eine erfolgreiche Reise durch digitale Länder und Wolken unerlässlich.
Durch einen Facebook-Hinweis des Webdesigners Rouven Kasten wurde ich auf die untere Grafik aufmerksam. Die Darstellung statistischer Auswertungen durch Grafiken erfreut sich gerade im Web höchster Beliebtheit. Erst am Freitag hatte ich eine Grafik zur "Blase 2.0" zum Anlass für einen Beitrag genommen.
Die aktuelle Grafik hat ein interessantes Thema. Dargestellt wird in übersichtlicher und kompakter Form die Auswertung einer amerikanischen Umfrage zum Einsatz von "Social Media Monitoring" in Unternehmen, Agenturen und bei Freischaffenden. Neben Fragen zur Nutzung wurden auch Fragen zu Kosten und zur Zufriedenheit gestellt. Richtig interessant ist die Studie aber, weil aktuelle Tools genannt werden und Kritik aufgeführt wird.
In dieser Form der kompakten, übersichtlichen Information sind Grafiken für den schnellen Leser eine feine Sache. Aber sie täuschen doch darüber hinweg, dass man sich als Profi-Anwender intensiv mit diesem Thema beschäftigen muss. Man selbst, Vorgesetzter und Kunde will schliesslich wissen, wo man steht. Wo man erfolgreich war, wo man nachbessern muss. Egal ob bei einem Social-Media-Event oder einem Transmedia-Projekt: Ein nachvollziehbares "Social Media Monitoring" ist unerlässlich.
Welche Bandbreite die SMM-Tools haben, zeigt die Grafik ebenfalls. Und sie zeigt, dass es fast so viele Angebote gibt, wie User. Auch, dass sie nicht billig sind. Aber für Unternehmen und aufwendige Werbeaktionen sind sie unerlässlich.
Für die meisten Social-Web-Projekte - vor allem wenn sie selbständig durchgeführt werden - reicht es aber aus, wenn man wenigstens folgende Grundwerte im Auge hat und monatlich zur Visualisierung dokumentiert:
- Facebook Statistik
- Twittergrader
- Klout-Wert und Vergleich mit ähnlichen Projekten. Ersatzweise PeerIndex
- Abrufzahlen von Fotos und Videos
- Feedback im Blog/Twitter/Facebook
- Google-Blog-Suche. Zeigt in Echtzeit Beiträge zum Thema in Weblogs
In einem früheren Beitrag habe ich mich zum Thema "SMM" schon ausführlicher, inklusive Hinweis auf ein umfassendes, kostenloses eBooks, geäussert.
Schaut euch die Grafik in Ruhe an und beantwortet mir bitte noch die Frage, wie ihr es für die eigenen Projekte haltet mit dem "Social Media Monitoring.
Macht ihr es?
Wenn ja, wie?
Und wenn nein: Warum nicht?
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Alle meine Beiträge zur Reihe "Unternehmenskommunikation im Social Web" finden sie HIER.
Updates
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Wenn man klassische Gemälde nach heutigem Schönheitsideal photoshoppen würde... http://t.co/iAYgFzq5
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Tweetbot for iPad is a classic Twitter experience with a speedy gesture-focused interface http://t.co/RD1k3IdX Schick!
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The Scale of the Universe http://t.co/Zb5KxsQY Beindruckende Zoom-In/Zoom-Out Animation via @gestalterhuette
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Wie das "Handelsblatt" die "FTD" im Internet abhängt http://t.co/FP4kIOXg via @ngc6544 und @thalberschmidt wirds freuen
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Kids and Internet Safety: 5 Lessons to Consider http://t.co/2T2Nylal Nach wie vor in Deutschland unterbewertetes Thema
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RT @kulturmanager: gerade gelesen: "Path, Google, LinkedIn, Pinterest & Convenient Features That Freak Us Out" http://t.co/PGRs2da6...
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Three Lessons for Social TV http://t.co/t613DYJM Medien im Social Web: DAS Thema 2012. Hier werden Weichen gesetzt.
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RSS dashboard company Netvibes acquired by Dassault Systèmes http://t.co/huyZ2rVb Mein News-Liebling hat neue Eltern
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RT @whiteravens2012: RT @Buecherkinder: Bücher verschenken leicht gemacht für jedermann/-frau!! Werde Buch-Schenker! http://t.co/rzq2irup
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Hier ist die Lösung: http://t.co/jqaT14to Danke an @padlive :)
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Yes, genau das! DANKE! RT @padlive: @frank_tentler @gestalterhuette Ein Teil der Konstruktion habe ich http://t.co/4RI7lZ1q
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Perfekt! Wo kriege ich das her? RT @gestalterhuette: @frank_tentler http://t.co/Uvw12kkP #monosteady #iphone
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Film/Foto-Profis: Wie verbinde ich flexibel diese Steadycam http://t.co/ZM3Duo7b mit iPhone usw? Bitte RT/teilen
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"Gelbe Seiten" aus Papier sind genauso tot wie dafür unsinnig genutzte Bäume: http://t.co/CiFEguSS
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59% of Customers Don't Know About Their Banks' Social Media Presence http://t.co/cOWbloMv Was für @jkorten
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‘App Economy’ Has Created Nearly Half a Million Jobs Since 2007 [STUDY] http://t.co/ri75Cn8M Soll man nicht meinen...
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Apropo #yofuture : Die hängt zu meiner Freude seit gestern im #unOffice http://t.co/vJ5nt40X Dank Künstler @BeckerSchmitz
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4G Phones Are Really Fast — At Draining Batteries http://t.co/VECF8lyr Na super #yofuture
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@gestalterhuette Bei Startups kann 1 Jahr nicht schaden. Erweiterungen wie Google+ kann man Early Adopter sein. Sind eh alle Daten drin ;)
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Sascha Lobo zum Tod des klassischen Webs.
Eine Sammlung deutscher "Social Media Policies"
Appell an den Intendanten der Duisburger Philharmoniker
Everyone makes mistakes from time to time. Here we discuss how your company bounce back from a social media PR disaster.
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Wirklich, absolut, mit Nachdruck und totaler Bestimmtheit zu empfehlen...und umsonst!
Und HIER die Geschichte dazu.
Das Thema "Geschäftsmodelle im Web 2.0" ist übrigens auch ein Schwerpunkt der stART10 Konferenz in Duisburg. Der andere ist "Mobile Web | Apps".
Seit Monaten lässt mich eine Idee, ein Thema oder besser, eine Theorie nicht mehr los...
Alle, die schon einmal einen Vortrag von mir zum Thema "Social Web" gesehen haben, oder dieses Blog aufmerksam lesen, ist der Ausdruck "MetaCommunities" schon begegnet. Zusammengefasst beschreibe ich damit die Interaktion von vielen Usern über ihre Social Network/Media Accounts hinweg. Ein triviales Beispiel dafür ist sicherlich der sogenannte Cat-Content. Nahezu überall, in jeder Applikation und jedem Netzwerk, trifft man auf User, die sich ernsthaft oder belustigend über Katzen äussern. Kennt man sich ein wenig mit RSS-Feeds aus, generiert man recht schnell einen Informationsstrom zu diesem Thema, der die unendlich vielen Quellen zusammen führt- natürlich nur, wenn man sich für Katzen interessiert.Aber auch zu anderen Themen, wie "Wahlen in Iran", Haiti und Sport, praktisch zu jedem Thema, zu dem sich Menschen im Web äussern, lassen sich recht einfache Visualisierungen erzeugen.
Das ist nichts Neues und wäre keine Zeile wert, darüber zu schreiben.
Aber es ist offensichtlich, dass der User - egal ob Newbie oder Experte - nicht mehr nach einer Plattform sucht, um sich am Social Web zu beteiligen, sondern intuitiv einen ganzen Werkzeugkoffer zusammen stellt, der ihm die Möglichkeit gibt, über sein Thema möglichst einfach, möglichst schnell und mit möglichst grösster Wahrnehmung zu kommunizieren.
Um diese Informationen auffindbar zu machen, bedienen sich Anbieter und User Beschreibungen und/oder Tags. Und diese wiederum werden in Relevanz- und Echtzeit-Suchmaschinen (z. B. bei Twitter durch die Anwendung der Hashtags) auffindbar gemacht, sind als RSS-Feed auslesbar... Ich möchte hier nicht weiter in die Tiefe gehen, denn das würde meinem neuen Projekt zu sehr vorgreifen. Was man weiter unten als PDF vorfindet, ist ein erster Text zu einer neuen Reihe von Beiträgen zu einem Thema, dass ich von "MetaCommunities" zu "CloudCommunities" umbenannt habe.
Den es sind Wolken in denen wir uns bewegen- Wolken von Informationen und Stichworten, aus denen wir unseren höchst eigenen Raum im Social Web erschaffen. Und die ungeahnte Möglichkeiten für neue Web-Angebote, Social Marketing und Medien bieten! Ich schreibe gerade das 3. Kapitel und das Design zu den Beiträgen und zu einem Vortrag, den ich daraus gerade erarbeite, ist ebenfalls auf seinem Weg. Zeit also, um an dieser Stelle zum ersten Mal auf dieses Projekt und seinen Inhalt aufmerksam zu machen: #CloudCommunities. Das Web der thematisch vernetzten Netzwerke Ich habe mich dazu entschieden, hier schon einmal für die LeserInnen des Blogs, das Vorwort in seiner Rohfassung zu veröffentlichen. Als kleinen Appetithappen sozusagen. Aber auch, um so vielleicht weitere Impulse zu erhalten und Erfahrung und Wissen, das ich nicht habe, rechtzeitig integrieren zu können. Ich sehe dieses Projekt als ein "Work in Progress" an und hoffe noch viel auf diesem Weg lernen zu können. Es wird sich parallel zu einigen wichtigen Projekten, Gesprächen und Konferenzen entwickeln, die sicherlich weiteren Einfluss darauf haben werden. Dies ist nur ein kleiner Einblick in diese Theorie. Auch wird der im Text erwähnte "appendix" erst mit der Veröffentlichung des ersten Kapitels in ca. 3 Wochen zu finden sein. Also noch ein wenig Geduld. Ich hoffe, die LeserInnen werden genau so viel Spass beim Lesen haben, wie ich beim Schreiben. ----------------------------- Preview: Rohfassung Vorwort "#CloudCommunities. Das Web der thematisch vernetzten Netzwerke"