Social Media Aficionado
An x-ray of Alan Shepard’s Apollo 14 spacesuit allows curators and conservators to “see” inside space clothing—a task that had previously been done by peering through the neck or the wrist with a flashlight.Photograph: Mark and Roland Cunningham.
Ich habe dem diskutierten Abgesang des Social Media Hypes mehrmals halbherzig widersprochen, heute bin ich mir nicht mehr so sicher. Warum? Weil die Social Networks von außerirdischen Web 1.0 Zombies übernommen werden! Lustigerweise ist es bei diesem Phänomen vollkommen egal, ob es sich um Klarnamen- oder Nickaccounts handelt.
Diese Accounts selbst sind nicht notwendigerweise im Web 1.0 Bereich angesiedelt, bieten sich aber dem kommerziellen Web 1.0 Bereich (Late or Non-Adoptors) als Multiplikatoren an. Die Follower/User Zahlen werden in kurzer Zeit in Regionen geschraubt, die mit einem organischen Wachstum nicht zu erzielen sind. Folge sind absurde Bot/US Account Follower Zahlen, die jedes sinnvolles Monitoring ad absurdum führen, aber jeden Non-Adoptor schwerstens beeindrucken (US Follower aller österreichischen Account 53% via Socialmediaradar/Relation der österreichischen Follower zu internationalen nicht erwähnenswert ). Hinzu kommt der Zusammenschluss mehrerer Muliplikatoraccounts, um einen möglichst starke Hebelung des Contents zu erreichen (Mention/Reweets) und um die (zu diskutierenden) Kennzahlen zu beeinflussen (Klout/Socialmediaranking). Das ganze läuft dann auch unter Monitoring für Kunden: X Follower erreicht/X Impressions.
Ist dagegen etwas einzuwenden? Prinzipiell Nein. Jedem steht es frei, zu tun und zu lassen, was ihm auf Social Media gefällt. Nur handelt es sich überhaupt noch um Social Media, als Web 2.0? Auch hier ein klares Nein. Es handelt sich um einen retro Web 1.0 Ansatz (one 2 many).
So führen die, die sich auf Grund der Kennzahlen wie Follower/Klout als Speerspitze eines sinnvollen Einsatzes von Social Media im Marketing/PR Bereich fühlen, Web 2.0 zurück auf ein 1.0. Niveau und viele Kunden spielen sogar mit. Wieso?
Weil eine maßgebliche Zahl an Social Media interessierte Unternehmen sich nie mit dem Thema auseinandergesetzt haben, und ich schließe da auch Agenturen mit ein. Es ist essentiell für Unternehmer, Manager, sich intensiv und über längeren Zeitraum mit der Kommunikation auf Social Media auseinander zu setzen. Ohne dieser Auseinandersetzung sind weder sinnvolle interne Personal- und Personalpositionierungs Entscheidungen zu fällen, noch ist es möglich,eine geeignete Agentur zu finden oder zu bewerten.
Liebe Multiplikatoren, lasst euch nicht vor den Karren spannen. Wenn Ihr den Anspruch habt, Speerspitze im Bereich Social Media Marketings und Monitorings zu sein, sagt den Non-Adoptors auch die Wahrheit und führt sie nicht zurück in der Steinzeit. Nehmt Euch die Zeit Aktivitäten aus den Social Web selbst zu entwickeln, satt vergammelten Uraltcontent mit Sperrfeuer in die Kanäle zu pumpen. Denn genau so killt Ihr mit der Zeit das Social Web!
Ich habe mich eben entschlossen, mein Google Plus Account zu schließen und dies auch durchgeführt. Warum? Eine intuitive Entscheidung. Ein paar Gründe aufgelistet:
Intro
Ja, ich verwende ein Pseudonym. Ein Pseudonym, das ich bei allen meine Accounts verwende und eine Art „Microbrand“ ist. Mein Nick ist nur relativ anonym, weil ich auf Facebook meinen Klarnamen verwende und mich sehr viele Personen persönlich kennen. Mein Erstaccount bei Google Plus wurde nach ein paar Tagen gelöscht, weil es den Richtlinien widersprach (Eaglepowder Plus). Nach Intervention konnte ich mein Account zurückerhalten, indem ich den Scan eines Personalausweises (!) an Google schickte und mein Account auf Klarname umstellte. Nachdem dies eigentlich nicht meinen Intention entsprach (Totalverknüpfung Nick und Klarname) löschte ich dieses Account nach ein paar Stunden.
Dem allgemeinen Herdentrieb folgend installierte ich nach ein paar Tagen wieder ein Account, diesmal mit einem modifizierten Nick (Eagle Powder). Dieses Account blieb bis zu meiner freiwilligen Löschung unangetastet.
1. Bei der nicht richtlinienkonformen Nutzung eines Google Plus Accounts besteht die Gefahr, dass Google ohne Warnung das gesamte Google Profil löscht, daher auch das dazugehörige Gmail Account. Dies hätte bei mir unabsehbare Folgen bei diversen anderen Social Media Accounts in Bezug auf Log-Ins gehabt. Absolut indiskutabel. Ich will mich nicht dieser Gefahr aussetzen.
2. Die Handhabung meiner selbst und meiner Selbstdarstellung obliegt mir und nicht Google. Trete ich unter einem Nick oder einer „Microbrand“ auf, entscheide ich und nicht ein Konzern. Die Gründe hierzu sind mannigfaltig, bei mir insbesondere darin begründet, dass ich mich nicht nur in Medien/Social Media/Werbe-Kreisen bewege, sondern auch Gesellschafter einer Firma bin, die in einem ganz anderen Geschäftsfeld tätig ist. Ob ich eine Trennung der Identität und Aktivität herstelle, ist meine Entscheidung und ich lasse mich nicht zu einer Durchmischung zwingen.
3. Das Datenhandling durch die Anbindung von Picasa hat sich als diffizil erwiesen, weil enormes Augenmerk auf die Datensichert von Picasa gelegt werden muss. Dort lagern nicht nur lustige Social Media Graphen, sondern auch Photos von Kinderfesten etc.. Die Datenhoheit von Google über alle meine Privatdaten verknüpft über Google Plus empfinde ich als bedenklich. Gerne lasse ich mich belehren, dass bei geeigneten Einstellungen die Sicherheit gewahrt ist, gefühlsmäßig für mich trotzdem ungut.
4. Das spielerische Element, das auf (insbesondere) Twitter gegeben ist, bis zu einem gewissen Grad auch auf Facebook, geht mir vollkommen ab. Google Plus empfinde ich als kalt und strukturiert, aufgebaut, um Marketing und Vermarktungsprinzipien zu dienen. Das hat für mich wenig mit Social Media zu tun. Ich konnte auch Personen trotz Klarnamens nichtmehr identifizieren, weil ich sie ja nur als Nick kenne. Nach kurzer Zeit war ich 560 Circles zugeordnet, größtenteils von mir vollkommen Unbekannten. Einziger Grund kann wohl nur die Hoffnung sein, bei einer eventuellen Kommerzialisierung eine möglichst große Anzahl von Ansprechpersonen zu haben.Fail.
Im Unterschied zu Twitter, wo ein Followeraufbau langsam und kontinuierlich passiert, ermöglicht Google Plus den Aufbau von vollkommen willkürlichen Massenaccounts. Gefällt mir einfach nicht. Ich fühle mich dabei nicht wohl.
5. Content: Will ich nach Facebook und Twitter den gleichen Social Media Wahnsinn nochmals lesen? Nein. Wenn 10 Millionen Social Media Gurus und Experten (Scherz!) über Google Plus philosophieren, wird es nicht spannend, sondern einfach nur extrem langweilig. Durch die mangelnde Durchmischung der User kommt es leider zu einer lähmenden Monotonie der immer gleichen strukturellen und technischen Fragen. Problem dabei: Es geht bei Social Media eben nicht um technische oder strukturelle Fragen, das scheint aber vielen Diskutanten entgangen zu sein und ich lasse sie gerne in ihrem Glauben.
Teil 1 beendet. Falls ich Zeit und Lust habe, folgen weitere Punkte!
Aus reiner Diskussionslaune ergab sich am 31.05.2011 der erste Politheurige beim Heurigen Wiltschko in Wien Mauer.
Was ist nun ein Politheuriger? Eine frei erfundene Bezeichnung für ein locker, legeres Treffen von politisch interessierten Personen, die aktuelle Themen idealerweise mit Insidern (Politikern) diskutieren. Motto war: „Jeder zahlt sich seinen G`Spritzen selber. Du-Wort obligatorisch“
Entstanden ist die Idee aus einer Diskussion mit @matznetter auf Twitter, die dann einfach in einen Heurigengarten verlegt wurde.
Eingefunden haben sich dann letztendlich:
@matznetter / @nattl /@thomas_mohr /@waehringer /@weltbeob8erin /@svejk /@hansarsenovic /@volkerplass / @michelreimon / @eaglepowder sowie Leo Palden.
Manöverkritik: Für mich ein sehr netter, gelungener Abend, wenngleich das Thema „Geld und Währungspolitik“ wahrscheinlich für den Beginn zu komplex war, insbesondere, wenn ein Profi mit am Tisch sitzt.
Danke für Euer Kommen!
Ich würde mich über Kommentare, Feedback und Vorschläge freuen, insbesondere von Teilnehmer.
Themenvorschläge für weitere Heurige sind natürlich auch willkommen!
Seit Jahren im Vormarsch, aber heuer offensichtlich ein „Must“: Der Ski für den Tiefschnee und den Wörthersee! Was vor Jahren der möglichst lange Riesentorlaufski, dann der kurze, stark taillierte Slalomski mit Platte (Ich bin Plattenfahrer) war, ist ab heuer definitiv der möglichst breite Tiefschneeski. Genauere Details zu diversen Rocker Shapes und Reverse Chambers bitte der Kunstpiste zu entnehmen.
Die Powder Welle hat jedenfalls auch Österreich erfaßt, wie ich am letzten Wochenende in Heiligenblut am Grossglockner sehen konnte. Je trendiger der Fahrer, desto breiter der Ski. Positiv anzumerken ist auch, dass Sicherheitsequipement mittlerweile auch zum guten Ton gehört. Der Helm hat sich durchgesetzt, Rückenprotektoren werden immer öfter getragen, und Lawinenausrüstung in Rücksack zeichnet den ambitionierten Freerider aus. Hoffentlich geht auch eine Gefahreneinweisung mit der Ausstattung einher. Hier ein unglaubliches Beispiel für alpine Gefahren:
Sehr auffällig ist auch, dass viele Powderfreaks auf die professionelle Unterstützung von Bergführern und Skilehrern setzen. Offensichtlich geht der Trend verstärkt zu einem Bergerlebnis abseits der präparierten Pisten, zum Naturspektakel im freien Gelände. Neben den alpinen Gefahren, insbesondere Lawinen, muss aber auch die Umweltverträglichkeit gewahrt bleiben. Wildschutzzonen und Baumschutzzonen sind unbedingt zu meiden, was die Auswahl erheblich auf die über der Baumgrenze liegenden Skigebiete einschränkt.
Was in den letzten Jahren noch ein ausgewachsener Tiefschneeski mit Mittelbreiten zwischen 80-100mm unter dem Schuh war, hat sich heute als All-Mountain Ski mit breitbandigen Fahrverhalten auch auf der Piste etabliert, insbesondere dann, wenn die Skier relativ kurze Radien aufweisen. Beispiele hierfür wären der Scott Crusade (15m! Radius) oder der Fischer Watea (18m).
Inwieweit echte Flossen auf der Piste fahrbar sind, sei dahingestellt, aber zum guten Ton gehören mittlerweile Skier wie der Line Mothership (nomen est omen) oder ein Icelantic Shaman (110mm mit 14m!! Radius). The fatter the better. Hier der Line Mothership in Action:
Toll wäre, würdet Ihr Testberichte von Euren Powdersurfern posten! Present your surfers!
Freitag, 03.12.2010 1200Uhr
Der Wagen gepackt vor dem Büro, Abfahrt in den Süden. Schneefahrbahn bis zum Wechsel. Stau durch Schneeketten anlegende Trucker. Quick Burger in Pörtschach. Das Radio verkündet eine Totalsperre der A10 ab Villach. Ab auf die B98 über Afritz zum Millstättersee. Es wird sehr dunkel. Und sehr verschneit. Bis zu meinem Ziel: Heiligenblut am Grossglockner. Die Fahrzeit beträgt über 6 Stunden, bis ich in meinem Quartier, dem Landhotel Post, ankommen. Das Hotel zeichnet sich nicht nur durch bestechende Freundlichkeit des Peronals aus, sondern auch durch die vorzügliche Lage gegenüber der Talsation Schareck! Like! Meine Skikumpanen Cristian und Caption T. werden erst am Samstag anreisen.
Samstag, 04.12.2011 0700 Uhr
Aus dem Bett, eine heiße Dusche und der obligatorische Sturm auf das Frühstücksbuffet, das keine Wünsche offen läßt. Cristian kündigt sich für 0900 Uhr an und erscheint wie erwartet pünklichst! Nur das Anlegen des 150er Dobermanns erweist sich als anspruchsvoll, ganz im Gegensatz zu meinem wunderbaren Dalbello Krypton Pro . So entwickelt sich der Tag traumhaft, wolkenlos und vollkommen unbeeinträchtigt von anderen Gästen. Wir scheinen die einzigen Skifreaks in Heiligenblut zu sein. Weite, mittelsteile Hänge am Schareck, dem Hausberg von Heiligenblut mit einem Höhenunterschied von 900m zur Mittelstation Rossbach und rund 1.300 Höhenmetern zur Talstation der Bergbahnen Grossglockner. Zu Mittag stößt noch ein Flugkapitän der nationalen Airline zu uns, um sich im Gebiet Fallbichl auszutoben. Ein sonnendurchfluteter Skitag, der abends zuerst in einer uralten Hütte namens Casa, später dann in der Lounge des Hotels Glocknerhof ausklingt. Perfekt!
Sonntag, 05.12.2010 0700 Uhr
Powderday. Das Wetter nicht brilliant brilliant, sonder nur brilliant. Einfahren am Viehbühel Lift, hinauf auf das Schareck und…die Sperre der Route ins Fleißtal scheint aufgehoben. Ein paar Worte mit dem „Roten Martin“, seines Zeichens Berg- und Skiführer der Powderklasse, und ab geht es in eine der schönesten Routen der Hohen Tauern. Der Nachmittag klingt dann im knietiefen Powder der Fleiß aus, bis die Oberschenkel w.o geben. Den Abend und die Übernachtung dürfen wir bei der wunderbaren Karin im Gästehaus Schober verbringen. Dringende Empfehlung! Mitten im Ort. High Quality!
Montag, 06.12.2010 1100 Uhr
Noch ein Besuch beim Boss der Bergbahnen Grossglockner Peter Zauchner und natürlich auch bei Schorsch Schiechl, Ski-, Berg führer und Skilehrer Alpinausbildner. Kleiner Tipp: Nebenbei auch Scott Schwerpunkthändler!
Perfect days #Heiligenblut am Grossglockner! Wir kommen wieder!
Nicht suchen nach dem Glück, finden. So manche Magie erklärt sich in dieser einfachen Formel. Ich habe Heiligenblut nie gesucht. Vor vielen Jahren wurde ich verführt zu diesem Ort. Ein Ort, der den Skizirkus, die lautstarken Akrobatenauftritte und berauschenden Dompteurstücke, die Hochseilakte und schwindelerregenden Trapezeinlagen der gängigen „Skiszenen“-Trends beinah unbeschadet überstanden hat.
Heiligenblut ruht. Und das ist wahrscheinlich die beste Nachricht. Keine pulsierenden Disconächte, keine Seitenblicke. Promis, Schickis, Mickis und Schnapspumpen – Euch wird langweilig werden! Nicht allzu viel vom berüchtigten Hüttenzauber, der meist ausartet im angestrengt unappetitlichen Beweis, sich in der Freizeit über die Maßen amüsieren zu müssen. Den geschäftstüchtigen Marketingzeigefingern zum Trotz hat Heiligenblut seine Würde bewahrt. Bettenhochburgen für finanzstarke Massenversorgung sind dem sagenumwobenen Kärntner Bergort weitgehend erspart geblieben. Auch Disneylandbauten aus Zuckerguss und Holzschindeln blieben aus. Es riecht hier nicht nach Piefkesaga.
Heiligenblut ist unspektakulär. Und eben darin grandios und überwältigend. Morgens einzutauchen in eine hochalpine Winterwelt, ist betörend. Die Lage: ganz am Ende des verzweigten Mölltals und am Beginn der Glocknerstraße. Unwissende möchten fast vermuten, die Heiligenbluter haben sich diesen Platz in weiser Voraussicht ausgesucht, um sich möglichst lange abzuschirmen. Dabei fasziniert die dramatische Geschichte von Briccius, der am Weg über die Alpen – im Gepäck ein Fläschchen mit dem Blut Christi – von einer Lawine verschüttet wurde. An jener Stelle wuchsen daraufhin Rosen durch den Schnee. Ehrerbietung an den Heiligen, Errichtung einer Kapelle, der Rest ist Geschichte.
Heiligenblut liebt mich. Das spüre ich deutlich, wenn ich Jahr für Jahr in Aufregung und Vorfreude zum ersten Mal oben auf der Hochfleiß stehe. Vor mir der Großglockner. Hinter mir die Sintflut. Und in mir das, wofür ich alljährlich wiederkomme: Ein wenig Frieden.
Wie kommt ein Wiener in den Schnee? – Wiener ist nur die halbe Wahrheit, mein Vater ist Klagenfurter. So hat sich seit jeher neben den Sommern am Wörthersee die Möglichkeit ergeben, die Winter im Schnee zu verbringen. Und spätestens nach meinem ersten Skikurs mit 3 Jahren entdeckte ich meine große Liebe zum Skifahren. Die Ferien verbrachten ich bei Verwandten im Lavanttal, wo ich mit Cousins wochenlang auf der Koralm herumtobte. Überhaupt wurde der Skisport interfamiliär sehr gefördert: 2-3 Skiwochen mit den Eltern waren obligatorisch – ab 1974 fast ausschließlich in meinem Lieblingsgebiet Heiligenblut.
Aufgefrischt wurde meine Passion für den Skisport mit den ersten Carvern und mit der Herausforderung, meine ältere Tochter auf Skier zu stellen. Sowohl sportliches, sauberes Carven in hohen Geschwindigkeitsbereichen als auch Routen/Freeride zählen heute zu meinen Leidenschaften. Ich besitze 2 Paar Ski (Scott Punisher 182/Edelwiser Swing 162), die ich auch selber präpariere. Pro Saison fahre ich etwa 35-40 Tage Ski – vorzugsweise in Heiligenblut (Sunny Card Saisonkarte). In der Vor- und Nachsaison gehören Hintertuxer Gletscher und Kitzsteinhorn zu meinen Revieren.
Das österreichische Wirtschaftsmagazin Trend konstatiert in einem ausführlichen Artikel eine Krise des österreichischen Skitourismus und verordnet eine „Neuerfindung“. Als Hauptprobleme werden folgende Bereiche identifiziert
Ich denke, dass die Zahlen, wie im Artikel dargestellt, eine eindeutige Sprache sprechen und empfinde die Entwicklung selbst auch in den angesprochenen Bereichen als problematisch. Als passionierter Skifahrer und Vater zweier skifahrender Töchter ist mir natürlich zuallererst die Preisentwicklung ein Dorn im Auge, wenngleich man durch geschickte Taktik die Kosten im Rahmen halten kann, soferne man sich mit der Materie beschäftigt. Skifahren wird sonst zum absoluten Luxus, selbst für „Besserverdiener“ stellt die Finanzierung einer Skisaison mittlerweile ein Problem dar.
Der Materialaufwand für eine 4 köpfige Famile muss jährlich mit einem Betrag von mindestens 1.000.- Euro veranschlagt werden, selbst dann, wenn deutliche Abstriche in gewissen Bereichen wie zum Beispiel Markenbekleidung gemacht werden. Leihmaterial ist nur für die Personen interessant, die wenig Ski fahren und einen langfristig geplanten Skiurlaub anstreben.
Wie soll ich aber den Nachwuchs mit nur einer Woche auf Schnee für den Skisport begeistern? Die Kinder werden so kein ausreichendes Niveau erreichen und die Lust am Skifahren verlieren. Skifahren bedeutet auch eine technische Ausbildung des Nachwuchses, was eine erhebliche Kostenbelastung für die Eltern darstellt.
Abgesehen von den Materialkosten stellen die Transport-, Übernachtungs- und Kosten der Liftpässe ein Problem dar. Insbesondere dieses haben teilweise absurde Höhen erreicht. Beispiel 1: Ein Salzburger Skigebiet-Sonntag: 2 Erwachsene/2 Kinder EUR 126.-. Mit Minimalversorgung auf einer Hütte und den Spritkosten sind so, je nach Anreise, schnell EUR 200.- erreicht. Eine Woche Semesterferien für die 4 köpfige Familie werden wohl nur die absoluten Sparmeister unter EUR 1.500.- schaffen.
Alternativen stellen hier Saisonkarten dar, wie sie zum Beispiel von der Unternehmensgruppe des ÖSV Präsidenten Schröcksnadel angeboten werden. Frühzeitig gekauft, fährt eine Familie mit 2 Kindern unter 15 Jahren um EUR 600.- die ganze Saison in 7 Skigebieten. Über den Daumen gerechnet rentiert sich das ab etwa einer Woche. Ein weiteres Beispiel wäre „Der Kleine Zeitung“ Skipass in Kärten.
Man könnte nun einwenden, dass die Skigebiete nicht so viele Pistenkilometer hätten. Aber wie relevant sind Kennzahlen wie Pistenkilometer oder die Liftkapazität? Ein Beispiel: Skigebiet 1 hat 200 Pistenkilometer/18500 Betten und Skigebiet 2 50Pistenkilometer/2000 Betten? In welches Gebiet würdest Du fahren, ohne die Bettenanzahl zu kennen? Wahrscheinlich in Gebiet 1. Würdest Du auch Skigebiet 1 wählen, wenn Dir bewußt wäre, dass die Personendichte auf den Pisten des ersten Gebiets notwendigerweise doppelt so hoch ist?
Eine hohe Auslastung eines Skigebiets erhöht natürlich auch das Verletzungsrisiko. Wer bricht sich heute noch das Schienbein? Fast niemand. Aber das Kollissionsrisiko wird natürlich durch viele Skifahrer erhöht, was dann auch an den Verletzungen ersichtlich ist.
Generell erscheint mir aber die Kommunikation und das Marketing das Hauptproblem zu sein. Wer kennt die Innerkrems? Macht ein Skitag im Lachtal weniger Spaß als am Obertauern? Warst Du schon in Heiligenblut? Die enorme Zentralisierung des Skisports scheint mir problematisch. Bettenkapazitäten werden in hohen Quantitäten zu sehr guten Konditionen an internationale Reiseveranstalter verkauft. Dies birgt aber auch, bei Problemen in einem Quellmarkt, hohe wirtschaftliche Risken und erzeugt einen Preisdruck auf die Hotellerie, weil nicht sosehr der Individualgast im Vordergrund steht, sondern Pauschalgäste. Es muss eine Loslösung vom Touroperator Markt hin zum individuellen Gast erzielt werden.
Kleiner Regionen und Skigebiete abseits der Ballungszentren müssen neue und innovative Möglichkeiten finden, ihre Stärken zu kommunizieren, auch wenn die Budgets nicht mit den „Großen“ mithalten können. Das Profil muss geschärft werden und eine Fokusierung auf Individualkunden gelingen. Auch scheint mir ein Engagement von starken Gebieten und Betreibern in kleineren Gebieten sinnvoll, um eine Einbindung in Marketingverbünde zu schaffen, andererseits eine Produkt- und Preisdiversifikation.
Der Skisport ist also nicht am Ende, sondern vielmehr im Umbruch. Small is beautiful.