Kixka
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Radiointerviews haben immer ihren ganz eigenen Zauber... Morgen gibt es bei 103,7 UnserDing einen ganzen Nachmittag zum Börsengang von Facebook - Mir wurden einige Fragen zur Timeline und den neuen Möglichkeiten des Facebook-Profils gestellt.17 hours ago
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Die neue Facebook-Timeline setzt hochgeladene Fotos häufig anders um, als gewünscht. Michael Eisenriegler hat sich das etwas genauer angesehen und gibt Tipps zu den richtigen Formaten für Eure Chronik:17 hours ago
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Es ist soweit: Die Slides meines re:publica-Vortrages sind online - mit Bonustrack - und dazu ein kleines Résumé meinerseits.17 hours ago
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Die Vorfreude (ok, auch die Aufregung ;)) auf die re:publica steigt - Wer meinen Vortrag am Mittwoch um 14:00 Uhr in Berlin verpasst, hat am 14. Mai an der HCU in HH die Gelegenheit, meinen Vortrag (leicht modifiziert) anzuhören: https://www.hcu-hamburg.de/?id=555017 hours ago
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Sie nennen es auch Digital-Darwinismus:17 hours ago
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Anpassungsalarm: Die Profilbilder auf allen Facebook-Seiten werden vergrößert: Ab 26. April sind sie 160 x 160 Pixel groß (bisher: 125 x 125) Das wird bei so einigen kunstvoll gebauten Timeline-Cover-Fotos Nachjustierungen erfordern...17 hours ago
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... und noch ein Anlauf: google+ hat das Design komplett überarbeitet. Doch sich ausgerechnet beim Header-Foto optisch so auffällig an Facebook zu orientieren wird an der Gesamtproblematik von G+ nicht viel ändern.17 hours ago
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"Wie Dein Profilbild Deine persönliche Online-Marke beschädigt" Ganz so dramatisch würde die Agentin es nicht ausdrücken - die Infografik gibt aber zumindest einen Überblick möglicher Schubladen.17 hours ago
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Eine Infografik, die tatsächlich sinnvoll ist, weil sie formatgerecht die Facebook-Timeline für Seiten erklärt. #Edelmanndigita17 hours ago
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Ob für den Nachwuchs oder für Protagonisten in kreativen Werken: Nameling ist ein Recherche-Tool und sucht Namen nach Ähnlichkeiten & Beziehungen.17 hours ago
Einführung in "Digitale Profile für Journalisten" bei den Freischreibern
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“About me - Die digitale Fassade // Identitätskonstruktion im Social Web”
Die Slides meines re:publica-Vortrages sind online incl. Bonustrack - und dazu ein kleines Résumé meinerseits.
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Handtuch ftw [pic] — http://t.co/da5907KU
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Die Mitte Hamburgs wird verlagert: Am 31.5. zieht die Alsterfontäne nach Harburg auf den Außenmühlenteich http://t.co/SybghySo28 hours ago from web | Reply, Retweet, Favorite
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Morgens, wenn dir Lux und Windgeschwindigkeit in Hamburg vorgaukeln, Du radelst an die Os... (at Kennedybrücke) [pic] — http://t.co/HGfkMp7p
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" ...alle wollte E.T. sehen" u.a. deshalb gibt es dieses Making of Blade Runner http://t.co/eGeYgIu7 via @openculture
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Über meine Erfahrungen, mein Wissen kostenlos zu teilen: http://t.co/EBVTIaKS nachgefragt vom @PR_Doktor Kerstin Hoffmann
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Im Praxistest @ThingLink #RichMediaTags #FanpageTab Mein Eindruck: Ein grandioses Tool! Blogpost #dmw http://t.co/uvoAzJGa3 days ago from web | Reply, Retweet, Favorite
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@bosch Wie wäre es mit vier Wochen Helgoland, um die wirklich anstehenden Fragen zu klären? #StädtePingPong
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Über @ThingLink geloggt, Erdbeersalat gegessen und jetzt von der Sonne geflauscht. #Sunday (@ Planten un Blomen) http://t.co/0B9tGhU5
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Wie heißt eigentlich dieses Paralleluniversum in dem all die geteilten Inhalte landen, die für Facebook gedacht sind und nie dort ankommen?
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Niels Frevert @Kampnagel mit Streichern http://t.co/Pt7f3Hq1
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Niels Frevert @Kampnagel Yay. Sehr smarte Begleitung, verspricht ein sehr guter Abend zu werden!
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+1 RT @CarolinN: So, noch schnell die @rundshow-App runterladen.
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@jenshoffmann Ganz sweet. Mal sehen, ob ich mit diesem Geswipe klar komme...
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Übersprungshandlung nach erfolgreichem Vortrag: Kaufen eines neuen Twitterclients. #tweetbot
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@DigiWomenHH @carolinn @meyola @lestoire Danke für Eure Twitterbegleitung an der HafenCityUni! Schön, dass Ihr kommen konntet.
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Kränkelndes Kind beruhigt, jetzt selbst nicht mehr einschlafen können. Aber heute sind hier ja bemerkenswert viele wach.
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@e13Kiki @littlejamie es war IBM Vorfeld die Rede von Neon. Fragt besser nicht. (habe trotzdem Spaß, unfassbar)
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Vermutlich ganz großes Kino: als einzige das Motto der 80s Party ernstgenommen. Ich. Einziger Trost: die exzellente Musikauswahl.
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Stand heute an einer Bushaltestelle, an der @ankegroener #4sq Mayor ist. (Aber nicht mehr lange :)13 days ago from web | Reply, Retweet, Favorite
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Across 110th Street by {u'mbid': u'48e78462-2f0b-4a1a-9fa4-0585e2991e80', u'#text': u'Bobby Womack'}27 hours ago
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Who Is He (And What Is He to You?) by {u'mbid': u'fd1a2d9d-9bb6-44de-83a3-41560658aba9', u'#text': u'Bill Withers'}27 hours ago
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Take The Box by {u'mbid': u'dfe9a7c4-8cf2-47f4-9dcb-d233c2b86ec3', u'#text': u'Amy Winehouse'}27 hours ago
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(There Is) No Greater Love by {u'mbid': u'dfe9a7c4-8cf2-47f4-9dcb-d233c2b86ec3', u'#text': u'Amy Winehouse'}28 hours ago
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Inner City Blues (Make Me Wanna Holler) by {u'mbid': u'afdb7919-059d-43c1-b668-ba1d265e7e42', u'#text': u'Marvin Gaye'}28 hours ago
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Liebe Leserinnen und Leser,
dieses ist mein ursprüngliches Blog. Für meine Aktivitäten als ProfilAgentin habe ich eine eigene Webseite eingerichtet.
Bei Interesse bitte hier entlang: www.ProfilAgentin.com
weitere Klicktipps:
Die ProfilAgentin bei Facebook
Einsortiert unter:Digitales, up, up and away Tagged: Profilagentin, Profilberatung
Meine dritte re:publica, meine erste als Speakerin. Yesss ! Es hat geklappt !
Schon einige Tage bevor ich als Käuferin N° 11 am 17. November mir ein Blogger-Early-Bird für die fünfte re:publica vom 13. bis 15. April 2011 in Berlin sicherte, hatte ich bereits die erste Idee für meinen Vortrag im Kopf.
Nicht ganz zufällig ist mir das Thema abends beim Duschen, direkt nach dem Hamburger Barcamp, eingefallen:
// ICONS // Eine ikonografische Profilbildanalyse der deutschen Digital-Szene
Die Idee ist ein tendenziell feuilletonistischer Vortrag über die Profilbilder einiger exemplarischer “Heldinnen und Helden” der Digital-Bewegung; der deutschen Blog- und Twitter-Szene. Die Wertschätzung bei Twitter in Form von Favsternchen, Retweets und Followern richtet sich nicht auf das Bild, sondern auf die “hinter” dem Bild präsentierte und präsente Wahrheit. Doch nicht nur bei gelungenen Computer-Icons liegt der Vorteil u.a. in ihrem hohen Wiedererkennungswert. Es ist der Versuch einer Analyse der klassischen Vorbilder, Analogien und Entwicklungen, kombiniert mit meinen Assoziationen und Projektionen. Ein wenig To-do und not-to-do für Profilbilder mit einem Exkurs zum Thema Gesichtserkennung ergänzt meinen Vortrag.
Das Ganze ohne Sascha Lobo, einfach, weil es geht ;)
Profilbilder sind für mich ein elementarer, faszinierender Bestandteil der digitalen Kultur, seit Nutzende ihre Identität im Netz auch bebildern können. Die persönliche Auswahl ist von kreativen, strategischen und häufig auch vollkommen planlosen Prozessen begleitet. Das Ergebnis passt mal mehr, mal weniger gut, gelegentlich exzellent. Ich finde es spannend, zu analysieren, was gut funktioniert, obwohl es irgendwelchen “Regeln” widerspricht. Das Zeitalter von Flickr und Facebook beschleunigt die technischer Reproduzierbarkeit auf Überlichtgeschwindigkeit. Eine Folge davon ist die soziale Konstruktion digitaler Identität im Spannungsfeld zwischen Wiedererkennbarkeit und Identitätsschutz.
Um das “ikonografisch” im Titel zu erklären: Ja, ich habe irgendwann einmal Kunstgeschichte studiert – im Vortrag wird aber auch die Dating-Plattform okcupid eine nicht ganz unwesentliche Rolle spielen.
Als ProfilAgentin bin ich seit Ende vergangenen Jahres aktiv, halte Vorträge und begleite alle Prozesse rund um die Profilgestaltung.
Termin: Am Freitag, 15.4.2011 um 15:00 17:00Uhr im Blauen Saal Großen Saal (was weiß ich, wohin das noch verlegt wird, am besten hier checken) in der Kalkscheune
Die Aufzeichnung meines Vortrages gibt es hier.
Einsortiert unter:Digitales Tagged: Analyse, Berlin, ICONS, Profilagentin, rp11, Vortrag
Falls sich irgendwer gewundert haben sollte, dass es hier etwas ruhiger war: Nein, es hat nichts mit dem um sich greifenden Blogsterben zu tun. Ich bin putzmunter. Allerdings habe ich in den vergangenen Wochen vor allem hinter den Kulissen gearbeitet, das Ergebnis: Die ProfilAgentin.
Kixka arbeitet schon seit einiger Zeit freiberuflich als Agentin und wirft gegen Honorar einen oder mehrere freundlich-kritische Blicke auf digitale Profile. Wen das genauer interessiert, kann das hier nachlesen.
Auf dem Hamburger BarCamp werde ich am Freitag als ProfilAgentin eine Session zu einem meiner Lieblingsthemen anbieten:
Vom BarCamp twittern werde ich am Freitag und Samstag mit meinem neuen Account @ProfilAgentin, unter dem Hashtag #bchh 10 sind alle Tweets dazu zu finden.
Diese Vorab-Info ist sozusagen das Soft-Opening meiner Selbständigkeit, nächste Woche geht es dann “offiziell” los!
PS: Es ist klasse gelaufen, es gab viel sehr positives Feedback und meine Präsentation wurde auch mehrfach gelobt. Erste Eindrücke, direkt vom BarCamp gebloggt, gibt es von Jörn Hendrik Ast hier nachzulesen.
PPS: Wer sich hier umschaut wird es bemerken: Kixkalogic ist jetzt auch “Social” geworden. Die Sternchen, Tweets und Facebook-Verbindungen habe ich erstmal testweise eingebaut.
Einsortiert unter:Digitales, Starten Tagged: Freelancer, Profilagentin, Profilberatung
Vergangenen Donnerstag traf sich inzwischen zum vierten Mal der analoge Salon zu digitalen Themen der Initiative I-15 in Hamburg. Diesmal waren es siebzehn mehr oder weniger zusammengewürfelte Menschen, die sich über die digitale Welt und deren gesellschaftlichen Wirkungen austauschten.
Das „Erinnern und Vergessen in Zeiten des Internet” war an diesem Abend der Ausgangspunkt der individuellen Statements, die in drei Minuten die eigene Motivation, die gesellschaftliche Konsequenz und idealer Weise auch mögliche Ideen für Handlungen darlegen sollten.
Auch wenn sich (vorhersehbar) kaum eine oder einer an die drei Minuten hält und ich den Eindruck habe, dass die vorbereiteten Skripte von mal zu mal umfangreicher werden (Ich plädiere für den kommenden Salon bereits an dieser Stelle, dass maximal eine DIN A4 Seite mitgebracht werden darf ;) – sowohl der thematische Fokus als auch das erwünschte Statement und die höchst individuellen Aus- und Überlegungen sind das, was neben den anschließenden Debatten und Gesprächen diese Abende für mich so inspirierend machen.
Das ist mir durch den Kopf gegangen: Ray Bradburys Fahrenheit 451, die Schlußszenen in denen Bücher von den Dissidenten gegen das Vergessen komplett auswendig gelernt werden - bevor die Bände verbrannt werden. (Filmausschnitt nach dem Klick aufs Bild)
Meine eigenen Gedanken gingen von der Langen Nacht des Erinnerns und Vergessens auf DeutschlandRadioKultur aus. “Wie wir uns erfinden” – sehr schnell ist klar, dass jede Identität immer aufs Neue konstruiert wird – mittels immer unterschiedlicher Erinnerungen und verschiedenen Variationen des Vergessens. Identität ist Stückwerk.
Was auf besondere Weise in dieser für mich dritten Vorstellungsrunde schon vor meinem kurzen Beitrag bewiesen wurde: Einige der anderen Gäste stellten sich mir das zweite oder dritte Mal vor – und das mit komplett anderen Inhalten und Schwerpunkten als bei den bisherigen Treffen.
Très charmant: Bricolage//Wir basteln uns einen Eindruck.
Auch ohne Erwähnung an dem Abend eine meiner Erinnerungen zur dort angesprochenen Manipulierbarkeit der Vergangenheit: Die perfekten künstlichen Erinnerungen Tyrells Replikanten in Philip K. Dicks Blade Runner. (Filmausschnitt nach dem Klick aufs Bild)
Doch genau eine Woche vor dem I-15-Salon wurde das FAZ-Blog Kontrollverlust von @mspr0 // Michael Seemann vom öffentlich zugänglichen Netz genommen.
Auch @mspr0 hatte etwas vergessen:
Die korrekte Anwendung der CreativCommons-Lizenz von Bildern, die er in seinem letzten Beitrag benutzt hat. Ich möchte an dieser Stelle gar nicht auf den andernorts ausführlich dokumentierten Verlauf der Eskalation der Ereignisse eingehen. Mir geht es darum, dass ich wenige Tage davor angefangen hatte, Frank Schirrmachers “Payback” zu lesen. Der Kontrollverlust – und vor allem die Angst davor – ist ein zentraler Begriff bei Schirrmacher – weshalb ich es damals als sehr cleveren Schachzug ansah, dass Frank Schirrmacher, als FAZ-Herausgeber, ausgerechnet mspr0 als FAZ-Blogger angeworben hat, dessen Weltbild und Lebensgefühl dem von Schirrmacher so komplett diametral gegenüberliegen.
Gleichzeitig also der theoretische Teil zum Kontrollverlust in Payback, indem eindringlich vor der Auslagerung allen menschlichen Wissens in die Welt der Maschinen und “ins Internet” gewarnt wird. Trotz aller sicherlich auch vorhandenen Schwächen des Buches:
Die von Schirrmacher aufgezeigten Zusammenhänge zum Thema Erinnerungsvermögen und Gedächtnisverlust ließen mich nicht gänzlich unbeeindruckt. Seinen Ansatz, Fakten nicht als Gesetze anzuerkennen und stattdessen neue Hypothesen zu entwickeln und diesen Perspektivwechsel durch kritisches Hinterfragen als eine Lösung anzubieten sogar sympathisch – wenn auch von fragwürdiger Durchschlagskraft, um die von ihm so eindringlich beschriebene “Ich-Erschöpfung” aufzuhalten.
Es wird nur helfen, sich damit abzufinden, dass es kein Ende und endgültige Sicherheit gibt, was das Wissen angeht. Es wird immer etwas fehlen. Gelegentlich ist man zur richtigen Zeit am richtigen Ort, das andere Mal eben nicht.
Es gibt keine Sicherheit “alles zu wissen”.
Im Internet schon gar nicht.
Mir wäre ein Perspektivwechsel ohne Angst vor Kontrollverlust wichtig – und das aktive Erinnern als Kulturtechnik nicht zu verlieren.
Ich danke allen Beteiligten für den sehr lebendigen und offenen Austausch.
Interessierte für den 2. Berliner Salon am 14. Juli 2010 über die “Neudefinition von Privatheit und Öffentlichkeit” können sich an Moritz Avenarius wenden.
Einsortiert unter:Digitales, Schauen Tagged: Blade Runner, ctrl-Z, Erinnerung, Fahrenheit 451, Gedächtnis, Gesellschaft, Hamburg, I-15, Identität, Initiative, Internet, Kontrollverlust, mspr0, Perspektivwechsel, Replikanten, Salon, Vergessen
Draußen ist es auch nicht anders als hier im Netz.
Das konnte ich heute am frühen Abend feststellen, als ich vor der Tür, auf dem Bürgersteig - selbst für mich unerwartet – anfing, mein Fahrrad zu putzen. Ich suchte mir eine sonnige Ecke und versuchte das vom vergangenen harten Winter immer noch sehr mitgenommene Rad wieder in einen etwas ansehnlicheren Zustand zu versetzen.
Was sich früher, als ich noch ein Schulkind war, immer wie eine Strafarbeit anfühlte, hatte heute eher etwas, sagen wir mal, Meditatives. Ganz ins Putzen versunken. Sonst gar nicht so meine Sache.
Ok. Das zum einen. Was mir aber dann auffiel:
Das, was für mich als Kind noch normal war, sich mit dem Fahrrad zum Putzen oder Reparieren auf den Bürgersteig zu stellen, gibt es heute gar nicht mehr. Jedenfalls habe ich die vergangenen Jahre nie irgendjemanden so angetroffen. Und das Verhältnis von Aktiven zu Kommentierenden zu Zusehenden war exakt wie hier im Netz: 90:9:1. Von Hundert Menschen, die vorbei laufen, sehen 90 mehr oder weniger interessiert/amüsiert/neugierig zu, neun bringen einen Kommentar oder verwickeln die eine Person in ein Gespräch, die aktiv ist und das Rad putzt. Unfassbar. Aber so war das.
Einsortiert unter:Digitales, Staunen Tagged: 90-9-1-Regel, Analogie, Fahrrad, Meditation, Nielsen, Putzen, putzig, Sommer, Winter
Damals vor vier Jahren schon war der schönste Moment der Beginn der Weltmeisterschaft. Die Straßen leer, ich konnte meinen Einkauf in aller Seelenruhe in einem leergefegten Supermarkt erledigen und auf den Straßen Hamburgs gefahrenfrei Rad fahren. Yes!
Natürlich gab es auch erstaunliche Momente: Eine türkische Mutter mit Kopftuch und langem Mantel, an jeder Hand einen Sohn auf dem Weg zur Schule. Zweitklässler, sieben oder acht Jahre alt. Ein bunter Kopfputz zierte die schwarzen Knabenhaare: Ein Irokesenaufsatz in schwarz-rot-gold. Offensichtlich war ganz Deutschland weltmeisterlich gestimmt. Oder diese ältere Dame, die ihren Rollator beidseitig mit Deutschlandflaggen geschmückt hatte und fröhlich die leicht abschüssige Osterstraße hinabrollte.
Doch diesmal bin ich fest entschlossen, das Geschehen so gut es geht zu ignorieren.
Bei der ÜberlebensPlanung hilft der wunderbare WM-Planer 2010 für Fußball-Uninteressierte von Wortfeld – Aufhängen in Großraumbüros auf eigene Gefahr:
Im Digitalen ist es nicht ganz so einfach, der WM aus dem Weg zu gehen.
Eine Möglichkeit, bei Twitter zu zeigen, dass nicht über die WM getwittert wird, hat sich Zebramädchen überlegt: Das Profilbild kann mit einem eindeutigen Twibbon geschmückt werden:
Dieses aktive Negieren ist mir allerdings schon fast zuviel Aufmerksamkeit für eine Sache, die mir schlicht vollkommen egal ist – ich ziehe komplettes Ignorieren vor.
Die WM lässt sich erstaunlich zuverlässig über TweetDeck herausfiltern. Als Twitter-Client so oder so relativ brauchbar, da mehrere Accounts, Suchbegriffe und Mentions gleichzeitig sichtbar sein können. Allerdings ist es für die Desktop-Applikation notwendig, zuerst Adobe-Air zu installieren. Den WM-Filter für Tweets gibt es mit der neuesten TweetDeck Version:
Settings / Global Filter und dann beispielsweise einsetzen: wm, worldcup, fußball, vuvuzela, tor #arg #aus #bra #chi #civ #cmr #den #eng #esp #fra #ger #gre #hon #ita #jpn #kor #mex #ned #nga #par #por #prk #rsa #srb #sui #usa und Ruhe ist in der Timeline.
Da zur Zeit kaum über anderes getwittert wird, kann – je nach Timelinezusammensetzung und #Hashtagdisziplin – sich der tosende Wasserfall in eine Art Rinnsal verwandelt haben. Lieber das, als permanent mit Tweets überflutet werden, die mich Null interessieren. Ab 12. Juli wird sicher alles wieder gut.
Einsortiert unter:Digitales, Staunen Tagged: Überleben, Filter, fußball, Ignore, tor, TweetDeck, twitter, vuvuzela, wm, Wordfeld, worldcup, Zebramaedchen
Der Tod der alten Dame fünf Wochen nach der Vernissage ist unter PR-Aspekten vermutlich nicht das Schlimmste, was den Charlottenburger Ausstellungsmachern passieren konnte. Louise Bourgeois ist am 31. Mai 2010 in New York mit 98 Jahren gestorben. Ein großer Verlust.
Als sehr junge, aufgeweckte Kunstgeschichtsstudentin schleppte ich meinen damaligen Liebhaber – eine Fernbeziehung in Frankfurt – 1989 in den örtlichen Kunstverein, wo Louise Bourgeois‘ erste große Retrospektive in Europa gezeigt wurde. Wir waren frisch verliebt und sehr verwirrt. Die ausgestellten Skulpturen und Installationen wirkten wie Katalysatoren auf unsere ohnehin in Turbulenzen befindlichen Hormone. Madame zeigt keine Pornografie, sie hat den Sex eher um die Ecke gedacht; ihre Installationen zeugen von einer verqueren, nicht unbedingt eingängigen Erotik. “Sexuell aufgeladen” trifft es ganz gut. Kritisch, erotisch, subtil und auch mit einem sehr schwarzem Humor durchzogen, wirkten ihre Arbeiten auf mich.
Den wunderbaren Fotos, die es von ihr gibt, ist der Schalk in ihrem Nacken anzusehen. Madame hatte jede Menge Humor und sah großartig dabei aus.
Adriano Sack brachte es in seinem Artikel “Schöne Menschen” schon im August 2008 auf den Punkt:
“Wenn ich heute entscheiden müsste, wem das ewige Leben zu gönnen ist, wäre Louise Bourgeois meine Favoritin.”
–
Noch bis zum 15. August 2010: Louise Bourgeois und Hans Bellmer in Berlin: Double Sexus
Der Nachruf im Guardian
und auf deutsch in der F.A.Z.
Louise Bourgeois auf MySpace (?!)
Ihre Spinnen sind auch in einem meiner Lieblings-Kunstparks zu sehen: Wanas-Slot in Süd-Schweden
Louise Bourgeois. Aller-Retour // 2005 Katalog der Kunsthalle Wien (kostenloser Download)
Einsortiert unter:Schauen, Style Tagged: Art, Ausstellung, Erotik, Kunst, Louis Bourgeois, R.I.P., Sex, Skulpturen
Heute ist der 6. Mai. Der Blick aus meinem Fenster sieht auch tatsächlich grüner aus als Mitte Februar, als ich dieses Foto aufgenommen habe. Die Temperaturen sind gefühlt vergleichbar. Dieses Frühjahr verpuppt sich als heller Winter. Ich fahre morgens immer noch mit Schal und Handschuhen auf dem Fahrrad zur Arbeit. Umgefallen bin ich heute Abend, als ich aus dem Fenster sah und einen neuen Zaun erblickte. Maschendraht. Grün. Das Foto hätte vielleicht einen anderen Reiz gehabt, vermutlich aber wäre ich nicht auf die Idee gekommen, überhaupt zur Kamera zu greifen.
Ein kleiner Trost: Zu wissen, dass es da noch dieses seltsame Foto gibt. Hier ist es.
Einsortiert unter:Schauen, Staunen Tagged: Frühjahr, Gartenzaun, Holzlatten, Lattenzaun, Lichtspiel, Maschendrahtzaun, Romantik, Schnee, Suspense, Winter
Information overload. Drei Tage re:publica in Berlin: zusammen mit 2.500 anderen Heavy Usern des Internets, überwiegend Digital Residents, Vorträge und Workshops zu digitalen Themen angehört. Zwischen Friedrichstadtpalast, Kalkscheune und Quatsch Comedy Club hinundhergelaufen, nicht immer mit dem optimalen Schuhwerk. Irgendwann den Einfluss eines isländischen Vulkans zu spüren bekommen, als Referenten nicht mehr eingeflogen werden konnten und Vorträge ausfielen. Gleichzeitig stieg die Anzahl der Organisations-Tweets über alternativen Heimtransport.
Meine zweite re:publica. Der Sprung von 1.800 zu 2.500 Teilnehmenden ist gefühlt nicht so groß, wie befürchtet. Sehr viele Gespräche, ein wenig Smalltalk, aber trotz des übervollen Programms immer wieder Gelegenheit, zu längeren und intensiveren Unterhaltungen. Ich habe es irgendwie geschafft, in den drei Tagen an 25 Veranstaltungen teilzunehmen. Highlights waren für mich Peter Kruse, der sehr anschaulich darstellte, warum es einen kulturellen Verständnisgraben zwischen den Teilnehmenden in der gesamten Netzdiskussion gibt. Das andere Highlight war Miriam Meckel, die über die Wichtigkeit des Zufalls sprach. Geschliffen eloquent, eine Spur zu schnell, um die Fülle des Stoffs unterzubringen, was nicht ganz klappte, so das @mspro leider nicht zu Wort kommt.
Ein Problem nicht nur der re:publica: Je größer das Plenum, um so länger scheinen die Fragen und von den Fragestellern für nötig befundenen eigenen Ausführungen zu ihren Fragen zu werden. Und es “fragen” fast nur Männer. Es scheint da so eine Art Fragestellerbewegung zu geben, so wie es die Neue-iGadgets-Schlangesteher-Bewegung gibt.
Ich habe andere gute Frauen auf der re:publica gehört, auch wenn ich deshalb das Panel zu fenministischen Netzkultur verpasste: Kathrin Passig erklärte schlüssig, “Wie man Leuten nichts beibringt“. Melissa Gira Grant erlebte ich nur kurz vor der obligatorischen Twitterlesung. Sie sprach über “Sex and the Internet. Umso erstaunlicher, dass eine Frau, die sich professionell mit dem Thema auseinandersetzt, (relativ überzeugend) Chatroulette an dem Abend zum allerersten Mal ausprobierte. Ein großer Spaß für das Publikum im Friedrichstadtpalast.
Spannend und unterhaltsam war auch Teresa Bücker, die in “Liebe ist für alle da” über Beziehungsdarstellungen im Netz referierte und in ihrer Präsentation fast eine Twitterlesung zu dem Thema bot. Ein Tipp: als Paar am besten keine Accounts auf gleichen Plattformen zu führen. (Was in Zeiten, in denen sich Twitter und Facebook derart durchgesetzt haben, quasi nur für Offliner gelten kann.) Während der re:publica habe ich allerdings gleich zwei drei (ansonsten sehr entspannte) Paare erlebt, die sich einen gnadenlosen Wettkampf um das Einchecken und die Sonderbadges bei foursquare lieferten… ;)
Der 4sq Schwarm-Badge war innerhalb der ersten 10 Minuten am ersten Tag im Friedrichstadtpalast klar. Außerdem loggte ich die meisten der von mir besuchten Vorträge, so dass auch der “Overshare”-Badge für > zehn geloggte Orte in zwölf Stunden endlich mir gehörte. Als besonderes Extra weil die #rp10 zufällig auch am 16.4. stattfand, gab es den #4sqDay 2010 Badge. Was leider nicht geklappt hat, obwohl mindestens Johnny, Igor und ich ihn direkt bei foursquare angefragt hatten, war der re:publica-Badge, der analog zum Ignite-Badge thematisch schon großartig gewesen wäre. ok. Nächstes Thema. :)
WLAN und Twitterwall
Hm. Ging so. Wenn sich das auch (wie jedes Jahr, bei den Zuwachsraten) erklären lässt, dass es in dem Moment, wo 2.500 Menschen mit ein bis zwei Devices gleichzeitig auf engem Raum ins Netz wollen, vermutlich zwangsläufig ein Zugriffsproblem gibt, das von den Netzanbietern wohl jedes Jahr wieder unterschätzt wird.
Was mir gar nicht fehlte, war die Twitterwall während der Vorträge. Eher zurückhaltend aufgenommen wurde Johnnys Ankündigung, dass es dieses Jahr keine Twitterwall während der Veranstaltungen geben würde. Mir hat es so besser gefallen, weil ich mich in jedem Fall stärker auf die Vorträge konzentrieren konnte. Was fehlte und meine Anregung N°1 fürs nächste mal wäre: Dafür bitte ein paar Walls außerhalb der Säle. In der Kalkscheune und im Friedrichstadtpalast. Bei fehlendem WLAN wäre es auch nicht schlecht, ein paar der gedruckten Programme auszuhängen. Die lagen vermutlich überall herum, aber immer wenn ich eins suchte …
- Sascha Lobo zu “how to survive a shitstorm” @rp10
Socialising und Party
Keine Followerparty bei Sascha Lobo in diesem Jahr was nach seinem zu recht sehr gut besuchtem Vortrag über “how to survive a shit storm” und dem Teilnehmerzuwachs vermutlich auch niemanden so richtig erstaunt hat. Schade war es nach meinen Erfahrungen im letzten Jahr trotzdem.
Ebenfalls ein wenig bedauert habe ich die Entscheidung, den Kongress erst am letzten Abend zum Tanzen zu bringen. (Was mit den richtigen DJs besser klappt als man vielleicht annehmen könnte. @Nilzenburger und @kosmar legten sehr tanzbar auf) Am Freitag sind viele schon auf dem Heimweg, die Berliner – ohnehin nicht gerade unterrepräsentiert – deutlich in der Überzahl. Mein Vorschlag N°2: Die Party bitte für den 1. oder 2. Abend einplanen – eher als Auftakt für so viele Vortragsstunden miteinander als als Ausklang. Würde ich jedenfalls favorisieren.
v.l.n.r.: @placetogo, Thomas Knüwer, @PickiHH, @kosmar, Sascha Lobo, @svensonsan, @HappySchnitzel, @vergraemer, @bosch, Jeff Jarvis, @deef. fehlen auf meinem Foto: @baranek @marthadear
Ansonsten: Viel gelernt. Viel gelacht (auch wenn es auch einem öffentlich zugänglichen Foto nicht wirklich so aussieht) aus Versehen auf eine kleine Bühne geraten (zum Glück nur an den Rand, natürlich fing mein Telefon an zu klingeln, ja, es wurde parallel der Live-Podcast von @343max und @mspr0 aufgezeichnet), viele rothaarige Frauen gesehen, einige davon kennengelernt, mit @bosch und @HappySchnitzel in der Eismanufaktur gewesen, auch ohne Party immer spät ins Bett gekommen, einem Mann nahegelegt, er solle wegen seiner Stimme unbedingt mit dem Podcasten anfangen. Selber Komplimente für mein re:dhead-Shirt bekommen (Danke!) Aus Versehen “Klixka” genannt worden. Auf die Frage “Hältst Du hier auch einen Vortrag” am häufigsten gesagt und gehört: “Nein, dafür bin ich viel zu schüchtern”. Abschlussveranstaltung aus guten Gründen verpasst. Nette Headbangbilder davon gesehen, da hätte ich sicher mitgesungen. Und mitgebangt.
Tatsächlich noch neue Menschen kennengelernt.
Neugierig geblieben.
Merci nowhere.
–
Ich empfehle zur AuswertungsVertiefung:
a) Daniel Fiene #rp10 gut im Blog dokumentiert und sein Was mit Medien-Podcast zusammen mit Felix Hügel, @JovelStefan und Herrn Pähler.
b) Svensonsan besonders den Teil, indem er seinem Kind erklärt, was die re:publica eigentlich ist. (filed under: warum ich diese Internetfuzzies so gerne mag)
c) den HZM-Podcast auch wenn der Ton gelegentlich vom Winde verweht erscheint.
Einsortiert unter:Digitales Tagged: 4sq, Berlin, friedrichstadtpalast, kalkscheune, Kathrin Passig, Klassentreffen, Miriam Meckel, re:dhead, re:publica, rp10, Teresa Bücker, Twitterwall, WLAN
Meine kleiner und sehr geschätzter Kreis regelmäßiger Leserinnen und Leser erinnert sich eventuell: Ich suche gelegentlich einen Altpapiercontainer auf, um die letzten Restbestände veralteter analoger Informationsträger zu entsorgen. Vor kurzem setzte mich erneut einer der Container in Erstaunen:
Der Aufkleber:
Genau diese Sorte Aufkleber ist mir auch schon vorher aufgefallen – ohne jetzt vertiefen zu wollen, ob ein Altpapiercontainer der optimale Ort ist, um Werbung für was auch immer zu machen:
Ich wohne noch gar nicht so lange hier. Doch diese Aufkleber sind mir im letzten Jahr schon häufiger aufgefallen. “Der Büro” ist eher nicht dänisch, auch wenn die beiden Protagonisten der Band aus Dänemark kommen: Stopher Secher, Musik und Gesang, genau wie Arne Nielsen, Texte und Gesang, sind beides Dänen. Die Texte sind komplett deutsch.
Arne Nielsen lebt mit Frau, Kind und Hund in Hamburg und fährt Rad. Auf dem ist er mir auch schon mal mit einem “Der Büro”-T-Shirt vor der Nase entlanggefahren – Vielleicht war es auch ein Hoodie oder ein Sweatshirt, egal. Bemerkenswert finde ich die Konsequenz, mit der die Band, dieser Künstler sich selbst promotet. Es gibt eine Facebook-Gruppe mit 144 hauptsächlich dänischen Fans, leicht irritierend, da die Texte tatsächlich alle deutsch sind.
Zweimal habe ich der Büro Songs live erlebt. Ihr Publikum spalten sie in Fans und Verständnislose.
Arne Nielsen, 1971 geboren, immer noch eine jungenhafte Erscheinung, ist nicht mehr wirklich das, was Popstar-Ausgangsmaterial ist, jedenfalls nicht im Sinne einer DSDS-Erscheinung. Die Posen der Popkulturstars zitiert er gekonnt bis ironisch gebrochen. Die Schlagertexte sind sehr eingängig, die Melodien elektronisch-verpoppt, zum Mitwippen geeignet. Sehr schräg, da sein Auftritt permanent zwischen Persiflage und Professionaliät oszilliert.
Arne Nielsen hat Berufserfahrung als Herrenschneider, Tankwart und Friedhofsgärtner. Und das mit dem Oszillieren funktioniert auch in seinen Büchern. Eigentlich ist Arne Nielsen nämlich Schriftsteller. Und bei seinen prägnant-lakonischen Kurzgeschichten ist auch nie so ganz genau klar, was in seinen Stories wirklich passiert.
Sehr niedlich klingt sein dänischer Akzent, der auch in einem reizvollen Kontrast zu den eher düster-schrägen Geschichten steht. Daher ist es am besten, sich der Büro live anzuhören, auch um den Oszillationseffekt zu erleben. Am 7. Mai ist eine CD-Release-Party in Hamburg angekündigt. Hingehen – und selbst überzeugen! Mir ist die Band ja eigentlich schon deshalb sympathisch, weil sie immer Lakritze dabei haben.
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